Ausdrucksstarke Gesichter Portraits von Flüchtlingen in Bramsche ausgestellt

21 Bilder stellt Franz Rzehak in der Niels-Stensen-Klinik Bramsche aus. Zu sehen sind Porträts von Geflüchteten, aufgenommen 2015 in der Erstaufnahme-Einrichtung in Hesepe. Foto: Sigrid Schüler21 Bilder stellt Franz Rzehak in der Niels-Stensen-Klinik Bramsche aus. Zu sehen sind Porträts von Geflüchteten, aufgenommen 2015 in der Erstaufnahme-Einrichtung in Hesepe. Foto: Sigrid Schüler

Bramsche. Im Rahmen der Veranstaltungsserie „HeimArt – Kunst trifft Heimat“ stellt Franz Rzehak Portraits von Flüchtlingen aus, die er vor zwei Jahren im Aufnahmelager Hesepe fotografiert hat. Die Bilder sind in den Niels-Stensen-Kliniken in Bramsche zu sehen.

Die Bilder seien an zwei Tagen im Jahr 2015 entstanden, erklärt Rzehak. Mit Hilfe eines Dolmetschers habe er die Flüchtlinge um ihr Einverständnis gebeten, sie für die Ausstellung ablichten zu dürfen. Es sei nicht ganz einfach gewesen, ihnen klar zu machen, dass die Bilder für eine künstlerische Ausstellung gedacht seien und nicht zur Registrierung im Aufnahmelager, so der Fotograf, denn die Verständigung sei nur über einen Dolmetscher möglich gewesen. Schließlich aber habe er die Einverständniserklärungen bekommen, ebenso einige kurze Sätze darüber, wer sie sind und warum sie sich auf die Flucht begeben habe. Diese Texte finden sich neben den Portraits.

Die Bilder habe er bewusst so gestaltet, dass der Fokus ganz auf dem Gesicht und dem Gesichtsausdruck liegt, erklärt Rzehak. Viele Portraits seien aus diesem Grund schwarz-weiß, und aus den Farbaufnahmen habe er Farbe herausgenommen. So sehe man wirklich nur das Wesentliche, und man könne sich beim Betrachten der Bilder auf das konzentrieren, was die Augen ausdrücken.

Müde und hoffnungsvolle Augen

Und die Augen dieser Flüchtlinge sprechen zum Betrachter, wahrscheinlich mehr, als sie es bei einer kurzen Begegnung auf der Straße tun würden. Manche Augen zeigen Hoffnung auf einen guten Anfang im neuen Land, auf Sicherheit für das eigene Leben und die Hoffnung, das Leben in Menschenwürde selbst gestalten zu dürfen. Andere Augen schauen den Betrachter müde an und man spürt, dass der Weg dieses Menschen bis hier ein langer und harter war. Andere wiederum scheinen fast desillusioniert, so als ob sie bereits jetzt, bei der Ankunft in Deutschland, schon wüssten, dass sie nicht bleiben dürfen. Nur zwei Menschen lächeln auf diesen Bildern. Eine junge Frau, etwas schüchtern, und ein junger Mann mit offenem Blick und Zuversicht.

Es sind 21 Schicksale, die Rzehak portraitiert hat, alle aus afrikanischen Ländern. Ob diese Menschen ein Aufenthaltsrecht bekommen haben, wisse er nicht.

Man sollte sich Zeit nehmen, wenn man durch die Ausstellung geht, um das, was die Blicke der Heimatsuchenden sagen, aufzunehmen und sich berühren zu lassen. Dann sieht man Menschen, die ihre Heimat und das, was ihnen lieb ist, zurückgelassen haben, um in Sicherheit und Würde leben zu können. Ein Wunsch, den alle Menschen teilen.

Die Aufnahmen von Franz Rzehak sind bis zum 26. August 2017 in der Niels-Stensen-Klinik in Bramsche zu sehen.


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