Wohin mit der Leiche? Alles „Außer Kontrolle“ bei Laut und Laise in Engter

Von Judith Perez

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Minister (li) und Sekretär tanzen mit der Leiche, damit der Kellner nichts merkt. Fotos: Judith PerezMinister (li) und Sekretär tanzen mit der Leiche, damit der Kellner nichts merkt. Fotos: Judith Perez

jup Engter. Das Stück des Jahres 2017 der Laienspielgruppe „Laut und Laise“ hatte einiges zu bieten. Ein Minister, der sich im glitzernden Morgenmantel auf ein Schäferstündchen mit Jenny freute, eine tanzende Leiche und als Running Gag, ein Fenster, das immer wieder mit einem lauten Knall herunterfuhr und alle aufschrecken ließ.

Völlig „Außer Kontrolle“, wie auch das Stück heißt, geraten ist das Leben von Minister Richard von der Hase. Gerade freut er sich noch auf ein Schäferstündchen im Hotelzimmer 648 mit der Sekretärin der Opposition, entdecken die beiden eine Leiche im Zimmer, besser gesagt, eingeklemmt im Fenster. In seiner Not ruft der Minister seinen Sekretär Jens Lampe an und bittet ihn, sofort ins Hotel zu kommen. Dieser ist völlig überfordert mit der Situation, zunächst die Sekretärin der Opposition im Negligé vor sich zu sehen, dann die Leiche verschwinden zu lassen. Die Leiche wird zunächst im Schrank versteckt, dann auf dem Sofa drapiert. Den toten Mann vor dem Hotelmanager, dem geldgierigen Kellner und einem Zimmermädchen zu verheimlichen, wird zur echten Herausforderung. Schließlich erscheint noch der Jennys Ehemann auf der Bildfläche und alles wird noch komplizierter.

Viel Text und beeindruckende Mimik

Bei der Premiere von „Außer Kontrolle“ war ein geschäftiges Treiben auf der Bühne im Saal Bei der Becke zu beobachten. Hauptfigur Richard von der Hase, gespielt von Guido große Sextro hatte dabei den Löwenanteil zu bewältigen. In seiner Rolle als Minister, Geliebter und Manager der vertrackten Situation im Hotel und als Schauspieler sowieso. Hinter der Kulisse kurz vor dem Auftritt erklärte er „es ist nicht nur sehr viel Text dieses Mal, sondern ich habe unheimlich viel zu tun. Muss hin und herlaufen, tanzen, verführen, telefonieren, zum Schrank und wieder zum Fenster rennen. Brillant meisterte er seine Aufgabe. Gekonnt und textsicher überzeugte er in seiner Rolle und sorgte für viele Lacher. Als er zum Beispiel vergaß, seinen glitzernden Morgenmantel unter seinem Sakko auszuziehen oder als er zusammen mit seinem Sekretär Jens und der Leiche ein Tänzchen aufführte. Ebenfalls „Hut ab“ vor Denis Fürst, der die Rolle des Jens Lampe übernahm. Tolle Mimik und Körpersprache sowie beeindruckende körperliche Manöver, den leblosen Körper der Leiche, gespielt von Hartmut Möller, zu manövrieren. Lisa Hinrichs überzeugte als Jenny in einem sexy Negligé. Ganz ohne Schüchternheit und tänzelte sie durchs Zimmer, rekelte sich im Sessel, wenn sie nicht gerade im Schlafzimmer verschwinden musste.

Die Komödie von Ray Cooney war wieder eine gute Auswahl der Laienspielgruppe. „Ein wunderschönes Stück“, urteilten Roswitha und Wolfgang Fender aus Ostercappeln. Viele Lacher und konzentrierte Zuschauer im gut gefüllten Saal Bei der Becke bestätigten dies. Weitere Aufführungen gibt es von Mittwoch bis Samstag, 15. bis 18. November 2017 jeweils um 19.30 Uhr im Universum.

Das Publikum im vollbesetzten Saal Bei der Becke hatte seinen Spaß.


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