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Abfahrt nach Hildesheim Feuerwehr aus dem Osnabrücker Nordkreis zu Hochwasser-Hilfe gerufen

Von Björn Dieckmann


Bramsche. Vor rund 160 Feuerwehrleuten aus dem Osnabrücker Nordkreis liegen ungewisse Tage: Sie sind zum Kampf gegen das Hochwasser im südöstlichen Niedersachsen alarmiert worden. Welche Herausforderungen dort auf sie warten, wird sich erst vor Ort zeigen.

Es ging alles sehr schnell an diesem Donnerstagmorgen: Nachdem am Mittwochabend sich die Lage in den Landkreisen Hildesheim und Goslar entspannt hatte, ging Regierungsbrandmeister Frank Knöpker zunächst davon aus, dass keine Einsatzkräfte aus dem Landkreis Osnabrück zur Unterstützung alarmiert werden würden. Doch über Nacht verschärfte sich die Situation besonders in Hildesheim wieder deutlich.

Anfrage um 7.45 Uhr

„Am Donnerstagmorgen um 7.45 Uhr kam die Anfrage aus dem Innenministerium, ob wir helfen können“, sagt Knöpker, der für den Landkreis Osnabrück, das Emsland und die Grafschaft Bentheim zuständig ist. Um 9.50 Uhr sei dann die endgültige Alarmierung erfolgt. „Wir haben uns dann dazu entschieden, die Kreisfeuerwehrbereitschaft Nord zu veständigen. Diese liegt am nächsten zum Hochwassergebiet und ist in diesem Bereich auch erfahren“, schildert Knöpker weiter die Entwicklung.

Innerhalb kürzester Zeit mussten sich in der Folge um die 160 Feuerwehrleuten aus den Altkreisen Bersenbrück und Wittlage bei ihren Arbeitgebern abmelden oder von ihren familiären Aufgaben freimachen. Als Treffpunkt für alle freiwilligen Einsatzkräfte wurde zunächst die Integrierte Gesamtschule in Bramsche benannt – keine gute Idee angesichts einiger Straßenbaustellen mit Sperrungen in der Umgebung. Schließlich rückten die insgesamt 30 Feuerwehrfahrzeuge vom Verpflegungs- bis zum Einsatzleitwagen an der Waldstraße im Bramscher Ortsteil Hesepe an. Diese ist den Wehren im Umkreis bekannt als sogenannter Bereitstellungsraum, ein Sammelpunkt bei möglichen gravierenden Vorfällen in der nahegelegenen Flüchtlingsunterkunft in Hesepe.

Abfahrt im Konvoi

Ein Feuerwehrmann transportiert in Hildesheim (Niedersachsen) Sandsäcke über eine Brücke des Flusses Innerste. Dauerregen hat im südlichen Niedersachsen in einigen Orten zu Überschwemmungen geführt. Foto: Swen Pförtner/dpa

Gegen 13 Uhr erfolgte schließlich im Konvoi die Abfahrt. Was die 160 Ehrenamtlichen aus den Städten Bramsche und Quakenbrück, den Samtgemeinden Bersenbrück, Neuenkirchen, Fürstenau und Artland sowie den Gemeinden Ostercappeln, Bohmte und Bad Essen dort erwartet, ist noch ungewiss: „Alarmiert worden sind wir zum Verbau und zur Verarbeitung von Sandsäcken“, erklärt Regierungsbrandmeister Knöpker. Die Situation könne sich aber „jederzeit ändern, je nachdem, wie sich die Lage vor Ort entwickelt“. Noch sei nicht einmal klar, „ob unsere Leute sofort nach der Ankunft in den Einsatz müssen oder vielleicht nur präventiv alarmiert wurden“. Genauso ungewiss sei, meint Knöpker, wie lange die Nordkreisler bleiben müssten. „Wenn sich die Hochwasserlage zügig entspannt, vielleicht nur bis Freitag. Es kann aber auch einige Tage dauern“, so Knöpker. Möglich sei auch, dass noch weitere Bereitschaften aus der Region alarmiert werden müssen.

Wasser läuft über Deich

Denn die Hochwasserlage im niedersächsischen Hildesheim bleibt derzeit zumindest angespannt. Es gebe Wassereinbrüche, das Grundwasser steige und die Kanäle seien randvoll, sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstag. Dazu laufe das Wasser an einer Stelle über einen Deich in den Stadtteil Itzum. „Dort war zuvor nichts absehbar, jetzt ist dort Land unter“, sagte der Sprecher.

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Auch für andere Bereiche gebe es noch keine Entwarnung. Die Wasserstände seien noch auf hohem Niveau, aber das Grundwasser drücke von unten nach. Helfer versuchten, Häuser mit Sandsäcken zu schützen. Am Morgen war eine Brücke über die Innerste wegen des Hochwassers gesperrt worden.


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