Grundsteinlegung fiel ins Wasser Startschuss für Nahwärme-Versorgung in Bramsche

Zur Grundsteinlegung für die Energiezentrale am Stapelberger Weg waren am Mittwoch Vertreter aller beteiligten Firmen gekommen. Der symbolische Akt fiel dann aber dem Dauerregen zum Opfer. Foto: Heiner BeinkeZur Grundsteinlegung für die Energiezentrale am Stapelberger Weg waren am Mittwoch Vertreter aller beteiligten Firmen gekommen. Der symbolische Akt fiel dann aber dem Dauerregen zum Opfer. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Die erste mit Nahwärme versorgte Siedlung in Bramsche nimmt Formen an: Die Bauarbeiten für die Energiezentrale im Neubaugebiet Stapelberger Weg haben begonnen.

Grundstein „nur virtuell“ verlegt

Der offizielle Grundstein wurde am Mittwochnachmittag allerdings „nur virtuell“ gelegt, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Brüggemann betonte. Zwar standen Steine und Mörtel dafür auf der Grundplatte des Heizhauses bereit, doch im strömenden Regen war an eine Verarbeitung nicht zu denken. „Den Mörtel könnt Ihr nicht mehr gebrauchen“, kommentierte ein Baufachmann den aufgeweichten Baustoff.

So blieb es beim Treffen der Projektbeteiligten und einigen Worten zum Projekt. Es seien bereits 1000 Meter Nahwärmeleitung verlegt worden, so dass nun der Bau der Energiezentrale beginnen könne, sagte Brüggemann. Diese werde dann Wärmeenergie in Form von 70 Grad heißen Wasser für 31 Wohnhäuser, darunter zwei Mehrfamilienhäuser, bereitstellen.

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Hergestellt werde diese Wärme in einem „hocheffizienten Blockheizkraftwerk“ und einem zentralen Gasbrennwertkessel zur Absicherung der Versorgung. Das BHKW spare durch das gleichzeitige Erzeugen von Strom und Wärme (Kraft-Wärme-Kopplung) Primärenergie ein. Das Projekt sei „ein gutes Beispiel dafür, wie die Energiewende effizient und bezahlbar vor Ort gestaltet werden kann“, meinte Brüggemann. Planung, Bau und Ausrüstung des Gebäudes übernähmen Bramscher Firmen.

Anschluss ab Ende August

Die Energiezentrale soll Ende August fertig sein. Dann können die einzelnen Häuser angeschlossen werden. Die Mitarbeiter der Stadtwerke würden die Verbindung zum Wärmenetz herstellen und im Haus eine Übergabestation installieren, erläutert der technische Leiter der Stadtwerke, Frank Schulte. Diese werde dann gemeinsam mit dem Bauherren oder seinem Heizungsbauer in Betrieb genommen.

„Ab dann braucht sich der Wärmeabnehmer um nichts mehr zu kümmern und kann seinen Wärmebedarf bequem über die Stadtwerke Bramsche decken“, warb Jürgen Brüggemann für die Nahwärme. 17 Verträge seien bereits verbindlich abgeschlossen.

Bürgermeister Heiner Pahlmann erinnerte an die Informationsveranstaltungen, bei denen das Nahwärmekonzept vorgestellt worden war. Über die Hälfte der damaligen Bauinteressen hätten sich einen Anschluss vorstellen können. „Für uns ist das ein Test, wir können uns das gut für weitere Baugebiete vorstellen“, meinte Pahlmann. Freiwilligkeit sei dabei eine bessere Lösung als ein Anschlusszwang.

Die Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet Stapelberger Weg hatten im Sommer 2016 begonnen. Durch archäologische Funde verzögerte sich aber die Fertigstellung um ein Jahr.


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