Konzert der Kreismusikschule „Orginal und Fälschung“ in der Bramscher Kornmühle

Von Irina Döitzsch-Kaufmann

Die Mitwirkenden beim Konzert der Kreismusikschule in der Kornmühle. Foto: Irina Dölitzsch-KaufmannDie Mitwirkenden beim Konzert der Kreismusikschule in der Kornmühle. Foto: Irina Dölitzsch-Kaufmann

idk Bramsche. Zu einem kurzweiligen Programm unter dem vielsagenden Titel „Original und Fälschung“ hatte die Kreismusikschule Osnabrück am Sonntag, 12. November 2017, ins Tuchmachermuseum geladen.

Allerdings waren Fälschungen vielmehr Bearbeitungen eigener oder fremder Werke. Diese können für ein oder mehrere andere Instrumente sein oder auch für Gesang. Komponisten bedienten sich gern bei sich und Kollegen, wenn beispielsweise die erforderliche instrumentale Besetzung nicht zur Verfügung stand.

Das Saxophon erfreut sich heute großer Beliebtheit, kann aber keine originale Barockmusik spielen, da es erst Mitte des 19. Jahrhundert entwickelt wurde. Gut, wenn man dann auf eine Bearbeitung von Bachs „Air“ aus der Orchestersuite Nr. 3 zurückgreifen kann. Mit angenehm warmem und getragenem Klang präsentierte ein Saxophonquartett bestehend aus Vanessa Hanke, Carlotta Hohaus und Stefanie Ullrich mit Lehrerin Claudia Hellwig das bekannte Werk. Gleich noch einmal stand Carlotta auf der Bühne, diesmal als Pianistin mit Bachs Präludium C-Dur, das ihr sehr zart gelang. Mit der bekannten Bearbeitung „Ave Maria“ von Charles Gounod für Klavier und Solo-Sopran überzeugte Nicole Krüger als Sängerin, die eine beindruckende Höhe zeigte. Um wie viel schöner wohl ihr Klang noch wäre, wenn sie die Töne nicht nur durch einen minimal geöffneten Mund fließen ließe? Eine dezentere Klavierbegleitung wäre für die Sängerin hilfreich gewesen.

Sehr musikalisch spielten Louis Große Starmann Bachs Cellosuite Nr. 1 und Emanuel Bei der Kellen eine Bearbeitung des Werkes für Gitarre aus dem 20. Jahrhundert.

Auch für Fabian Wittich, der am Marimbaphon eine beeindruckende und ausdrucksvolle Leistung zeigte, lieferte eine Cellosuite von Bach (gespielt von Louis) die Vorlage.

„Für Elise“ für vier Hände

Ludwig van Beethovens berühmtes Rondo „Für Elise“ durfte nicht fehlen (Klavier: Carolin Obermeyer). Dabei ist es immer heikel, ein Stück zu interpretieren, das jeder kennt und an das jeder eine Hörerwartung knüpft. In der vierhändigen Bearbeitung „Ein Spanier für Elise“ lassen die jungen Pianistinnen (Clarissa Burchert und Viviane Sperling) gekonnt einen Stierkampf erkennen.

Der pompöse und gelegentlich überladen wirkende „Jägerchor“ aus Carl Maria von Webers Freischütz klang in der Transkription für die Gitarrencamerata Ostercappeln (Simon Borgmeier, Jona Gutknecht, Ole Horstmann, Lehrer Thomas Hitzemann) angenehm schlicht und eher nach Mitsommernacht, was dem Stück sehr gut tut.

Naheliegend war die Transkription von Claude Debussys „Le petit nègre“ in ein Saxophonquartett, da bereits das Original jazzige Elemente enthält. Manuel Stertenbrink präsentiert das Klavier-Original angemessen leicht, locker und pfiffig.

Beim nächsten „Pärchen“, so Claudia Hellwig in ihrer Moderation, sei die Bearbeitung bekannter als das Original. Muzio Clementis Rondo aus der Sonatine op. 36 diente als Vorlage für „A groovy kind of love“. Man sollte allerdings nicht Generationen von Klavierschülern vergessen, die sicher alle diese Sonatine spielten, so auch Amelie Hagemeyer, die das Rondo im „Clemtischen Geist“ darbot.

Pia Seelhöfer (Gesang) und Peter Stückemann (E-Piano) boten das Stück in angenehmem Ton dar. Für die Sängerin wäre es eine Terz höher sicher einfacher gewesen.

Mit einem „Quer durch sämtliche Epochen und Musikstile“ beendete das Saxophonquartett den vergnüglichen Vormittag.