Angebot an Geflüchtete Exil-Verein berät in Bramsche zu Familiennachzug

Von Björn Dieckmann

Im städtischen Gebäude am Heinrich-Beerbom-Platz 2 berät Anna-Maria Anders geflüchtete Menschen zum Thema Familiennachzug. Als Arabisch-Dolmetscher kann dabei Ouday Abou Hamed fungieren. Foto: Sara HöwelerIm städtischen Gebäude am Heinrich-Beerbom-Platz 2 berät Anna-Maria Anders geflüchtete Menschen zum Thema Familiennachzug. Als Arabisch-Dolmetscher kann dabei Ouday Abou Hamed fungieren. Foto: Sara Höweler

Bramsche. Der Osnabrücker Exil-Verein bietet in Bramsche ab sofort Beratung zum Familiennachzug für Flüchtlinge an.

„Wir bieten in unserem Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge bereits seit rund drei Jahren Beratung zum Familiennachzug an“, erklärt Sara Höweler, Geschäftsführerin des Exil-Vereins. Die Nachfrage sei groß, sagt sie: Von Januar bis September 2017 seien bereits 685 Gespräche geführt worden. Dabei hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins festgestellt, „dass der Anteil an Menschen, die aus dem Landkreis zu uns in die Beratung kommen, mit rund 20 Prozent durchaus erheblich ist“.

Daraus sei der Wunsch entstanden, diesen Ratsuchenden im wahrsten Sinne entgegenzukommen. Deshalb werde die Beratung nun auf verschiedene Orte im Landkreis Osnabrück ausgeweitet, darunter auch Bramsche: Hier bietet Exil-Mitarbeiterin Anna-Maria Anders jeden Dienstag von 11 bis 13 Uhr Sprechstunden im „Parteienhaus“ am Heinrich-Beerbom-Platz 2 im Erdgeschoss Zimmer E.04 an.

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Ein langer Weg

Nach Anders‘ Worten ist es ein langer Weg, bis geflüchtete Menschen ihre Familien nach Deutschland nachholen können. „Das kann anderthalb bis zwei Jahre dauern, manchmal auch länger“, sagt sie. Das Verfahren sei aufwendig, das Beschaffen von Dokumenten langwierig. „Dementsprechend intensiv müssen wir das auch begleiten, es sind meist sehr viele Gespräche mit den Geflüchteten erforderlich“, so Andres weiter. Sie rate deshalb dazu, sich möglichst rasch nach Stellen des Asylantrags auch um den Familiennachzug zu kümmern – auch um die Zeit des Alleinseins möglichst so kurz zu halten. „Es lässt ja niemand freiwillig die Familie zurück. Die Flucht ist meist teuer und oft auch gefährlich, das sind die Gründe, weshalb sich Menschen alleine auf diesen Weg machen und hoffen, die Angehörigen später sicher zu sich holen zu können“, erläutert Anders weiter.

Sie ist eine von vier Mitarbeitern, die die Beratung für den Exil-Verein in Bramsche, Bersenbrück, Quakenbrück, Bad Laer und Melle anbieten. „Der Landkreis Osnabrück fördert uns mit 80.000 Euro für ein Jahr, dadurch ist uns das möglich“, sagt Exil-Geschäftsführerin Sara Höweler. Denn die Beratung umfasse ein Ausmaß, „das ehrenamtlich nicht zu leisten ist“.

Die Sprechstunden sind in verschiedenen Sprachen möglich: Deutsch, englisch, französisch und spanisch spricht Anna-Maria Anders selbst. Für Geflüchtete aus dem arabischen Raum kann Ouday Abou Hamed übersetzen. Zudem hat der Exil-Verein einen Pool weiterer Übersetzer.

Kontakt: Tel. 0541/7602448, E-Mail: kontakt@exilverein.de; Internet: www.exilverein.de (mehrsprachig).