Textile Kunst beeindruckend Neue Ausstellung im Bramscher Tuchmacher-Museum

Von Judith Perez


jup Bramsche. „Nah am Leben“ heißt die neue Ausstellung, die seit Freitagabend im Bramscher Tuchmacher Museum zu sehen ist. Die in Lingen lebende Künstlerin Gertrud Schaper hat sich der textilen Kunst verschrieben. Wer dabei an Kreuzstich auf Tischdecken oder Laken aus Großmutters Aussteuertruhe denkt, liegt allerdings weit daneben.

Der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Kiesekamp zeigte sich in seiner Begrüßungsrede beeindruckt und brachte seine Anerkennung zum Ausdruck. Obwohl, wie er zugab, er bei dem Termin zunächst an bestickte Laken aus der Aussteuertruhe, gedacht hatte. „Früher wurde das Sticken als Verzierung eingesetzt. Ich hingegen möchte mit meiner textilen Gestaltung Ausdruck schaffen“, beschreibt es die Künstlerin selbst. Dabei verwendet sie Textilien aller Art. Stoffe, Fäden, Garne – dicht oder durchsichtig – grob oder fein. Als Trägermaterial wählt sie einfache Stoffe in Weiß, Schwarz oder Rot, auf die sie dann unterschiedliche Textilien in Collage- und Applikationstechnik aufbringt. Indem sie transparente Stoffe, wie Tüll oder Organza überlagert, erzeugt sie eine Tiefenwirkung.

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Augen verraten Gefühle

„Ein Schwerpunkt ihrer Ausstellung sind die Augen mit intensiven, ausdrucksstarken Blicken, die Gefühle wie Leid, Zweifel, Freude oder Zuversicht ausdrücken, beschreibt es Museumsleiterin Kerstin Schumann. „Auf den ersten Blick haben mich die Werke begeistert, auf den zweiten, tief beeindruckt“, ist ihr Urteil der Werke von Gertrud Schaper.

Extra zur Ausstellungseröffnung aus Düsseldorf angereist war ihre ehemalige Professorin Gepa Klingmüller. Bei ihr studierte Schaper „Textiles Gestalten“ an der Universität Köln. Heute schreibe ich sehr gerne für sie“, verriet Klingmüller, die einen umfassenden Katalog zur Ausstellung verfasst hatte.

„Nah am Leben“ ist die vierte eigene Ausstellung der Künstlerin. „Ihre Ausstellung ist ein wesentlicher Beitrag zur allgemeinen Entwicklung der modernen Kunst“, so die Professorin aus Düsseldorf. „Nah am Leben“ ist noch bis zum 5. November zu sehen.

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„Der junge Zeus“ zeigt die textile Kunst von Gertrud Schaper.


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