Pläne für Sanierungsgebiet Wettbewerb zur Gestaltung des Bramscher Bahnhofsumfelds

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Rund 25 Hektar umfasst das Sanierungsgebiet Bahnhofsumfeld. Der größte Teil davon ist Brachfläche, die nun neu gestaltet werden soll. Archiv-Foto: Björn DieckmannRund 25 Hektar umfasst das Sanierungsgebiet Bahnhofsumfeld. Der größte Teil davon ist Brachfläche, die nun neu gestaltet werden soll. Archiv-Foto: Björn Dieckmann

Bramsche. „Grünes Licht“ gegeben hat der Bramscher Stadtrats-Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt für einen städtebaulichen Realisierungswettbewerb zur künftigen Gestaltung des Bahnhofsumfelds.

Die Bedingungen und die Ziele des Wettbewerbs stellte zunächst Klaus von Ohlen vom Sanierungsträger Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) erarbeiteten Konzept vor. Demnach gehe es darum, einen Vorentwurf eines städtebaulichen Konzeptes zur künftigen Gestaltung des Bahnhofsumfelds zu erhalten. „Es ist ein Erstaufschlag für dieses Gebiet, noch nichts wird dadurch abschließend geregelt“, betonte von Ohlen. An dem Wettbewerb teilnehmen sollen in einem halb-offenen Verfahren bis zu 20 Fachbüros. Sechs hätten bereits auf Anfrage der Stadt Bramsche ihre Teilnahme zugesagt, sie kommen nach von Ohlens Angaben aus Berlin, Stuttgart, Groningen, Münster und Wallenhorst. Weitere vier Büros hätten sich bereits beworben, weitere sollen folgen. 

Der Wettbewerb solle bereits in der kommenden Woche starten, die Teilnehmer müssten dann ihre Beiträge bis 15. Dezember 2017 einreichen und bis 15. Januar 2018 Modelle. Anfang Februar wird die Jury tagen, bestehend aus Fachpreisrichtern – überwiegend Architekten – und aus Sachpreisrichtern, dazu zählen die Fraktionsvorsitzenden der Stadtratsparteien. Nach der Preisgerichtssitzung werden die eingereichten Arbeiten öffentlich ausgestellt.

Diskussion um Museumsfläche

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt war mit den für den Wettbewerb erstellten Unterlagen weitgehend einverstanden. Die CDU-Fraktion beantragte allerdings durch Andreas Quebbemann, mehr Flächen für Parkplätze vorzuschreiben – was letzten Endes mehrheitlich abgelehnt wurde. Ausgiebiger diskutiert wurde allerdings die in den Wettbewerbsbedingungen enthaltene Festlegung, dass im Bahnhofsumfeld keine Flächen für ein mögliches Museum der Stiftung Thorsten Thomas vorgesehen sein sollten.

Hierzu sagte ebenfalls Andreas Quebbemann, es solle in dieser Sache „keine Denkverbote“ geben. Dem schlossen sich Oliver Neils (SPD) und Bernhard Rohe (Linke) an. Neils ergänzte, es solle aber auch nicht festgeschrieben werden, dass eben doch eine Fläche für das von der Stiftung angestrebte Museum geplant werden solle. Rohe meinte, es dürfe keine Fläche gratis für das Museum zur Verfügung gestellt werden. Für die FDP sprach sich Anette Staas-Niemeyer dafür aus, die Wettbewerbsvorgaben so zu belassen, wie sie bislang formuliert wurden. „Wir würden sonst Erwartungen wecken, die wir gegebenenfalls nicht erfüllen können“, warnte sie.

Wolfgang Tangemann von der Bauverwaltung der Stadt warf ein, es sei „aus stadtplanerischer Sicht fahrlässig, eine Museumsfläche vorzusehen, wo uns bislang jegliche Details zu fehlen“. Es sei noch überhaupt nicht klar, wie groß das Museum werden solle, wie viele Besucher es anziehen solle, wie viele Parkplätze es brauche. Ausschuss-Vorsitzender Ralf Bergander erinnerte daran, dass es bereits einen politischen Beschluss gebe, keine Museumsfläche zur Verfügung zu stellen.

Der Ausschuss entschied danach zunächst mehrheitlich, die Wettbewerbsbedingungen so zu belassen, dass nicht eine mögliche Museums-Fläche einbezogen wird. Das Wettbewerbskonzept in Gänze wurde sodann einstimmig beschlossen. Barbara Pöppe (Die Grünen) hatte zuvor noch ihrer Sorge Ausdruck verliehen, dass ein Teil des Biotops im Bahnhofsumfeld künftig überbaut werden könnte, da dieser nicht mehr nach Naturschutzgesetz geschützt sei.

Anwohner des Sanierungsgebiets kritisierten, dass laut den Unterlagen eine dreigeschossige Bebauung des Bahnhofsumfelds zugelassen werde. Bislang sei stets nur von einer maximal zweigeschossigen Bauweise die Rede gewesen. Auch waren sie enttäuscht, dass Bürger nicht zumindest in beratender Funktion dem Preisgericht angehören. Bei ihren mehrmaligen Nachfragen, ob eine Trinkwasserleitung der Stadtwerke Osnabrück durch das Sanierungsgebiet zu Problemen bei der Bebauung führen könne, fühlten sie sich nicht ernstgenommen, wie auch in den Reaktionen nach der Sitzung deutlich wurde.


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