Bericht im Fachausschuss Geld sparen kostet Zeit bei Feuerwehrneubau in Engter

Von Heiner Beinke


Bramsche. Geld sparen, auch wenn es Zeit kostet: Für diese Haltung der Stadtverwaltung Bramsche beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Engter gab es im Fachausschuss Lob und Zustimmung.

Ausschreibungen aufgehoben

Christian Müller als städtischer Hochbauexperte hatte im Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung am Montagabend einen ausführlichen Zwischenbericht zum Stand der Bauarbeiten beim Neubau an der Vördener Straße gegeben. Der Einzugstermin sei noch einmal verlegt worden. Nicht Ende dieses Jahres, sondern erst Mitte Februar werde der 1,7 Millionen Euro teure Neubau bezugsfertig sein. Hauptgrund dafür sei die Entscheidung, drei Ausschreibungen aufzuheben, weil sie zunächst „keine wirtschaftlichen Ergebnisse“ gezeitigt hätten.

Der ursprüngliche Plan sei deshalb in drei Teilen etwas abgewandelt worden. Dies habe zu einer Einsparung von rund 100 000 Euro geführt, berichtete Müller. Zum einen sei beim Fußboden auf eine konventionelle Lösung umgeplant worden. Zweitens seien die meisten Aluminium-Fenster durch billigere Kunststofffenster ersetzt worden. Drittens habe es eine Materialänderung bei der Fassade gegeben.

„Ich finde es toll, dass Sie umgeschwenkt sind“, sagte Marius Thye als Ratsmitglied der Grünen. „Das kennt man auch anders, wenn die öffentliche Hand plant“, betonte er. Auch die anderen Ausschussmitglieder signalisierten Zustimmung.

Sparsame Heizung

Beim Sparen dürfte nach Angaben von Chistian Müller auch die Heizung helfen. Was auf den ersten Blick auf die Gebäudefront als „So da-Wand“ erscheine, sei in Wirklichkeit der Heizungsraum mit drei Wärmepumpen. Dieses System sei zwar in der Anschaffung etwas teurer als eine herkömmliche Gasheizung, dafür sei der Verbrauch aber deutlich niedriger. „So etwas rechnet sich in relativ kurzer Zeit“, meinte Müller, der von fünf bis zehn Jahren Amortisationszeit ausgeht.

Mit einem Bildervortrag hatte Müller den Baufortschritt im Gebäude gezeigt, in dem in diesen Tagen der Estrich verlegt wird. „Relativ spektakulär“ sehe derzeit die Einsatzzentrale aus, in der jede menge Kabel für die neueste Technik zusammenkämen. Jedes einzelne Kabel sei aber sorgfältig beschriftet, ist der Architekt sicher, dass sich das Wirrwarr auflösen werde.

Variable Wände

Nach jetzigen Stand ist der Sanitärtrakt inklusive Spinde und Garderoben für 50 Feuerwehrmänner und elf Feuerwehrfrauen ausgelegt. Dank variabler Trennwände könne dies aber jederzeit dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden.

Eigentlich habe er den Baufortschritt den Ausschussmitgliedern an Ort und Stelle zeigen wollen, sagte Müller. Doch das sei „vom Zeitpunkt her kritisch“, meinte er mit Blick auf die Estricharbeiten. Auf alle Fälle dürfte der Architekt den Ausschussmitgliedern dreckige Hosen und Schuhe erspart haben: Das Gelände sei derzeit „sehr nass“, meinte Müller. Von daher sei es ein Vorteil, dass noch einmal 40 Zentimeter im Außenbereich aufgeschüttet werden müssten.

So sieht das Gebäude von der Südseite aus.