Entscheidung im Fachausschuss DGA Achmer soll für 1,3 Millionen Euro saniert werden

Für die Zukunft der Dorfgemeinschaftsanlage Achmer zeichnet sich eine Richtung ab: Das Gebäude aus den 1960er-Jahren soll saniert werden.Für die Zukunft der Dorfgemeinschaftsanlage Achmer zeichnet sich eine Richtung ab: Das Gebäude aus den 1960er-Jahren soll saniert werden.

Achmer. Die Dorfgemeinschaftsanlage (DGA) in Achmer soll nicht neu gebaut, aber mit einem Kostenvolumen von 1,3 Millionen Euro saniert werden. Das haben am Mittwochabend der Stadtrats-Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt sowie der Ortsrat Achmer beschlossen.

Den beiden Gremien stellte Architekt Werner Hüdepohl vom Architekturbüro Hüdepohl und Ferner zusammen mit den Fachingenieuren Nils Wiechmann (Beratungsbüro Jager & Partner; Heizung, Lüftung, Sanitär) und Joachim Stolze (Planungsbüro Neubauer & Stolze Elektrotechnik) die Entwurfsplanung für eine Sanierung der DGA vor. Demnach bleiben die Außenmauern unberührt, im Inneren hingegen wird annähernd alles erneuert: Der Brandschutz wird aktuellen Anforderungen angepasst, die Sporthalle bekommt einen neuen Boden und Prallschutz, die Beheizung und Belüftung werden verändert, sanitäre Anlagen ebenso wie Dachflächen, Fenster und Haustechnik erneuert. In das Erdgeschoss integriert werden soll der Jugendtreff, der derzeit in ein benachbartes Gebäude ausgelagert ist. Der Keller der DGA soll künftig nicht mehr genutzt werden.

Vor- und Nachteile

Während diese Sanierung mit 1,3 Millionen Euro veranschlagt wird, würde ein Neubau rund 1,9 Millionen Euro kosten. Nach Angaben von Hüdepohl seien die Sanierungskosten berechnet worden, die Neubaukosten anhand von Vergleichsobjekten geschätzt. Dies entspreche dem von der Stadt Bramsche erteilten Auftrag. Hüdepohl erklärte weiter, ein Neubau brächte einen höheren energetischen Standard, geringere Unterhaltsaufwendungen und biete die Möglichkeit, zum einen die Sporthalle auf Normmaße zu vergrößern und weitere Möglichkeiten zur Optimierung. Dem stünden geringere Investitionskosten bei einer Sanierung gegenüber. Sollten die bewährten Strukturen belassen werden, sei die Sanierung auch auf lange Sicht günstiger als ein Neubau und könne zudem abschnittweise ohne längere Nutzungsausfälle durchgeführt werden.

SPD erklärt Abrücken von Neubau-Forderung

In der Vergangenheit hatte sich der Ortsrat Achmer trotz der sich abzeichnenden Differenz bei den Kosten für einen Neubau ausgesprochen. Davon rückte nun die SPD ab. Die ursprüngliche Planung habe nur eine Grundsanierung vorgesehen, mit weiteren Maßnahmen als lediglich wünschenswerten Optionen, deren Umsetzung unsicher gewesen wäre. Diese seien nun aber in dem Sanierungskonzept als zwingend notwendig dargestellt. „Deshalb können wir uns damit jetzt anfreunden“, stellte Stefan Klawitter klar. Achmer bekomme zwar keine Sporthalle mit Normmaßen und „keinen schicken Neubau“. „Aber dafür belasten wir die nächsten Generationen nicht mit den Mehrkosten, die ein Neubau mit sich bringt“, so Klawitter. An diese kämen die Sanierungskosten „niemals dran“, auch wenn die danach höheren Energiekosten berücksichtigt würden.

CDU sieht „Sanierungsabenteuer“

Genau das bezweifelte allerdings Andreas Quebbemann im Namen der CDU-Fraktionen in Ortsrat und Stadtentwicklungsausschuss. Man begebe sich in ein „Sanierungsabenteuer: Keiner garantiert, dass die Kosten eingehalten werden“, befürchtete er. Man verschenke zudem die Möglichkeit, die DGA zu optimieren, sagte Quebbemann mit Blick auf die Maße der Sporthalle. Auch wünschte er sich noch Änderungen am Foyer.

Dem hielt SPD-Fraktionschef Oliver Neils entgegen, die Nutzer der Sporthalle – neben der Schule auch der SC Achmer – seien „immer mit der Halle ausgekommen“. Der SCA-Vorstand habe auch nie eine größere Halle gefordert, „sondern eine funktionierende“. Die Zahl der jugendlichen Sportler gehe zudem zurück. All das rechtfertige keine Mehrkosten von 600.000 Euro.

Ufke Cremer (Grüne, Ortsrat) rieb sich an der im Entwurf von Hüdepohl und Ferner dargelegten Feststellung, für eine neue DGA sei eine Nutzungsdauer von 40 Jahren möglich, für eine sanierte von 20 Jahren. Dies aber seien rein statistisch-mathematische Werte, , die auf eine wirtschaftliche Verwertbarkeit des Gebäudes abzielten, entgegnete Hüdepohl. Er betonte nochmals, ein Neubau sei aus seiner Sicht einzig dann sinnvoll, wenn die Art der Nutzung verändert werden solle.

Dieter Sieksmeyer (Grüne, Stadtentwicklungsausschuss) sprach sich anders als sein Parteifreund Cremer für eine Sanierung aus: „Die Funktionalität der DGA wird voll wieder hergestellt, so wie es sich die Achmeraner wünschen“. Anette Staas-Niemeyer (FDP, Fachausschuss) verwies darauf, dass die DGA auch bei einer Sanierung im Inneren runderneuert werde. Bernhard Rohe (Linke, Fachausschuss) warb indes für einen Neubau, um weitere sportliche Aktivitäten zu ermöglichen. Sein Eindruck sei: „Wer sportliche Wettkämpfe will, baut neu. Wer Oktoberfeste veranstalten will, saniert“.

Letztlich stimmte der Ortsrat ebenso mit knapper Mehrheit für die Sanierung der Dorfgemeinschaftsanlage wie der Stadtentwicklungsausschuss. Das letzte Wort hat der Stadtrat, der am 30. August 2017 entscheiden wird.


Zum weiteren Vorgehen:

Sollten der Verwaltungsausschuss, der am 24. August 2017 nicht-öffentlich tagt, und der Stadtrat am 30. August 2017 ebenfalls für die Sanierung der Dorfgemeinschaftsanlage stimmen, würde die geplante Baumaßnahme zunächst weiter geplant und detailliert vorbereitet. Die Stadtverwaltung strebt sodann an, die Ausschreibung der Bauleistungen in den Wintermonaten vorzunehmen. Nach der Auftragsvergabe wäe ein Beginn der Sanierungsmaßnahmen im Frühjahr 2018 denkbar.

Zur DGA:

Die Dorfgemeinschaftsanlage (DGA) in Achmer ist 1968 erbaut worden. Sie verfügt über eine Sport-/Mehrzweckhalle mit großem Bühnenbereich und entsprechenden Sanitärräumen, einen großen Saunabereich und einen Versammlungsraum mit angegliederter Küche sowie einen Aufenthaltsraum im Keller, in dem der Jugendtreff der Stadtjugendpflege untergebracht war. Dieser Raum ist nach Wasserschäden nicht mehr nutzbar.

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