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Amerikanern gefällt Austausch Botschafter des Baseballs in Bramsche

Von Heiner Beinke | 30.07.2014, 19:19 Uhr

Hit and Homerun statt Schuss und Tor: Matt Floyd und Mark Spencer sind nach Bramsche gekommen, um den Deutschen die vielleicht amerikanischste aller Sportarten näherzubringen. Umgekehrt wollen die beiden Studenten aus Chattanooga, Tennessee, soviel wie möglich über deutsche Kultur lernen.

„Es macht einen Riesenunterschied, wenn Du Teil der Gemeinschaft bist“, macht Clark Spencer klar, dass für ihn das fünfte Bramscher Baseball-Camp der freikirchlichen Gemeinde vom 4. bis 9. August, nicht einfach nur ein Job und eine Gelegenheit sind, nach Europa zu kommen. Der Student ist bereits das dritte Mal hier, „Ich liebe die deutsche Kultur“, sagt er. „Hier ist alles nicht so schnell, die Leute nehmen sich Zeit, Familien nehmen die Mahlzeiten gemeinsam ein - das alles gibt es bei uns kaum noch“, fügt er hinzu. Mit der Schilderung solcher Vorzüge weckte er das Interesse von Matt Floyd, der ebenfalls an der University of Tennessee at Chatanooga studiert. Er ist zum ersten Mal nach Deutschland.

Floyd fand bei der Ankunft in Deutschland erst einmal ein Klischee bestätigt: „Es ist alles so viel sauberer als bei uns“, staunte er. „Es ist sehr leicht, in Kontakt mit Leuten zu kommen und sie interessieren sich wirklich für Dich“, freut er sich.

Die Verfechter des amerikanischen Volkssports sind in Amsterdam zwei Tage nach jenem Tag gelandet, an dem die obersten Vertreter des deutschen Volkssports Nummer eins in Brasilien den Weltmeistertitel geholt haben. „Zu schade, da war bestimmt richtig etwas los hier“, bedauert Clark Spencer. „Ich habe als Kind auch Fußball gespielt. Klinsmann hat uns sehr geholfen. Seit unsere Nationalmannschaft öfter gewinnt, findet sie mehr Interesse“, meint Matt Floyd.

Für die beiden Amerikaner ist das allerdings nichts gegen ihren Baseball. „Viele sagen, Baseball zu gucken wäre langweilig, aber es kann auch sehr langweilig sein, Fußball zu gucken, vor allem, wenn keine Tore fallen“, findet Matt. Clark mag am Baseball, dass das Spiel „sehr intensiv zu bestimmten Zeiten und gleichzeitig auch sehr entspannend ist“. Jede Position auf dem Feld erfordere andere Eigenschaften und eine andere Spielerpersönlichkeit. Und am Ende sei nur die Mannschaft erfolgreich, die als Einheit zusammenwirkt. „Es gibt keine unwichtige Position“, sagt Matt.

Beim Baseballcamp wollen sie diese Faszination den Bramscher Kindern vermitteln. 170 Anmeldungen in zwei Altersgruppen hat Organisator Holger Niehausmeier schon zusammen, der seine 20 amerikanischen Gäste bei Familien privat unterbringen konnte. „Ich will Holger helfen“, bekräftigt Clark Spencer seine Verbundenheit mit dem Projekt nicht nur wegen der Verbundenheit zur freikirchlichen Gemeinde.

„Geben kein Kind auf“

Die Coaches wissen, dass es insbesondere für kleine Kinder ganz schön frustrierend sein kann, wenn es einfach nicht gelingen will, mit dem keulenähnlichen Schläger den kleinen Ball zu treffen. „Aber wir geben kein Kind auf“, verspricht Clark Spencer jedem Batter ein Erfolgserlebnis. Und er setzt auf eine Erfahrung, die er immer wieder gemacht hat. Wenn die Regeln erst einmal klar sind, „sind alle voll bei der Sache“. Für die Botschafter des amerikanischen Volkssports ist der Austausch dann perfekt.

Beim Camp sind noch Plätze frei. Infos und Anmeldung unter www.baseballcamp-bramsche.de.