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Anordnung der Bundesumweltministerin Früherer Flugplatz bei Wittenfelde nationales Naturerbe

Von Marcus Alwes, Marcus Alwes | 13.10.2016, 20:44 Uhr

Das frühere Flugplatzgelände an der Ortsgrenze von Lappenstuhl nach Wittenfelde ist durch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) komplett zum nationalen Naturerbe erklärt worden. Und das schon im vergangenen Jahr. Doch erst die jüngste Debatte um neue Stromtrassen und die Standortsuche für ein Umspannwerk in der Region ließen dieses deutlich werden.

Die Anordnung der Ministerin, das 213 Hektar große Gelände als nationales Naturerbe einzustufen, war an die Landesregierung nach Hannover gegangen. Auch bei anderen ehemaligen Militärflächen im Bundesgebiet hatte die Hendricks-Behörde zuletzt gleichlautend entschieden.

Hinweisschilder „Betreten verboten“

Der Nordteil der teilweise ökologisch sehr wertvollen Flächen liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden, der Südteil gehört zu Bramsche . Die Ausdehnung mit 1,4 Kilometern in Nord-Süd-Richtung ist ebenso imposant wie die 1,8-km-Breite auf der West-Ost-Achse. Im März 2015 war ein Betretungsverbot für die Öffentlichkeit verhängt worden. Entsprechende Hinweisschilder wurden aufgestellt. Eine Verordnung zur „Verhütung von Unfällen mit Fundmunition“ wurde zudem durch die Kommunen erlassen.

Der überwiegende Teil des Geländes bei Lappenstuhl und Wittenfelde sind Freiflächen, der Rest ist Wald (82 Hektar). Es gibt dort aber auch verlassene Startbahn-Anlagen, Bauwerke und Erdwälle aus den Zeiten der militärischen Nutzung. In den kommenden Jahren soll nun ein Naturerbe-Entwicklungsplan ausgearbeitet werden – und zwar so, dass er am Ende unter anderem als Feinkonzept für einen Flächenpool für Kompensationsmaßnahmen (zum Beispiel bei Straßenbauprojekten) dienen kann. Auf der Basis einer im vergangenen Jahr vorgenommenen Biotop-Kartierung sind hier die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sowie der Landkreis Osnabrück und der Kreis Vechta ausdrücklich aufgefordert, schon bald gemeinsam erste, „grobe“ Zielvorstellungen zu formulieren.

Im Jahre 1930 erbaut

Das Gelände bei Lappenstuhl und Wittenfelde, das umweit der Landesstraße 78 und der beiden Windparks Kalkriese und Im Bernhorn (geplant) liegt, war im Jahre 1930 als Ausweich-Militärflugplatz erbaut worden. Nach Ende des 2. Weltkrieges hatte dann das britische Militär den Sektor übernommen und ihn als Übungsgelände genutzt. Auch die NATO und die Bundeswehr beanspruchten später Teile des Gebietes. Im Jahre 2014 erfolgte schließlich die Übergabe an die Bundesforst-Verwaltung .

Nicht zum Naturerbe-Gelände gehört übrigens ein direkt benachbarter, früherer Schießstand, der inzwischen an die Polizeidirektion Osnabrück verpachtet worden ist. Unter anderem wird dieser Abschnitt von den Ordnungshütern als Übungsplatz für Hundeeinsätze genutzt.

Und noch eines ist inzwischen klar: Auf der Naturerbe-Fläche wird kein Umspannwerk für Stromtrassen errichtet werden.