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Adventskalender-Serie BN öffnen Türen: Im Umspannwerk an der Maschstraße

Von Björn Dieckmann | 14.12.2015, 11:33 Uhr

„Die Bramscher Nachrichten öffnen Türen“ – unter diesem Motto stellen wir noch bis Heiligabend Orte und Räumlichkeiten aus Bramsche und Umgebung vor, die sonst nicht unbedingt zugänglich sind. An jedem Erscheinungstag einen, einem Adventskalender gleich. Heute ist das Umspannwerk an der Maschstraße an der Reihe.

Strom kommt aus der Steckdose – na klar. Aber da muss er ja erst einmal ankommen. Wie das geht, erklärt Wolfgang Olbrich. Er ist Leiter des Netzbezirks Bramsche der Firma Westnetz, die das Umspannwerk an der Maschstraße unterhält: „Den Weg von der Produktionsstätte zur heimischen Steckdose können Sie sich wie ein großes Straßensystem vorstellen. Hier im Umspannwerk wird Strom von 110000 Volt auf 10000 Volt gedrosselt, also von der Bundesstraße auf die Landstraße umgeleitet. Weiter geht es zur Transformatorenstation, wo wiederum auf 230 Volt umgewandelt wird. Das ist dann der Feldweg, der zu Ihrem Hausanschluss, also zu Ihrer Steckdose führt“, so Olbrich weiter.

Was noch vergleichsweise neu ist: „Wir haben Gegenverkehr bekommen“, bleibt Olbrichs Stellvertreter Andreas Hackmann im Bild, wenn er auf die Energiewende anspielt. „Es gibt immer mehr Produzenten, die ihren Strom auch in die Netze einspeisen“, klärt Hackmann auf. Oft werde dieser Strom aber zu Zeiten produziert, zu denen er gar nicht benötigt werde. „Unsere Aufgabe ist es, dies zu steuern, den Strom jeweils dahin zu bringen, wo er gebraucht wird, die Infrastruktur auszubauen, neue Speicherverfahren zu entwickeln, Ortsnetzstationen zu modernisieren – das alles ist eine große Herausforderung“, so Hackmann.

Um mit den neuen Herausforderungen Schritt zu halten, startete Westnetz, als Netzbetreiber ein Tochter-Unternehmen der RWE, bereits zu Beginn des Jahrtausends eine Qualifizierungs-Offensive. So bildete sich auch Hackmann zum „Netzmeister für Strom und Gas“ fort. Insgesamt arbeiten am Standort Bramsche 12 Mitarbeiter, sie kontrollieren von hier die Verteilnetze. Dazu kommen Kollegen im Außendienst – „unsere Feuerwehr“, sagt Leiter Wolfgang Olbrich. Denn sie rücken aus, wenn es zu Störungen kommt. „Wir haben immer einen Bereitschaftsdienst“, erklärt Olbrich. Trete eine Störung auf, „überprüfen wir zunächst, welche Leitungsstrecke betroffen ist und grenzen dann die konkrete Schadstelle immer mehr ein“, erläutert Andreas Hackmann. Zugleich werde, sofern erforderlich, eine Umleitung aufgebaut, um einen Stromausfall so kurz wie möglich zu halten. Die Störungszeiten seien allerdings sehr gering, betont Wolfgang Olbrich. „Das liegt daran, dass wir einen hohen Grad an Erdverkabelung haben, die Leitungen vor Witterungseinflüssen wie Sturm geschützt sind.“

Die meisten Schäden an den Stromleitungen würden bei Erdarbeiten durch Bagger verursacht. „Das kann sofort zu Problemen führen. Es kann aber auch sein, dass in der Ummantelung der Leitungen Risse entstehen, durch die Feuchtigkeit eindringt – dann kommt es erst sehr viel später zu Schwierigkeiten“.

An einen Fall mutwilliger Beschädigung kann Olbrich sich ebenfalls erinnern: „Da hat jemand eine Schneekette über den Zaun des Umspannwerks auf eine Leitung geworfen, und wir hatten an einem Feiertag Stromausfall.“ Derlei Vorkommnisse seien aber „zum Glück sehr sehr selten.“