Im Tuchmacher-Museum Bramscher Tuchmarkt als ein Fest der Farben

Von Sigrid Schüler

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Bramsche. Als ein Fest der Farben präsentierte sich der Tuchmarkt im Bramscher Tuchmacher-Museum am Sonntag. 25 Aussteller, darunter viele Textilhandwerker und Textilkünstler, stellten ihre Waren einem großen Publikum vor.

Bunte Stoffe in allen Farben des Regenbogens, Hüte, fantasievolle und verspielte Kleider, gefilzte Taschen, dazu handgearbeiteter Schmuck aus Holz und Papier sowie Textilien in Naturfarben und Warmes für den Winter: Der Bramscher Tuchmarkt bot den Besuchern ein breites Spektrum an Handwerkskunst. Der Markt stieß auf großes Interesse. An allen Ständen waren die Anbieter in regen Gesprächen mit ihren Kunden und nutzten die Gelegenheit, ihr Gewerbe bekannt zu machen und neue Kunden zu werben.

Wer mehr zum Thema Textilverarbeitung wissen wollte, konnte auf dem Tuchmarkt viel über das Handwerk erfahren. Mit Spindel und Spinnrad wurden Wollgarne hergestellt, außerdem gab es Vorführungen zum Weben an kleinen Handwebstühlen.

Eine besondere Attraktion: Im großen Wollfärbekessel wurde Wolle im „Bramscher Rot“ gefärbt. „Das braucht vor allem Ruhe und Zeit, wie alles, was mit Textilverarbeitung zu tun hat“, sagte Annika Habicht, die mit dem großen Löffel das Wasser im Kessel in Bewegung hielt und dafür sorgte, dass die Wolle gleichmäßig färbte. Man dürfe nicht zu schnell rühren, damit die Wolle nicht verfilzt, und man müsse die Wolle lange genug im Kessel lassen, damit sie ausreichend gefärbt wird.

Noch habe man nicht den Originalfarbton des „Bramscher Rot“ rekonstruieren können, aber mit der Zeit seien die Färbeversuche immer weiter verbessert worden und man komme dem Ziel näher. Die Rezeptur für das „Bramscher Rot“, mit dem Stoff für die Uniformen der Hannoverschen Armee gefärbt wurden, ist laut Museumsleiterin Kerstin Schumann nur mündlich überliefert worden und nicht im Original erhalten.

Mit dem Verlauf des Tuchmarktes war Schumann sehr zufrieden. „Wir bemühen uns immer, den Besuchern ein hochwertiges Angebot zu zeigen.“ Das musikalische Rahmenprogramm gestalteten das mobile Klavier sowie das Sidewalk Orchestra, dass beim Tuchmacher-Museum Station machte.

Zwei am Spinnrad: Ein altes Handwerk, das nicht in Vergessenheit geraten soll.


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