Kenianische Lehrerin zu Gast Bramscher Handballmädchen spenden für Nyendo-Projekt


Bramsche. Die Waldorfschule Evinghausen engagiert sich im Rahmen des Nyendo-Netzwerkes für Schulen in den Slums der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Auch mehrere Jugend-Handballmannschaften des TuS Bramsche spendeten inzwischen für das Projekt.

Veronicah Nduku, Leiterin einer der beteiligten kenianischen Schulen, war im Dezember 2017 in Evinghausen zu Gast, um über ihre Arbeit vor Ort zu informieren. „Es gab viele sehr bewegende und konkrete Einzelheiten, die bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterlassen haben“, schreibt dazu der Projektleiter an der Waldorfschule, Alexander Piecha, der sich bei einem Besuch in Kenia über die Arbeit von Nyendo informiert hatte. Nduku habe aus erster Hand darüber berichtet,

„wie das Leben anderswo auf der Welt aussehen kann, dass beispielsweise eine Freundin, Kollegin und Mutter dreier Kinder sterben muss, weil 1700 Euro fehlen, um die lebensrettende Operation im Krankenhaus zu bezahlen.“ Das stimme ebenso nachdenklich wie die Tatsache, „dass HIV-positive Schüler sterben, weil ihre Eltern nicht wissen, wie sie an die kostenlosen Medikamente kommen und wie diese eingenommen werden müssen oder dass es an einer Schule für über 400 Schüler kein Trinkwasser gibt,“ heißt es im Wochenblatt der Waldorfschule weiter.

Piecha weiter: „Als Gastgeber stimmt mich zudem sehr nachdenklich, zu sehen, wie das Leben, unser materieller Reichtum und die Verschwendung hier in unserem Land auf einen Menschen wirken, der jeden Tag zusehen muss, woher das Wasser und die Nahrung für ihn selbst, seine eigenen und seine Pflegekinder kommen mag, der tagsüber seine Schüler umsorgt und abends und nachts noch arbeitet, um Geld zu verdienen.“

Im Anschluss an den Vortrag trafen die Waldorfschüler mit Veronicah Nduku zusammen. Wiederholt fragten die Oberstufenschüler die kenianische Lehrerin, woher sie eigentlich überhaupt die Kraft und innere Stärke für ihre Arbeit nehme. Die Anzahl derer, die sich längerfristig engagieren wollen, ist von 24 auf über 30 gestiegen. Die Jugendlichen trafen inzwischen mit Irmgard Wutte, der Nyendo-Gründerin, zusammen. Es gibt bereits einige Geschäftsideen für mehrere Schülerfirmen, sodass die Gruppe sich wahrscheinlich aufteilen wird. Elf Schüler aus den 11. Klassen wollen gerne ihr Sozialpraktikum (voraussichtlich im Mai 2019) in Kenia machen. Und über 20 Schüler aus den Klassen 10 und 11 prüfen, ob sie Anfang Februar an der Klausurtagung am Chiemsee teilnehmen können.

Die Berichterstattung über das Nyendo-Projekt regte inzwischen auch die Spielerinnen und Spieler der weiblichen E- und D-Jugend und der männlichen C-Jugend der Handballabteilung des TuS Bramsche an, für das Netzwerk zu sammeln. Lotta Mühlmeier (11), Elisa-Marie Burghard (9) und Karin Hagedorn, Leiterin der Mädchenmannschaften übergaben die Spende in Höhe von 150 Euro inzwischen an Alexander Piecha.


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