Alkohol und Ruhestörungen Heseper ärgern sich über Flüchtlings-Treffpunkte im Ort

Von Björn Dieckmann

Die Bewohner der LAB Hesepe im „Ankunftszentrum“ halten sich oft auf den Straßen oder in Buswartehäuschen im Ort auf. Dort kommt es häufig zu Ruhestörungen. Archiv-Foto: Michael GründelDie Bewohner der LAB Hesepe im „Ankunftszentrum“ halten sich oft auf den Straßen oder in Buswartehäuschen im Ort auf. Dort kommt es häufig zu Ruhestörungen. Archiv-Foto: Michael Gründel

Hesepe. Über Ruhestörungen durch Flüchtlinge, die sich in Hesepe auf den Straßen treffen und oft auch Alkohol konsumieren, ärgern sich immer wieder die Einwohner des Bramscher Ortsteils. Dies war nun auch Thema im Ortsrat.

Ortsbürgermeister Horst Sievert berichtete in der jüngsten Sitzung am Montagabend, er habe noch am Nachmittag zuvor ein Gespräch mit der Bramscher Polizei-Chefin Ann Oldiges und LAB-Standortleiter Klaus Dierker geführt. Dabei habe man auch über die „Treffpunkte im Ort geredet, wo es immer wieder laut wird und private Gärten als öffentliche Toiletten genutzt werden“, wie Sievert es formulierte. Oldiges habe ihm versichert, die Polizei sei weiterhin immer wieder mit Fußstreifen unterwegs. Sie habe aber auch um Verständnis dafür gebeten, dass es manchmal etwas länger dauern könne, bis Beamte auf einen Anruf hin vor Ort seien. „Aktuelle Einsätze beispielsweise wegen Verkehrsunfällen oder häuslicher Gewalt sind dann vorrangig“, erklärte Sievert. Die Polizei wünsche sich zudem, dass Anrufer stets ihren Namen nennen sollten.

Sievert gab aus dem Gespräch zudem weiter, dass der Sicherheitsdienst der Aufnahme-Einrichtung ausschließlich für das Gelände zuständig sei und nicht außerhalb tätig werden dürfe – was eine Heseperin in der Sitzung allerdings anzweifelte: Sie meinte, die Bediensteten dürften sehr wohl im Rahmen einer Nothilfe auch außerhalb der LAB einschreiten.

Ohnehin, das wurde bei der Sitzung deutlich, fühlen sich die Heseper alleingelassen. Es helfe zwar manchmal, die Gruppen, die sich im Ort zusammenfinden, anzusprechen und um Ruhe zumindest ab 22 Uhr abends zu bitten. „Das klappt dann aber nur drei Tage, dann ist alles wieder so wie vorher“, schilderte ein Anwohner seine Eindrücke. Mehrfach sei es auch vorgekommen, dass Flüchtlinge – offenbar betrunken – am Straßenrand lägen, Sicherheitsdienst und Polizei sich aber für unzuständig erklärt hätten.

Ortsbürgermeister Sievert räumte ein, dass es „im Moment mal wieder etwas größere Schwierigkeiten“ gebe als zuvor. Die Heseper würden darauf aber geduldig reagieren: „Dafür danke ich“, so Sievert, der auch ankündigte, dass nun das Thema Verkehrserziehung für Flüchtlinge angegangen werden solle, um gefährliche Situationen auf den Straßen zu vermeiden.