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Auf der Mittelinsel im Hasesee Neuer Landeplatz für den Rettungshubschrauber in Bramsche

Von Julia Kuhlmann | 08.09.2011, 13:56 Uhr

Die Zeiten, in denen der Rettungshubschrauber nicht am Bramscher Krankenhauses landen kann, sind bald Vergangenheit. Auf der Mittelinsel des Hasesees wird bald ein Hubschrauberlandeplatz gebaut. Die derzeitige Notlösung, dass der Helikopter am Feuerwehrhaus landet und Patienten zum Weitertransport dorthin gebracht werden, hat viele Nachteile.

Schwer erkrankte Patienten, die zur Weiterbehandlung in ein spezialisiertes Zentrum transportiert werden müssen, wurden bislang mit dem Rettungswagen vom Bramscher Krankenhaus zum Feuerwehrhaus an der Osnabrücker Straße und dort in den Rettungshubschrauber gebracht.

Zum einen sind das lange Wege, die viel Zeit verbrauchen, zum anderen ist der Hof zwischen Polizeidienstgebäude und Feuerwehrhaus alles andere als ein geeigneter Ort für die Landung eines Hubschraubers. „Wenn der Helikopter da runtergeht, fliegen die Fetzen“, bringt es Ortsbrandmeister Cornelis van de Water und Tiefbauexperte bei der Stadt, auf den Punkt, schließlich liegt das Feuerwehrhaus inmitten von Wohnbebauung. Stadtbrandmeister Amin Schnieder weist zudem darauf hin, dass die Ausfahrt für die Feuerwehr nicht mehr möglich ist, sobald der Hubschrauber vor dem Feuerwehrhaus gelandet ist.

Die frühere Lösung, dass der Hubschrauber für Intensivverlegungen auf der Wiese hinter dem Krankenhaus landete, schied mit dem Bau der neuen Rettungswache aus. Bei der Suche nach einem neuen geeigneten Platz stießen die Feuerwehrleute auf die Mittelinsel des neuen Hasesees, den Bereich zwischen den beiden Poggenpattbrücken.

Anfang der Woche trafen sie sich dort mit Dr. Andreas Mennewisch, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Osnabrück, und Krankenhausgeschäftsführer Ralf Brinkmann. Die Bereitschaft der Stadt, dort einen Platz zu bauen, konnte van de Water bereits vermelden. Ein gepflasterter 20 Meter langer Weg soll künftig vom Poggenpatt zum 15 mal 15 Meter messenden Landeplatz führen, damit Patienten sicher zum Hubschrauber gebracht werden können.

Oder vom Hubschrauber zum Krankenhaus, wie am vergangenen Montag, als der gelbe „Christoph Europa 1“ schon mal exakt an der für den Landeplatz vorgesehenen Stelle landete, um einen Notfall-Patienten zum Krankenhaus zu bringen.

Die Gelegenheit nutzte Stadtbrandmeister Amin Schnieder, um das neue Vorhaben an Ort und Stelle auch mit Hubschrauberpilot Jens Murke zu erörtern, der den Platz zu Schnieders Freude ja als Landeplatz auserkoren hatte. „Hier sind die An- und Abflugwege frei“, hält Murke die Stelle für absolut geeignet. Oft müssen er und seine Kollegen sich bei Notfällen spontan geeignete Landeplätze suchen und dabei auch mal Kompromisse eingehen, wobei die Sicherheit immer vorgehe, sagte Murke. Für einen Platz, der öfter angeflogen werden müsse, wie der am Krankenhaus, müssten aber standardisierte Verfahren gelten. Mit der neuen Lösung sind alle Beteiligten zufrieden. „Es ist eine sehr gute Lösung für die Notfallversorgung, weil der Weg zwischen unserer Zentralen Patientenaufnahme und dem Landeplatz so schön kurz ist“, sagt Ralf Brinkmann, Geschäftsführer der Bramscher Niels-Stensen-Klinik, und lobt in diesem Zusammenhang das Entgegenkommen der Stadt, die die Kosten für den Platz in Höhe von rund 8000 Euro allein tragen wird. Dass Patienten zum Landeplatz trotzdem noch mit dem Rettungswagen gebracht werden müssen, hält auch Dr. Andreas Mennewisch für unproblematisch. Das sei an acht von zehn Kliniken so, und selbst in einer Stadt wie Wuppertal könne der Hubschrauber auf keinem einzigen Krankenhausdach landen.