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Abitur-Jahrgang 2016 78 Abiturienten am Bramscher Gymnasium verabschiedet

Von Holger Schulze, Holger Schulze | 17.06.2016, 14:50 Uhr

Nach zwölf Schuljahren haben 78 Abiturienten des Greselius-Gymnasiums Bramsche ihre Abschlusszeugnisse erhalten.

Nach der musikalischen Begrüßung durch die Big-Band sowie anschließend durch Schulleiterin Barbara Bolz machte Bürgermeister Heiner Pahlmann in seinem Grußwort darauf aufmerksam, dass mit dem Abitur alle Türen offen stehen. Theoretisch jedenfalls, denn die Hälfte der Studiengänge ist schließlich mit einem Numerus clausus versehen. Mit Blick auf die landesweit kritisierten Mathematikklausuren bemerkte Pahlmann „befremdliche Zahlen, auch im Vergleich von Niedersachsen zum bundesdeutschen Gesamtdurchschnitt“. „Machen wir es in Niedersachsen unseren Abiturienten zu schwer?“, lautete hierauf sein fragender Rückschluss, gefolgt von der Forderung nach mehr Chancengleichheit innerhalb der Bundesrepublik.

Träumen treu bleiben

Allerdings sei „jetzt nicht die Zeit für Kompromisse. Wartezeiten lassen sich auch anderweitig sinnvoll nutzen. Richtig und gut ist, wenn Sie mit vollem Herzen dabei sind. Bleiben Sie sich und Ihren Träumen treu.“ Auch seien zeitweiliges Scheitern und Enttäuschungen nicht lebensbestimmend, machte Pahlmann den Abiturienten Mut für ihre Zukunft.

Nach einem weiteren Grußwort von Kreisrat Winfried Wilkens setzten Superintendent Hans Hentschel und Pfarrer Tobias Kotte in ihrem Beitrag erst einmal gemeinsam ihre dienstlichen Kopfbedeckungen auf. Sinnbildlich „gut behütet“ wollten die Geistlichen die Abiturienten in ihrer Zukunft wissen. Welchen Hut man dann trägt, sei im Grunde völlig egal.

Für den „Verein der Freunde und Förderer des Greselius-Gymnasiums“ machte es Reinhard Paust kurz: „Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Abitur“ und „alles Gute, Glück, Zufriedenheit und aufrichtige Partner an der Seite“ wünschte er. So konzentriert können Grußworte sein.

Engagierte junge Menschen

Andrea Capelli für die Elternschaft setzte dem Vorurteil, die jetzige Abiturientengeneration würde nur noch vor dem Smartphone sitzen und Whatsapps tippen ihre differenzierteren Eindrücke entgegen. Sie habe höfliche, offene und ehrenamtlich engagierte Menschen mit einem guten Allgemeinwissen kennengelernt. Man muss nicht alles wissen oder können, sondern ein Problem erkennen und lösen, hierauf käme es an, vertrat Capelli. „Hierfür seid Ihr gut gerüstet. Geht verantwortungsvoll und achtsam mit Euren Gaben um, denn Ihr seid die Zukunft unseres Landes. Auf Euch kommt es an. Bleibt Euch treu, nutzt das Potenzial, schwimmt auch mal gegen den Strom und bedenkt, was Euer Handeln für Auswirkungen auf Eure Umwelt hat“, schloss die Elternvertreterin.

Vielfalt und Veränderungen

Lina Kruse, Leon Aleithe und Daniel Bücker hatten den Redebeitrag für den Entlassjahrgang übernommen. Mit ein wenig Ironie bezüglich der erworbenen Fähigkeiten blickten sie auf die teilweise nicht allzu alltäglich anwendbaren Lerninhalte, heruntergebrochen auf das Verfassen einer Abirede, zurück. Veränderungen, Handyverbot, Freundschaften zu der Realschule, Klassenfahrtboykott, Veränderungen als Weg, etwas Neues auszuprobieren und zu verbessern, und nicht zuletzt Vielfalt, dies waren Stichworte innerhalb der Schülerrede.

Schließlich beendete Schulleiterin Bolz den Wortteil des Abends mit Betrachtungen der aktuellen Jugendgeneration anhand von zwei Studien und einem erziehungswissenschaftlichen Exkurs. Auch die Darstellung der Aufgaben einer Schule als Vermittler von „Fremderfahrungen und Weltverständnismodellen“ zählte zu Bolz‘ Beitrag.

Leistungsfähiger Jahrgang

Mit der Zeugnisübergabe und etlichen Ehrungen durch den Förderverein für herausragende schulische, soziale und sportliche Leistungen ging schließlich die Abschlussfeier in einen Sektempfang über. Ein Gesamtdurchschnitt von 2,60 und 17 Prozent der Hochschulreifezeugnisse mit einer Eins vor dem Komma belegten die Leistungsfähigkeit dieses Jahrgangs.