Weiterbildung absolviert Bramscher Familienzentren: Eltern als Partner sehen

Die Kinder und ihre Eltern sollen von einer Fortbildung profitieren, die Michael Prior, Sabine Stein und Monika Kramer (hintere Reihe 2. bis 5. von links) Superintendent Hans Hentschel (links) und CDU-MdL Clemens Lammerskitten vorstellten. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeDie Kinder und ihre Eltern sollen von einer Fortbildung profitieren, die Michael Prior, Sabine Stein und Monika Kramer (hintere Reihe 2. bis 5. von links) Superintendent Hans Hentschel (links) und CDU-MdL Clemens Lammerskitten vorstellten. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Das Verhältnis zwischen Eltern und Erzieherinnen auf eine neue, partnerschaftlichere Basis zu stellen, ist das Ziel einer Weiterbildung, die die Leiterinnen der drei Bramscher Familienzentren jetzt absolviert haben. CDU-Landtagsabgeordneter Clemens Lammerskitten ließ sich jetzt im Familienzentrum Hesepe das Projekt erklären.

„Early Excellence Center (EEC)“ heißt das Programm, das am Donnerstag, 6. Juli 2017, im Mittelpunkt des Treffens zwischen Lammerskitten, Michael Prior, der als Geschäftsführer der Bohnenkamp-Stiftung die Weiterbildung förderte, Superintendent Hans Hentschel und den beiden Familienzentrums-Leiterinnen Monika Kramer (St. Martinus) und Sabine Stein (Hesepe) stand. „Eltern, die das Gefühl haben, belehrt zu werden, machen zu“, sagte Stein, die Leiterin des Heseper Familienzentrums. „Wichtig ist deshalb ein Perspektivwechsel in Richtung Partnerschaft mit den Eltern“. Ein Beispiel: In Hesepe gibt es morgens ein Elterncafé, in dem sich Mütter und Väter zwanglos austauschen können. „Da setze ich mich manchmal einfach dazu und erfahre ganz viel,“ so Stein und ergänzte: „Wir schauen viel mehr auf das, was das Kind schon gut kann und arbeiten damit verstärkend weiter, als dass wir auf die Schwächen blicken“.,

Familien als Bildungsort

Das Early Excellence-Konzept, in das die ganzen Kita-Teams eingebunden sind, habe bei allen Beteiligten eine Haltungsänderung bewirkt. „Wir sehen uns nicht länger als die alleinigen Experten in Erziehungsfragen, sondern vielmehr als Partner der Eltern“, sagte Stein weiter. „Eltern und Erzieher wollen doch gemeinsam zum Wohl der Kinder aktiv werden“, fügte Kramer, die Leiterin des Familienzentrums St. Martinus, hinzu. Die Familien seien als Bildungsort ganz wichtig, Familie und Kita unter diesem Aspekt zu vernetzen, sei von großer Bedeutung.

Das Stichwort „Bildung“ griff Lammerkitten auf. Kindertagesstätten und Krippen hätten sich in den letzten Jahren von Betreuungs- zu Bildungseinrichtungen entwickelt. „Schulbildung ist kostenlos, Kitas und Krippen kosten Gebühren. Da muss nachgezogen werden“, forderte der CDU-Parlamentarier. „Aber“, so räumte er ein, „wenn sich die Einsicht durchsetzt, dass schon die der Krippe Bildungsarbeit geleistet wird, dann weinen die Finanzpolitiker“. Auch in die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher müsse der Gedanke der Bildungsarbeit und der Partnerschaft zwischen Eltern und Kita verstärkt Eingang finden.

Nicht nur Leuchttürme fördern

Für die Bohnenkamp-Stiftung als Sponsor der Weiterbildung begrüßte Prior, dass in diesem Fall ganze Teams und nicht nur die Leitungen geschult worden seien. „Sie machen alle eine Arbeit, die kein „Job ist, den man eben so macht, sondern der anspruchsvoller denn je ist“. Eine positive Haltung gegenüber den Familien sei extrem wichtig für die Arbeit, so der Stiftungs-Geschäftsführer. Vor diesem Hintergrund habe die Stiftung natürlich Interesse daran, mit den Bramscher und dem Quakenbrücker Familienzentrum Bethanien nicht nur Leuchttürme zu unterstützen. „Wenn wir fördern und positive Ergebnisse sehen, möchten wir schon, dass der Landkreis diese Flamme auch anderenorts entzündet“.

Für die Kindertagesstätten in Kirchenkreisträgerschaft, zu denen auch das Familienzentrum Grüner Brink in der Gartenstadt gehört, lobte Superintendent Hans Hentschel das Engagement aller Beteiligten. „Das EEC-Konzept sähe ich gern in allen Trägerschafts-Kitas realisiert“, fügte er hinzu. Allerdings fürchtete auch er, dass dieser gute Ansatz dem Zwang der Ökonomie zum Opfer fallen könne.

Lammerskittensprach sich zum Abschluss dafür aus, die zahlenmäßigen Beschränkungen für Familienzentren aufzugeben. „Wenn sich der Nutzen des EEC-Konzepts erweist, sollten alle Kitas, die danach arbeiten, auch Familienzentren werden dürfen.


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