„Pinselpredigten“ im NDR Bramscher Superintendent malt Luthers Schattenseiten

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Einen janusköpfigen Luther hat Superintendent Hans Hentschel in der Septemberfolge der „Pinselpredigten“ aufs Papier gebannt. Foto: Jürgen Gutowski/ NDREinen janusköpfigen Luther hat Superintendent Hans Hentschel in der Septemberfolge der „Pinselpredigten“ aufs Papier gebannt. Foto: Jürgen Gutowski/ NDR

In der September-2017-Folge der NDR-Serie über Martins Luthers Lebensgeschichte zeichnet „Sonntagsmaler“ Hans Hentschel die Schattenseiten des Reformators.

In der elften und vorletzten Folge zum Reformationsjubiläum wagt sich der Bramscher Superintendent an ein dunkles Kapitel der Reformation. Es geht um dessen Hetzschriften gegen Juden und Bauern. „In seinem Missionseifer verhielt er sich wie ein wild gewordener Stier“, so Hentschel. Luther vertrat die Ansicht, falls Juden sich nicht taufen lassen würden, verdienten sie heftige Prügel oder Schlimmeres. „Diesen Luther feiern wir nicht“, betont Hentschel in seiner neuen „Pinsel-Predigt“.

Diese Schattenseite stelle evangelische Christen heute vor ein Rätsel, so der „Sonntags-Maler“ weiter: „Wie kann jemand, der Christus in die Mitte stellt und von der Gnade schreibt, sich selbst und seinen Glauben derart vergessen?“

Mit flinken Pinselstrichen führt Hentschel Luthers Geschichte vor Augen. Statt im Talar steht der Theologe und Hobbykünstler vor einer Staffelei, während er mit Aquarellfarben und Filzstiften die Szenen zum Leben erweckt. Anlass der Filmreihe ist das Reformationsjubiläum. Die Filme sind jeweils am Monatsanfang als zwölf „Kalenderblätter“ zum Themenjahr „500 Jahre Reformation“ zu sehen. Die Filmemacher Jürgen Gutowski und Lilian Breuch haben den rund fünfminütigen Film mit Hans Hentschel gedreht. Sie haben bereits zahlreiche Kirchen für die Kirche im NDR porträtiert.

Die „Pinsel-Predigt“ ist ab sofort auf radiokirche.de zu sehen.


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