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Alte Webschule erlebt die „Kleine Comedy-Nacht“ Abend mit drei Comedians

Von Holger Schulze, Holger Schulze | 26.02.2017, 20:11 Uhr

Drei Comedians, ein Moderator mit Humor, dazu eine voll besetzte Alte Webschule. Die „Kleine Comedy-Nacht“ in Bramsche hatte am Wochenende schon zum Start beste Voraussetzungen, zu einer gelungenen Show zu werden.

In Aktion auf der Bühne zu sehen waren mit Christin Jugsch, Nusret Sipkar und Lars Henk drei Nachwuchsentertainer. Durch den Abend führte mit Sven Bensmann (aus Hagen) ein Moderator, der der Veranstaltung eigene Effekte mit Wort, Witz, Gitarre und Gesang angedeihen ließ.

„Ihr dürft laut lachen“

„Ein komplettes Ausrasten“ war es, das Sven Bensmann vom Publikum – und das gleich zwei Mal hintereinander – erwartete. Es klappte sogar. Der Mann hatte „das beste Publikum, das je in der Alten Webschule war“, gleich nach Beginn der Vorstellung fest im Griff. Lachen und gute Stimmung versprach Bensmann. „Ihr dürft laut lachen. Habt ein gutes Gefühl, dann geben wir Euch dieses gute Gefühl tausendfach zurück!“

Er selbst steigerte die Gefühle „mit ulkiger Musik“ und seiner Gitarre sowie dem Platzen einer Gummipuppe aufgrund des eigenen Übergewichtes. Zudem besang er verschiedene Selbsttötungsvarianten so, dass das Publikum tatsächlich lachen musste – dies schafft nicht jeder. Sven Bensmann konnte es. Er war der laute, komische Korpulente auf der Bühne.

Geplatzte Gummipuppe

Aus Aachen kam unterdessen Lars Henk. Rauchen trotz Schockbildchen von abgefaulten Zehen, ein abgebrochenes Schäferstündchen aufgrund von Nachbarprotest, Whatsapp-Schreibereien, unkreativer Nacktfotoversand und noch ein bisschen Aufklärungsunterricht über „Furzgefahr“ bei erotischen Spielchen – mit diesen Themen bestritt der große Junge aus dem Ruhrgebiet mit dem breiten Lächeln seinen ersten Programmteil.

Christin Jugsch aus Bremen wärmte sich dagegen erst einmal mit der Hoffnung auf, die Bramscher schon zum Lachen zu bringen, obwohl sie keine Witze vorbereitet hatte. Ein wenig Teenie-Verliebtheit, Backen von Eierlikörkuchen mit reichlichem Eigenkonsum der alkoholischen Zutat sowie diverse „Durchschnittslängen“ bei Männern und manchem Gemüse waren ihre Themen.

Nusret Sipkar thematisierte bei seiner ersten Vorstellung sein Schicksal als Rollstuhlfahrer. Als Mensch mit Handicap Witze über Behinderung zu machen, da ging so manches. „Sitzenbleiben in der Schule“ gehörte ebenso dazu wie die Aufschrift „läuft“ auf seiner Mütze. Das Publikum wusste seinen ausgeprägten Wortwitz jedenfalls zu würdigen.

Liebe zu Atomkraftwerk

Ob Kochrezepte oder die Liebe eines „Objektophilen“ zu einem Atomkraftwerk – Sven Bensmann war auch nach der Pause mehr Comedian als Moderator. Lässig und erfolgreich nahm er das Publikum durch seine Performance wiederholt mit. Ganz stark kam Bensmann mit einer Joe Cocker Parodie rüber.

Vom Sportstudio bis hinein in Umkleidekabinen trieb sich Lars Henk im zweiten Teil seines Auftritts „unter alten Männer, die dort abhängen“, herum. Zu seiner Bestform lief er dabei auf, als er die Fernsehwerbung für ein Müsli parodierte.

Christin Jugsch ließ danach ihr Haustier frech-frivol beim Sex zuschauen, verschenkte zur Freude der Eltern an Weihnachten eine Trommel an ihren zweijährigen Neffen und hinderte diesen auch nicht daran, sich einen Legostein in die Nase zu stopfen. Sipkar schießlich setzte bei seinem Abschlusseinsatz erneut den Schwerpunkt seiner Comedy auf einen durchaus humorvollen Umgang mit dem Thema Behinderung.

„Versprechen eingelöst“

„Versprechen eingelöst“ konnten die Veranstalter nach dem Abschluss der kleinen Comedy-Nacht festgehalten. In der Gesamtmenge sehr viele Lacher waren im Verlauf des Abends in der Alten Webschule zu vernehmen. Sicherlich ein gutes Gefühl für die Auftretenden, ebenso für die Zuhörer.