Gewerbeaufsicht beantwortet Fragen Dallmann-Betrieb in Engter vor Neukonzeption

Rede und Antwort standen Jürgen Bobe und Gesche Saathoff-Schiche (v.l.) vom Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Osnabrück den Ratsmitgliedern und Bürgern im Ratssaal. Foto: Heiner BeinkeRede und Antwort standen Jürgen Bobe und Gesche Saathoff-Schiche (v.l.) vom Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Osnabrück den Ratsmitgliedern und Bürgern im Ratssaal. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Wer überwacht was bei der Firma Dallmann? Das wollten Bramscher Ratsmitglieder und Lappenstuhler Bürger vom Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Osnabrück wissen. Behördenchefin Gesche Saathoff-Schiche und ihr Stellvertreter Dr. Jürgen Bobe sehen eine Neukonzeption der Abläufe im Recyclingunternehmen auf gutem Weg.

Bei einem Kontrolltermin im Jahr 2016 sei aufgefallen, dass es keine Erlaubnis für die Einleitung von Oberflächenwasser gebe, berichtete Bobe. Der Leiter der zuständigen Abteilung des Gewerbeaufsichtsamtes führte aus, dass die Aussagen dazu, wie mit anfallenden Wasser auf den verschiedenen Flächen umzugehen sei, nicht eindeutig abgestimmt seien. Jetzt werde das Oberflächenwasser in Behältern gesammelt und von einem Entsorgungsunternehmen abgeholt. Die hier festgestellten Werte seien „weit davon entfernt, dass sich ein Handlungsbedarf daraus ergeben würde“, sagte Bobe.

Die zunächst von Bürgern festgestellte Belastung des Pelkebaches mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) sei wohl eher durch eine Verschleppung des Materials, zum Beispiel über verschmutzte Reifen, zu erklären sein. Es gelte, die Verkehrswege sauber zu halten, auch die Reifenwaschanlage funktioniere jetzt „sehr gut“. Der Betreiber sei „willig“ an einer Neukonzeption mitzuarbeiten.

Fragenkatalog

Lappenstuhls Ortsbürgermeisterin Anette Marewitz hatte den beiden vorab schon einen umfänglichen Fragenkatalog rund um die beiden Dallmann-Betriebe am Hafen und im Industriegebiet Engter sowie zur Gewässerverunreinigung am Pelkebach zukommen lassen. So konnten sich die Behördenvertreter gleich orientieren, was die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt und des Ortsrates Lappenstuhl sowie die vielen Bürger des Ortsteils interessierte.

Saathoff-Schiche betonte, es gebe keine vollumfassende Kontrolle durch eine Behörde, letztlich liege der ordnungsgemäße Betrieb in der Verantwortung des Betreibers. Vorgeschrieben sei eine Kontrolle alle drei Jahre, bei der der Termin mit dem Betrieb abgestimmt werde. Schließlich müssten alle erforderlichen Unterlagen und Ansprechpartner zur Verfügung stehen, begründete die Behördenchefin dieses Vorgehen. In Verdachtsfällen bei Beschwerden würden die Aufseher aber unangemeldet kommen.

Genehmigungen

Jürgen Bobe rekonstruierte die verschiedenen Genehmigungen, die es für den Betrieb in Engter gegeben habe. Es begann 1991 als „typische Recyclinganlage“, 1993 kam eine Genehmigung zur Lagerung von teerhaltigen Stoffen hinzu. 1999 wurde eine Erhöhung der Kapazität und eine Erweiterung des Katalogs der bearbeitetenden Abfallstoffe. Bobe schilderte außerdem die Praxis, weitere Abfallstoffe per Anzeige bei der Behörde anzumelden. Wenn Art und Menge der Stoffe dies erlauben, sei dies ein übliches Verfahren.

In der ausgiebigen Fragestunde machten Saathoff-Schiche und Bobe deutlich, dass es verschiedene Zuständigkeiten bei der Überwachung von Betrieben und der Einhaltung von Auflagen gebe. So sei das Gewerbeaufsichtsamt für Gewässerschutz nur in soweit zuständig, als es die ordnungsgemäße Lagerung von wassergefährdenden Stoffen betrifft. Für Einleitungen sei vielmehr der Landkreis als Wasserbehörde zuständig. Der hat gerade weitere Untersuchungen am Pelkebach angekündigt.


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