Schweinsteiger und die Chips Werbung und Konsum Thema in der Bramscher IGS

Von Hildegard Wekenborg-Placke

Schulsozialpädagoge Daniel Fuhrmann gibt den Siebtklässlern vom Video-Team letzte Anweisungen. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeSchulsozialpädagoge Daniel Fuhrmann gibt den Siebtklässlern vom Video-Team letzte Anweisungen. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. In einer fächerübergreifenden Projektwoche haben sich die neuen Siebtklässler der Bramscher IGS mit dem Thema „Konsum“ auseinandergesetzt. Mit dabei war auch das Team des Diakonischen Werks in Bramsche, dass sich seit Jahren mit dem Thema „Schuldenprävention“ beschäftigt.

Den Themen Konsumverhalten und Werbung näherten sich die Schüler in den Fächern Mathe, Arbeit und Wirtschaft, Gesellschaftslehre aber auch in Deutsch, Religion oder Kunst. Selbst Englisch wurde mit einbezogen, da ein Großteil der Werbesprache vom Englischen beeinflusst ist. Die pädagogische Leiterin der IGS, Karin große Holthaus nennt nur ein Beispiel: „Statt Schlussverkauf steht heute überall ‚Sale‘. Und dann müssen die Schüler auch erst mal ausrechnen, was denn ‚30 Prozent reduziert‘ eigentlich bedeutet.“ In Deutsch stand dagegen eine Geschichte auf dem Plan, in der es um einen Jungen geht, der anfängt zu lügen, weil er sich ein bestimmtes Produkt wünscht, erzählt Lehrerin Tanja Helwich, die die Woche mit einer Kollegin konzipierte. In Mathematik wiederum bekommen die Mädchen und Jungen eine Einführung in Excel, um später die Ergebnisse ihrer Arbeit in Tabellen eintragen zu können. Sonja Kohmöller und Svenja Lammers vom Diakonischen Werk erläutern den Schülern während der Projektwoche zunächst betriebswirtschaftliche Grundbegriffe wie Verkaufsstrategie, Wirtschaftskreislauf oder Bedürfnispyramide, um dann über die Wechselwirkung von Werbung und Konsum zu sprechen.

Promis, die Werbung machen

Anschließend geht es dann an die praktische Umsetzung des Themas. „Kennt Ihr Promis oder Sportler, die für etwas Werbung machen“, fragt Svenja Lammers. Klar, den Weltfußballer Ronaldo und die Sportschuhe, Sebastian Schweinsteiger und die Chips, „Jogi“ Löw und die Cremes für den Herrn, Manuel Neuer und das Shampoo. Die Jungen und Mädchen müssen nicht lange überlegen. „Und was meint ihr, warum das gemacht wird?“ fragt sie weiter. „Wenn man den cool findet, dann findet man die Sachen auch cool“, vermutet eine Schülerin. Svenja Lammers nickt.

Werbeplakate 8und Video-Dreh

Vor diesem Hintergrund ist dann die Kreativität der Schüler gefragt: Ein Werbeplakat für die „Super-Limo“. Ein Werbevideo für das neueste Handy, das jeder „haben muss“. Die drei Video-Kameras, die Daniel Fuhrmann besorgt hat, sind schnell vergriffen. Es hätten doppelt so viele sein können. Ein bisschen schmollend wendet sich der eine oder die andere anderen Aufgaben zu, beispielsweise dem Erstellen einer Powerpoint-Präsentation. Mara-Marina und Lara sind „Schauspielerinnen“ im Video-Team - Mutter und Teany-Tochter im Handy-Laden. „Sei ruhig mal ein bisschen zickig“, fordert Fuhrmann „Tochter“ Lara auf. Ein bisschen Spaß darf bei dem ernsthaften Thema durchaus sein.

„Die Projektwoche wird vom Landkreis gefördert. Es ist das erste Mal, dass das Thema in Kooperation mit und für eine Schule individuell aufbereitet wurde“, erklärt die angehende Sozialarbeiterin Svenja Lammers, die derzeit bei der Bramscher Diakonie ihr Anerkennungsjahr absolviert. „Wir sind jederzeit für solche Projekte offen“.