Interview mit Eva Gronemann Mit Bramscher Kirchenmusikwoche „neue Kreise erreicht“

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Bramsche. Kirchenkreiskantorin Eva Gronemann ist sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Aktionswoche „So klingt Kirche“ vom 27. August bis 3. September 2017 in Bramsche und könnte sich durchaus eine Wiederholung vorstellen. „Wir konnten neue Kreise ansprechen, die sonst vielleicht nicht in die Kirche kommen würden“, sagt sie.

Frau Gronemann, die Aktionswoche „So klingt Kirche“ war für den Kirchenkreis eine Premiere. Ein kurzes Fazit?

Ich bin sehr dankbar und zufrieden damit, wie es gelaufen ist. Ich hatte vorher ein bisschen die Befürchtung, dass die einzelnen Veranstaltungen in der Masse der Angebote untergehen. Zunächst lief zum Beispiel der Kartenvorverkauf für das große Konzert nicht so gut. Aber dann war die Kirche doch voll. Die Woche ist wirklich gut angenommen worden. Nachhaltig war das Projekt insofern auch, als wir neue Kreise ansprechen konnten, Menschen, die sonst vielleicht nicht in die Kirche kommen würden. Was auch sehr gut funktioniert hat, war die Zusammenarbeit mit meinem Vorbereitungsteam und mit allen Verantwortlichen vor Ort. Als Beispiele möchte ich nur einmal das Stadtmarketing und die Stadtbücherei nennen.

Gab es besondere Publikumshighlights?

Für Manche war vielleicht das große Chorkonzert. Für mich persönlich war es auch ein Höhepunkt, dass zu der Chorwerkstatt fast 70 Leute gekommen sind. Darunter waren auch Menschen, die noch nie im Chor gesungen haben und die dann sagten: ‚Okay. Ich glaube, jetzt traue ich mich das auch mal. Ich komme mal vorbei bei Ihnen am Donnerstag‘. Auch den Spaziergang am Hasesee habe ich als besonderes Event empfunden, weil wir bei bestem Sommerwetter eine gute Stimmung hatten und auch viele zufällig Vorbeikommende erreicht haben. Aber wir haben eigentlich von allen Sachen positive Rückmeldungen bekommen.

Es gab auch Veranstaltungen, die sich direkt an Schüler gerichtet haben…?

Ja, wir hatten zeitgleich in St. Johannis und in St. Martin einen Orgel-Entdeckertag, den wir zusammen mit der Meyerhofschule und der Grundschule im Sande angeboten haben. Von den Lehrern beider Schulen kam der Wunsch, das regelmäßig zu machen. Das werden wir auf jeden Fall tun. Ich habe schon jetzt Anfragen von anderen Schulen. Und die Kinder waren alle sehr fasziniert davon, unabhängig davon, ob sie musikinteressiert sind oder nicht.

Die Aktionswoche war offensichtlich eine Veranstaltung für und in Bramsche. Sie sind aber Kirchenkreiskantorin. Sehen Sie eine Chance, irgendwann eine ähnliche Veranstaltung räumlich auf ein breiteres Fundament zu stellen?

Die Aktionswoche war eine Kirchenkreisveranstaltung. Die Konzentration auf Bramsche hat sich einfach dadurch ergeben, dass die meisten Kirchenmusikerkollegen im Kirchenkreis da etwas zurückhaltender waren.

Hat das auch etwas mit der Größe des Kirchenkreises zu tun?

Ja, auch. Aber bei allen Sachen, die ich auf Kirchenkreisebene anbiete, merke ich immer wieder, dass die Leute bis auf einige Ausnahmen sehr mit ihren eigenen Dingen beschäftigt sind und lieber in ihrer eigenen Gemeinde bleiben. Das ist ein bisschen schade. Es wäre doch eine Chance. Aber es waren ja schon auch andere Kirchenmusiker aus dem Kirchenkreis beteiligt: Norbert Fisse aus der Gartenstadt, Jürgen Zimmermann aus Menslage und Martin Stindt aus Bad Essen mit seinen Bläsern.

Könnten Sie sich vorstellen, in Zukunft noch einmal eine ähnliche Aktionswoche aufzulegen?

Auf jeden Fall. Ich würde so eine Woche auch deshalb gern noch einmal machen, weil ich noch viele Ideen habe. Andere Sachen schreien einfach nach Wiederholung…

Zum Beispiel?

Zum Beispiel die Sache am Hasesee. Auch der Orgelmarathon.

Aber es wäre nicht unbedingt ein thematischer Aufhänger nötig wie das Reformationsjubiläum?

Nein. Die Aktionswoche hatte für mich jetzt auch gar nicht so viel damit zu tun. Mir war gleich klar, dass ich keine Luther-Gedächtnisveranstaltung machen möchte. Allerdings hat es schon etwas mit dem Reformationsjubiläum zu tun, dass wir alle aufgefordert sind, von dem zu erzählen, was wir tun. Luther hat dadurch, dass er Lieder geschrieben hat, seinen Glauben unter das Volk gebracht. Das hätte nicht funktioniert, wenn er nur Predigten und Bücher geschrieben hätte. Und genau das müssen wir auch tun. Nicht nur Musik machen, sondern auch die Theologie unters Volk bringen. Das kann man wunderbar durch solche Aktionen. Ich habe zum Beispiel beim Rudelsingen in der Fußgängerzone bewusst ein Liederbuch genommen, in dem neue geistliche Lieder stehen: „Lieder zwischen Himmel und Erde“. Ich musste gar nichts vorgeben. Nur das erste Lied. Dann kamen Wünsche, eine ganze Stunde lang.

Könnten Sie sich vorstellen, Einzelformate aus dieser Aktionswoche als ständiges Angebot aufzulegen, beispielsweise das „Singen im Rudel“?

Ja, das gibt es schon am Freitag beim „Bramscher Herbstcocktail“ wieder . Allerdings nicht mit kirchlichen Liedern. Auch „Kinder singen mit Senioren“ ist eine schöne Kombination. Das große Chorkonzert gibt es jedes Jahr. Das Nächste ist das Weihnachtsoratorium. Das Klassische muss auch bedient werden, weil hier durchaus ein Publikum dafür da ist.


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