Ehrenamtliche Mentoren gesucht Förderprojekt EMIL kommt nach Bramsche

Engagieren sich für EMIL: Sabine Buch, Anna Boller und Stephanie Koopmann (von links).Foto: Marie-Luise Braun/Bohnenkamp-Stiftung.Engagieren sich für EMIL: Sabine Buch, Anna Boller und Stephanie Koopmann (von links).Foto: Marie-Luise Braun/Bohnenkamp-Stiftung.

Bramsche. EMIL gibt es jetzt auch in Bramsche. Die Abkürzung steht für das „Ehrenamtliche Mentorenprojekt für individuelles Lernen“.

Ob EMIL auch sie weiter gebracht hat? Anna Boller muss nicht nachdenken, bevor sie antwortet: „Ich habe viel über Organisation gelernt. Ich verstehe jetzt besser, was ein Kind möchte. Ich bin spontaner geworden und selbstständiger“, zählt die junge Frau auf, die bei EMIL ein kleines Mädchen als Mentorin begleitet. Eigentlich endet die Partnerschaft nach einem Jahr, doch die beiden machen auch nach den zwölf Monaten weiter mit.

Solche Freundschaften entstehen häufig beim Projekt des Vereins Unikate. Bei EMIL werden Kinder zwischen drei und sechs Jahren in ihrer Entwicklung gefördert. Dabei begleitet ein Mentor oder eine Mentorin ein Kind ein Jahr lang unter dem Motto „Du und ich, Zeit für mich“. Jetzt suchen die Organisatorinnen von EMIL neue Ehrenamtliche für diese Aufgabe in Osnabrück – und in Bramsche, wo das Projekt nun auch angeboten wird.

„Mitmachen können Interessierte ab 18 Jahren, nach oben sind keine Grenzen gesetzt“, sagt Stephanie Koopmann vom Unikate-Vorstand. Sie hat EMIL vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Während die Mentorinnen und Mentoren die Kinder dabei unterstützen, selbstbewusster und selbstständiger zu werden, bietet EMIL den erwachsenen Begleiterinnen und Begleitern Unterstützung und regelmäßigen Raum für den Austausch. „EMIL ist ein ganz besonderes Mentoring-Projekt für Kindergartenkinder. Denn durch die Eins-zu-Eins-Begleitung werden sie besonders individuell gefördert“, sagt Michael Prior, der Geschäftsführer der Friedel & Bohnenkamp-Stiftung, die EMIL von Beginn an finanziell unterstützt.

Taschengeld

„Die Kinder werden von den Erzieherinnen der Kitas für die Teilnahme an ‚EMIL‘ vorgeschlagen“, erzählt Stephanie Koopmann. Anschließend treffen sich die beiden ein Mal pro Woche zunächst in der Kita, um Vertrauen aufzubauen und sich gegenseitig kennenzulernen. Dabei werden auch die Eltern eingebunden. Später vergrößert sich der Aktionsradius, und die Tandems begeben sich auf Entdeckungsreise – zum Beispiel ins Museum, in den Wald, ins Schwimmbad oder zur Feuerwehr. Eben ganz darauf ausgerichtet, was das Kind interessiert. Die Entdeckungsreisen werden von seinen Fragen bestimmt. Auf diese Weise kann sich das Kind öffnen, seinen Wissensdurst stillen, und es lernt, wie es selbst etwas herausfinden kann. Die Mentorinnen und Mentoren arbeiten ehrenamtlich, sie erhalten ein Taschengeld, um die Aktivitäten mit den Kindern zu finanzieren.

Workshops

Unikate begleitet die Ehrenamtlichen eng: Die Mentoren werden in Workshops auf ihre Aufgabe vorbereitet. Zudem können sie die Fragen, die sich im Zusammenspiel der Tandems ergeben, bei regelmäßigen Treffen erörtern. Die Mentorinnen und Mentoren nehmen an Seminaren zur alltagsbasierten Sprach- und Bewegungsförderung teil. Zudem führen sie ein Tagebuch, in dem sie alle Aktivitäten und Erlebnisse mit dem Kind festhalten. Auch die Eltern werden eingebunden, damit sie über die Entwicklung ihres Kindes immer auf dem aktuellen Stand sind.

Anna Boller genießt die Zeit bei EMIL, die sie auch in ihrer Ausbildung einen großen Schritt vorangebracht hat: Die junge Frau ist angehende Erzieherin und befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr an der Franz-von-Assisi-Schule. Aber auch Menschen ohne einen solchen beruflichen Hintergrund können sich bei EMIL als Mentorin oder Mentor engagieren.

Weitere Informationen gibt es bei Stephanie Koopmann per E-Mail: info@unikate-os.de