Planung für Industriegebiet Bramsche: Wenig Interesse an Info-Abend zum „Eiker Esch“

Von Björn Dieckmann

Von der Varusstraße aus soll es keine Zufahrt in das künftige Industrie- und Gewerbegebiet „Eiker Esch“ in Schleptrup geben. Das wurde bei der Info-Veranstaltung nochmals betont. Archiv-Foto: Heiner BeinkeVon der Varusstraße aus soll es keine Zufahrt in das künftige Industrie- und Gewerbegebiet „Eiker Esch“ in Schleptrup geben. Das wurde bei der Info-Veranstaltung nochmals betont. Archiv-Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Mit der Erweiterung des Industriegebiets in Schleptrup scheinen sich die Anwohner abgefunden zu haben. Bei einer Informationsveranstaltung der Stadt Bramsche zu den aktuellen Planungen kamen jedenfalls nur wenig Bürger.

Zwar waren zu dem Info-Abend, der der „frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit“ im Rahmen der Bauleitplanung diente, rund zwei Dutzend Besucher in das Bramscher Rathaus gekommen. Die allermeisten davon waren allerdings aktive Kommunalpolitiker.

Stand der Planungen

Den derzeitigen Stand der Planungen stellte Ines Liebsch, Mitarbeiterin der Bauverwaltung, vor. Sie erklärte zunächst, dass die Stadt Bramsche die Ausweisung der Flächen am „Eiker Esch“ für erforderlich halte angesichts des anhaltenden Bedarfs. Auch biete der Standort sehr gute Voraussetzungen. Vorgesehen sei, auf den bisherigen landwirtschaftlichen Flächen ein Gebiet in einer Größe von insgesamt rund 17,4 Hektar auszuweisen, das auf etwas mehr als zehn Hektar bebaut werden könne.

Der nördliche Teil des Areals soll demnach als Industriegebiet ausgewiesen werden. Dieser Abschnitt sei am weitesten entfernt von der Wohnbebauung. Dort könnten sich auch Firmen ansiedeln, die eine Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz bedürfen. Nicht aber Betriebe, die unter die Störfallverordnung fallen. „Das ist hier genauso ausgeschlossen wie im benachbarten und bereits bestehenden Gebiet“, so Liebsch. Der südliche Abschnitt solle dann ein Gewerbegebiet werden. Die Zufahrt erfolge durch das bereits bestehende Gebiet, in dem sich Amazone ansiedeln wird.

Schutz der Wohnbebauung

Liebsch betonte, der Schutz der umliegenden Wohnbebauung sei „oberstes Planungsziel“. Darauf ausgerichtet würden Schallschutzmaßnahmen umgesetzt. Es sei zudem vorgesehen, das Industrie- und Gewerbegebiet durch Bepflanzungen „einzugrünen“. Dadurch entstehe eine „optische Abschottung“, außerdem könne dadurch ein Teil des erforderlichen Ausgleichs für die Versiegelung der Flächen erreicht werden.

Die zulässige Bauhöhe werde 12 Meter im Gewerbe- und 18 Meter im Industriegebiet betragen, erklärte Liebsch auf Nachfrage des Schleptrupers Stefan Stiene, der sich bereits bei den Gesprächen zur Ausweisung des ersten Gewerbe- und Industriegebiets an der Autobahn engagiert hatte. Liebsch erklärte, die Bauhöhen entsprächen im „Eiker Esch“ denen im ersten Gebiet. Wie hoch die Bepflanzung werde, stehe noch nicht fest.

Auswirkungen auf die Gartenstadt?

Ein weiterer Bürger sorgte sich um mögliche Lärmbelastungen für die Gartenstadt. Der Leitende Baudirektor der Stadt Bramsche, Hartmut Greife, erklärte dazu, die möglichen zulässigen Höchstwerte an Lärmimmissionen würden stets auf die nächstliegende Wohnbebauung bezogen. Für die Gartenstadt seien auch im Bereich Nahestraße keine gravierenden Auswirkungen zu erwarten. Zu den notwendigen Ausgleichsmaßnahmen ergänzte Greife auf Nachfrage desselben Bürgers, diese sollten hauptsächlich durch das städtische Wegerandstreifenprogramm abgegolten werden. In Frage kämen dabei Flächen in Engter oder Kalkriese. Hier drängte Schleptrups Ortsbürgermeister Karl-Georg Görtemöller allerdings darauf, dass man sich die Kompensation direkt vor Ort wünsche „und nicht in Kalkriese oder womöglich Achmer oder ähnlich weit weg“.

Die Entwurfsunterlagen für das Industrie- und Gewerbegebiet „Eiker Esch“ liegen nun im Rathaus bis zum 13. November 2017 zur Einsicht aus und sind auch im Internet unter www.bramsche.de abzurufen.


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