Neuer Vertrag von Land, Uni und Museum Varus-Forschung in Kalkriese mindestens bis 2029 gesichert


Kalkriese. Die Unterschriften sind gesetzt. Die archäologischen Forschungen auf dem Gelände der Varussschlacht können in den kommenden Jahren weitergehen.

Der Kooperationsvertrag zwischen dem Land Niedersachsen, der Universität Osnabrück und dem Museum und Park Kalkriese ist um stattliche zwölf Jahre verlängert worden. Der neue Kontrakt bietet zudem die Möglichkeit einer weiteren sechsjährigen Zusammenarbeit über das Jahr 2029 hinaus, teilten die drei Vertragsparteien während eines Pressegespräches mit.

Ministeriumssprecherin Dr. Schwandner: „Auf höchstem Niveau“

Römer gegen Germanen? Arminius gegen Varus? Wie groß war das Schlacht-Areal im Jahre 9 nach Christus wirklich? „Die Weiterführung der archäologischen Forschungen in Kalkriese auf höchstem Niveau ist mit diesem Vertrag ebenso für die Zukunft gesichert wie die erfolgreiche Zusammenarbeit aller Beteiligten“, stellte Abteilungsleiterin Dr. Annette Schwandner als Vertreterin des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur fest.

Der Vertrag stellt sicher, dass hier am Ort und vor Ort weiterhin geforscht werden kann. Das Vertragswerk regelt weiterhin, dass die Funde in Kalkriese verbleiben. So ist sichergestellt, dass wir die Funde ausstellen können“, fügte Dr. Joseph Rottmann als Varusschlacht-Geschäftsführer hinzu: „Und es ist ein Glücksfall, dass Vertragsverlängerung und aktuelle, spannende Grabungsfunde und Grabungsbefunde zeitlich zusammenfallen.“

Aus der Kasse des Landes Niedersachsen fließen somit künftig allein 127000 Euro jährlich für die Forschungsarbeit nach Kalkriese. Diese Summe wird ergänzt durch die Uni Osnabrück (etwa 50000 Euro pro Jahr), kommunale Gelder des Landkreises Osnabrück für die wissenschaftliche Forschung (zuletzt 133000 Euro jährlich) und sogenannte Drittmittel, die es für die Varusschlacht-Verantwortlichen um Rottmann immer wieder bei Gönnern und Förderern einzuwerben gilt.

Kalkriese ist nicht nur ein spannendes wissenschaftliches Projekt, es ist auch ein hervorragendes Beispiel, wie durch die bewährte Kooperation zwischen dem Land, dem Landkreis, dem Museum und Park Kalkriese sowie der Universität Osnabrück etwas geschaffen wurde, das über unsere Region weit hinaus strahlt“, befand unterdessen der Präsident der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Wolfgang Lücke. Auch seine Unterschrift ziert den Kontrakt.

Landrat: „Viele neue Fragen und viele neue Erkenntnisse“

Im Jahre 1998 war das erste Vertragswerk zwischen der Uni, dem Land und dem Museum und Park Kalkriese besiegelt worden. „Die heutige Verlängerung passt gut in die Zeit“, bekräftigte Landrat Dr. Michael Lübbersmann. Denn das Grabungsfeld stelle sich „in Teilen neu dar“, es gebe „viele neue Fragen und viele neue Erkenntnisse“, so der oberste Landkreis-Vertreter.


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