Initiative gegründet Eltern fordern Oberstufe für die IGS Bramsche

Von Matthias Benz

Für eine eigene Oberstufe an der IGS Bramsche engagiert sich die Elterninitiative mit den Sprecherinnen Renate Roß (vorne, Zweite von links) und Katharina Sandmann-Steinkamp (vorne, Dritte von links). Foto: Matthias BenzFür eine eigene Oberstufe an der IGS Bramsche engagiert sich die Elterninitiative mit den Sprecherinnen Renate Roß (vorne, Zweite von links) und Katharina Sandmann-Steinkamp (vorne, Dritte von links). Foto: Matthias Benz

Bramsche. Seit Anfang März gibt es eine Initiative, die sich für die Einrichtung einer Oberstufe an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Bramsche einsetzt. Bisher ist vorgesehen, dass Schüler der IGS zukünftig nach der zehnten Klasse auf das Greselius-Gymnasium wechseln, um dort das Abitur machen zu können.

Die Frage nach einer eigenen Oberstufe (Klassenstufen elf bis 13) gibt es schon lange, sie wurde schon vor dem Start der IGS im Jahr 2015 diskutiert. Der Landkreis als Schulträger und der Kreistag entschieden sich dann aber für das Modell einer „Kooperativen Oberstufe“, also einer engen Zusammenarbeit mit dem Gymnasium. Hauptargument: Die Schülerzahlen in Bramsche reichen nicht für zwei Oberstufen aus.

Anfang des Jahres wurde der Wunsch vieler Eltern von IGS-Schülern, eine Oberstufe an der IGS einzurichten, stärker. Schließlich wurden Anfang März durch die Elternvertreter der Schule Briefe an die Elternschaft verteilt und daraufhin die Initiative gegründet. „Wir arbeiten als Eltern völlig autonom“, erklären Renate Roß und Katharina Sandmann-Steinkamp als Sprecherinnen der Initiative. Die Schulleitung der IGS sei lediglich über das Anliegen der Eltern informiert worden und auch sonst stecken weder Parteien noch andere Institutionen hinter der Initiative.

„Wir wollen eine eigene Oberstufe an der Gesamtschule, damit die Schüler mit dem entsprechenden Potential auch das Abitur an der IGS machen können“, sagt Renate Roß, die einen Wechsel auf das Gymnasium als „Schulbruch“ bezeichnet, der nachteilig für die Entwicklung der Schüler sei. „Warum sollen wir diesen Bruch hinnehmen? Warum müssen wir uns an das Konzept des Gymnasiums anpassen?“

„Ich habe in meiner eigenen Schulzeit am Greselius-Gymnasium gesehen, dass Schüler, zum Beispiel von der Realschule, mit solch einem Schulwechsel nach der zehnten Klasse gescheitert sind“, erzählt Katharina Sandmann-Steinkamp. Das Gymnasium setze konzeptionell eher auf akademische Ausbildung, die für viele Gesamtschüler nicht der richtige Weg sei.

Laut der Initiative sei die fehlende Oberstufe derzeit für viele Eltern ein Grund, ihr Kind eher auf ein Gymnasium zu schicken. Es geht den Eltern also auch darum, die Attraktivität der Schule zu steigern. „Wir kämpfen nicht nur für unsere eigenen Kinder, sondern wir kämpfen mit der Initiative auch politisch für Bramsche“, so Renate Roß.

Wird es denn überhaupt genug Schüler für eine Oberstufe geben? Die Initiative ist optimistisch und glaubt, dass die Mindestanforderung von 48 Schülern pro Jahrgang erreicht werden könne. „Viele Schüler wandern aktuell nach Osnabrück oder Bersenbrück ab. Das wird nicht passieren, wenn die IGS eine Oberstufe hat“, sagt Renate Roß. Außerdem spekuliert die Iniative darauf, dass sich die Schülerzahl in Bramsche durch neue Firmenansiedlungen und wachsene Baugebiete generell erhöhen wird.

Dass zwei Oberstufen in Bramsche zwangsläufig um Schüler konkurrieren würden, glaubt die Initiative nicht: „Alle Schulen in Bramsche machen gute Arbeit. Die IGS ist nicht besser als das Gymnasium, sie ist anders. Für manche Schüler ist das Gymnasium der richtige Ort, andere kommen aber besser auf einer Gesamtschule zurecht“, argumentiert Katharina Sandmann-Steinkamp.

Bei einem Treffen mit Landrat Michael Lübbersmann (CDU) wurde die ungünstige Ausgangslage der Initative erneut deutlich. „Der Landrat hat uns die Pläne des Landkreises erklärt“, berichtet Renate Roß. Für die Initiative seien diese aber nicht überzeugend und entmutigen lässt sich das Kollektiv jetzt erst recht nicht: „Wir bekommen ständig Zulauf. Jeder übernimmt abhängig von seinen Stärken unterschiedliche Aufgaben. Wir sind gut vernetzt und dynamisch“, meint die Sprecherin.

Für eine gemeinsame Oberstufe beider Schulen fehlt es der Initiative an Konzepten. „Das wird in der Praxis nicht funktionieren“, ist sich Renate Roß sicher. Katharina Sandmann-Steinkamp sagt aber auch: „Wenn es eine frühe Kooperation geben kann, dann muss man sich das genau anschauen. Ich bin da aber auch skeptisch.“ Vor allem eines lehnen die beiden Sprecherinnen ab: Eine einseitige Anpassung der IGS-Schüler ans Greselius-Gymnasium dürfe es auf keinen Fall geben.