600 Jahre Hof Igel Ausstellung „BauernLandOsnabrück“ in Engter präsentiert

Von Louis Westerkamp


low Engter. Aus Anlass des 600-jährigen Bestehens des Hofes Igel hatte Dr. Karsten Igel als Geschäftsführer von „Igel Gartenkultur“ und Historiker zu einer Führung durch die Ausstellung „BauernLandOsnabrück“ eingeladen.

Man könnte sich über eine plötzliche Alterung wundern: Erst 2008 konnte das 550-jährige Jubiläum gefeiert werden. Nur neun Jahre später widmet der Hof Igel in Engter seinem 600-jährigen Bestehen eine Ausstellung – aber das hat seinen Grund: inzwischen liegen neue Dokumente aus dem Jahr 1416 vor, in denen der Hof erstmals namentlich erwähnt wird. Seit vergangenem Jahr nun schon ist die Ausstellung „BauernLandOsnabrück“ für jedermann zugänglich im großen Gartenpark des Hofes zu sehen.

Zweistündige Tour durch den Park

Igel, der als Historiker an der Ausarbeitung maßgeblich beteiligt war, leitete in einer knapp zweistündigen Tour durch den Park. Damit lag er zwar etwas falsch mit seiner Prognose von einer Stunde - aber langwierig war die Führung keineswegs. Trotz des überraschend sommerlichen Wetters, dem Igel mit einem Angebot von Getränken Abhilfe leistete, hörten die Besucher aufmerksam den Erläuterungen zu. Und mit seinem fundierten Hintergrundwissen wusste Igel dabei sehr zu beeindrucken.

Die Ausstellung „BauernLandOsnabrück“ widmet sich der bäuerlichen und ländlichen Geschichte des Osnabrücker Hochstifts, die beinahe deckungsgleich mit der des heutigen Osnabrücker Landes ist, vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Zur Veranschaulichung werden im ganzen Park verteilt zahlreiche Text- und Bildbanner sowie historische Karten präsentiert. Auf diesen werden die unterschiedlichsten Themen im Kontext der Entwicklung von Land- und Landwirtschaft angerissen – vom Klima im Wandel über Viehzucht und Ackerbau bis hin zu Dorfbildungsprozessen. Spannend erklärte Igel etwa die mittelalterlichen Systeme von Villikation und Grundherrschaft und zeigte, wie man teilweise heute noch jahrhundertealte Markenteilungen auf der Karte nachzeichnen kann oder wie die damaligen, heute ausgestorbenen Nutztiere ausgesehen haben.

Entstehung des Kirchspiels Engter

Auf großen Bannern wird die Geschichte des Hochstifts Osnabrück erläutert.

Auch der eigene Hof war natürlich Gegenstand der Ausstellung. Heute einen der größten Gartenbaumschulen Deutschlands beherbergend, bietet er mit seiner bis ins 15. Jahrhundert reichenden Geschichte den geeigneten Ort für eine solche historische Rückschau. Doch auch die Entstehung des Kirchenspiels Engter oder der umliegenden Bauernschaften wurden eindringlich erklärt und beschrieben. So lieferte die Ausstellung spannende Einblicke, die durch die Expertise Igels in der Führung noch einmal vertieft werden konnten.

Der Spaziergang durch die Osnabrücker Kulturlandschaft in „BauernLandOsnabrück“ soll dabei nur der Anfang einer ganzen Reihe von Ausstellungen sein. Bis November ist sie noch zu sehen, danach folgt das Thema „KirchenLandOsnabrück“ von Mai 2018 bis Ende Oktober 2019, gleichfalls im Park des Hofes Igel. Darin soll es um das Bistum Osnabrück von seinen Anfängen über die Reformation bis zum Ende des Hochstifts Osnabrück im Jahr 1802 gehen. Zwei weitere Ausstellungen zu Burgen und Städten sind für die Jahre 2020 und 2022 angedacht.