Bis zum 23. November Ausstellung über Roma auf dem Balkan im Bramscher Rathaus

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Sehr gut besucht war die Eröffnung der Fotoausstellung über Roma auf dem Balkan im Bramscher Rathaus. Foto: Amal e.V.Sehr gut besucht war die Eröffnung der Fotoausstellung über Roma auf dem Balkan im Bramscher Rathaus. Foto: Amal e.V.

Bramsche. Der Bramscher Verein „Amal – Christliche Flüchtlingshilfe“ hat am Freitag, 3. November 2017, um 18 Uhr im Bramscher Rathaus im Rahmen eines Vortrags seine Projektarbeit auf dem westlichen Balkan vorgestellt. Gegen 19:30 Uhr wurde dann eine Fotoausstellung im Foyer des Rathauses eröffnet.

Etwa 60 Gäste waren in den Ratssaal gekommen, um dem sehr anschaulichen Vortrag von Heike Harms, der Vorsitzenden von Amal e.V., zu folgen. Harms informierte zunächst über die ursprüngliche Herkunft und die heutigen Bevölkerungsanteile der Roma in den Staaten Europas.

Bedrückend wurde es, als Harms veranschaulichte, mit welchen Vorurteilen die Roma noch heute belegt sind: Das Amal-Team hatte per WhatsApp im Bramscher Raum eine Umfrage gestartet und so Aussagen gesammelt, welches Verhalten und welche Charakteristika den Roma zugeschrieben werden. Von „hinterhältig und diebisch“ bis „genetisch minderwertig“ reichte die unsägliche Palette der Verunglimpfungen.

Auch, um mit derartigen Vorurteilen aufzuräumen, hatte Heike Harms den Vortrag konzipiert und die Fotoausstellung initiiert. Beide Programmpunkte des Abends wurden von der gerade erst gegründeten Amal-Band musikalisch begleitet.

Die Fotos, die noch bis einschließlich 23. November im Foyer des Rathauses ausgestellt sind, zeigen Menschen aus den Nachbarschaften, den „Machalas“ der Roma, in denen der Verein seine Hilfe zur Selbsthilfe leistet. Harms hat sie im Sommer dieses Jahres aufgenommen und wusste zu jeder der gezeigten Personen die individuelle Geschichte der Menschen zu erzählen.

Sie habe grundsätzlich nur wertschätzende Fotos der Frauen, Männer und Kinder gemacht – mit der ausdrücklichen Erlaubnis der gezeigten Personen. Viele der Porträts zeigen Menschen, die von einem der Selbsthilfeprojekte des Amal-Vereins profitieren. Mit individuellen Patenschaften und einem Hühnerprojekt zur Existenzgründung engagiert sich der Verein in Südost-Europa.

Heike Harms appellierte in ihren einleitenden Worten vor der Ausstellungseröffnung an die Gäste: „Lassen Sie dieses Volk auf sich wirken und geben Sie Roma die Chance, als Individuen wahrgenommen zu werden.“ Bürgermeister Heiner Pahlmann nutzte sein Grußwort, um dem Verein Amal nicht nur für die Ausstellung, sondern auch für dessen wertvolle Arbeit in Bramsche zu danken: „Sie sind ein unverzichtbarer Partner im Netzwerk LAB und bieten mit all Ihrer Erfahrung eine wertvolle Hilfestellung auch für andere Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit.“

Pahlmann betonte zudem, dass es schön und richtig sei, das Rathaus für solche Anliegen wie die Ausstellung und den Vortrag von Amal zu öffnen. Es sei wichtig, Austauschmöglichkeiten zu bieten: „Mir gefällt es sehr gut, dass wir diesen exponierten Teil des Rathauses in jüngster Vergangenheit vermehrt für Ausstellungen nutzen und damit den Zugang zu Kunst, Fotokunst, Information und Kultur „im Vorbeigehen“ ermöglichen.“


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