Kritik an Kirchenvorstand Aufregung in Engter wegen Pastoren-Abschied

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In der St. Johannis-Kirchengemeinde in Engter herrscht Aufregung: Das Pastorenehepaar Hilko und Julie Danckwerts beendet zum 31. Oktober seinen Dienst. Foto: Heiner BeinkeIn der St. Johannis-Kirchengemeinde in Engter herrscht Aufregung: Das Pastorenehepaar Hilko und Julie Danckwerts beendet zum 31. Oktober seinen Dienst. Foto: Heiner Beinke

Engter. In Engter brodelt es: Die Nachricht vom Abschied des Pastorenehepaares Danckwerts zum 31. Oktober hat nicht nur die evangelische Kirchengemeinde in Aufruhr versetzt. Kritik gibt es vor allem am ehrenamtlichen Kirchenvorstand.

Am Donnerstag hatten wir berichtet, das Julie und Hilko Danckwerts aufgrund einer nicht lösbaren „Konfliktsituation“ zum 31. Oktober ihren Dienst in der St. Johannisgemeinde beenden werden. Auf Facebook gibt es dazu viele Kommentare, in allen wird der ehrenamtliche Kirchenvorstand kritisiert. Dessen Vorsitzender Ewald Bruning hatte auf „Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit“ verwiesen. Beide Parteien haben nur eine knappe Erklärung für den Gemeindebrief abgegeben und halten sich mit weiteren Informationen zurück.

Am Freitagabend gibt es eine gemeinsame Erklärung von Superintendent Hentschel, Pastor Danckwerts und dem KV-Vorsitzenden Ewald Bruning. Der Wortlaut: „Wir verstehen, dass die aktuelle Situation in der Kirchengemeinde bei vielen Gemeindegliedern Fragen aufwirft und auch Unmut auslöst. Aus Gründen der seelsorgerlichen Verschwiegenheit und des Persönlichkeitsschutzes können wir jedoch keine weiteren Auskünfte geben zu den Gründen, die zur Entscheidung des Pastorenehepaars Danckwerts geführt haben. Unsere gemeinsame Bitte ist es, dass alle Kirchenmitglieder in Engter in den kommenden Wochen und Monaten gemeinsam dazu beitragen, eine tragfähige Zukunft für die Kirchengemeinde zu entwickeln. Der Kirchenkreis wird die Kirchengemeinde dabei in den kommenden Monaten unterstützen.“

Kritik auf Facebook

Weniger zurückhaltend sind die Facebook-Kommentare. „Warum bleibt hier keiner? Alle meine Kinder wurden von verschiedenen Pastoren/innen getauft und ich glaube, dass auch jedes von verschiedenen Pastoren konfirmiert wird. Ich finde es total schade“, schrieb eine Nutzerin. „Einigen Menschen in der Gemeinde Engter fehlt leider die nötige geistige und praktische Flexibilität, um mit einer modernen Pastorenfamilie, die sich den Job teilt, umzugehen“, schreibt eine andere. Einig sind sich alle, dass der Weggang des Pastorenpaares ein Verlust für Engter ist.

„Vielleicht sollte man hier einmal den Kirchenvorstand deutlichst hinterfragen. Ich lebe 50 Jahre in Engter und habe viele gute Pastöre gehen sehen. Und es hat, bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen, immer mit dem Kirchenvorstand zu tun gehabt“, meint ein Nutzer. „Welche Gründe auch immer dazu geführt haben, es ist ein Verlust und Schaden für die gesamte Gemeinde. Ein Aufschrei ist unumgänglich“, schreibt ein anderer.

Hentschel: Keine Schuldzuweisungen

Vorsicht bei Schuldzuweisungen, mahnt dagegen Superintendent Hans Hentschel. Er habe volles Verständnis für die Aufregung, freue sich auch über die Anerkennung für das Pastorenpaar. Aber der Kirchenvorstand seinerseits handele auch nicht leichtfertig. Er habe auch in der Vergangenheit immer „ein hohes Maß an Verantwortung“ gezeigt.

Eine derartige Trennung nach relativ kurzer Zeit sei nüchtern betrachtet auf Ebene der Landeskirche „ein völlig normaler Vorgang“, betont Hentschel. Es passiere immer wieder, dass sich im Laufe der Zeit unterschiedliche Vorstellungen von der Arbeit bei Seelsorgern und Kirchenvorstehern herauskristallisieren. Am Ende stehe nun eine Entscheidung, die beide Parteien getroffen haben, eine „erwachsene Lösung“, wie Hentschel findet. „In Engter hat es sich niemand leicht gemacht“, betont der Superintendent. Und „es steht auch niemand auf der Straße“: Das Ehepaar Danckwerts werde in einer anderen Gemeinde sein Glück finden, in Engter sei sichergestellt, dass es ab dem 1. November sofort eine Vertretung geben werde. Nun komme es darauf an, die Kritik „nicht zum Pilz werden zu lassen, der die Gemeinde spaltet“.

Aus Solidarität mit dem Pastorenehepaar ist eine „Mahnwache“ geplant. Gut gemeint, aber nicht hilfreich, findet der Superintendent. Pastor Hilko Danckwerts ergänzt:„Nach unserer Entscheidung, die Kirchengemeinde Engter zu verlassen, haben uns als Familie viele Bitten erreicht, weiter in Engter zu bleiben. Das freut uns sehr. Aber es ändert nichts daran, dass wir unseren Pfarrdienst zum 31.10.2017 beenden. Darum bitte ich sehr darum, dass es keine noch so gut gemeinten Aktionen gibt, um uns zum Bleiben zu bewegen. Das entlastet sowohl uns als Familie als auch die Situation in der Kirchengemeinde.“


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