Nach neuem HKC-Antrag Ortsrat Ueffeln stimmt Steinbruch-Vertiefung zu

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Zusätzlich zur vorgesehenen Verbreiterung des Steinbruchs in Ueffeln könnte Betreiber HKC nun auch die Genehmigung für eine geplante Vertiefung der Abbaufläche erhalten. Archiv-Foto: HKCZusätzlich zur vorgesehenen Verbreiterung des Steinbruchs in Ueffeln könnte Betreiber HKC nun auch die Genehmigung für eine geplante Vertiefung der Abbaufläche erhalten. Archiv-Foto: HKC

Ueffeln. Der Ortsrat Ueffeln hat einer Vertiefung des Steinbruchs zugestimmt, nachdem die Betreiberfirma Hollweg, Kümpers & Comp. (HKC) einen veränderten Antrag mit geringerer Abbautiefe gestellt hat.

In einer Ortsrats-Sitzung am Montagabend stimmten neun der elf Ortsrats-Mitglieder dafür, den Planungen von HKC stattzugeben. Dagegen waren Bernhard Rohe (Die Linke) und Reinhold Wübben (Bündnis 90/Die Grünen).

Geringere Abgrabungstiefe

Festhalten will HKC an der vorgesehenen Verbreiterung der Abbauflächen im Gehn-Steinbruch in südlicher Richtung um mehr als elf Hektar. Diese war auch in der Bramscher Kommunalpolitik unumstritten. Vertieft werden soll der Steinbruch nun allerdings nicht mehr von jetzt 60 Metern über Normalnull auf 52 Meter. Vielmehr will HKC vom bislang zulässigen Niveau aus bis auf eine Tiefe von 55 Metern über Normalnull baggern. Dadurch sei es – anders als bei einem vorherigen Genehmigungsantrag vorgesehen – nicht mehr nötig, Grundwasser abzupumpen. In Frage stand eine Grundwasserentnahme von bis zu 360.000 Kubikmeter jährlich.

Trotz dieser neuen Entwicklung plädierte Bernhard Rohe im Ortsrat dafür, weiterhin bei einer Ablehnung der Pläne zu bleiben: „Unsere Vorgabe war, die Abbautiefe gar nicht zu verändern, sondern bei 60 Metern zu belassen“, verwies er auf eine Stellungnahme des Ortsrats zu den vorherigen Planungen von HKC. „Ein Kompromiss war bei diesem Votum nicht vorgesehen“, so Rohe weiter. Skeptisch sei er auch, erklärte der Linke, weil die Grundwassermessungen im Steinbruch von einer Privatfirma vorgenommen werde, die von HKC bezahlt werde. Rohes Bedenken konnte auch Wolfgang Tangemann vom Bauamt der Stadt Bramsche nicht zerstreuen, der darauf hinwies, dass auch der Landkreis Osnabrück als zuständige Umweltbehörde regelmäßig kontrolliere.

Zwei Gegenstimmen

Rohe stimmte wie auch Grünen-Ortsratsmitglied Reinhold Wübben dagegen, dem neuen Antrag von HKC das Einvernehmen zu erteilen. CDU und SPD hingegen stimmten für das Einvernehmen. „Grund für unsere ursprünglich ablehnende Haltung war die drohende Grundwasserentnahme in erheblichem Ausmaß“, sagte Laurentius Stuckenberg. Wenn die Vertiefung des Steinbruchs nun möglich sei, ohne Grundwasser abzupumpen, „dann stimmen wir zu“. Sein Fraktionskollege Holger Korfmann wies zudem darauf hin, dass es bei der Gesteinsgewinnung aus dem Wasser durch Bagger keine Sprengungen mehr gebe. „Das ist auch positiv zu sehen“.

Für die SPD erklärte Maximilian Busch das Einverständnis mit den veränderten Planungen des Steinbruch-Betreibers. Nach seiner Auffassung gebe es „auch ein öffentliches Interesse, dort weiter zu fördern“. Es handele sich um hochwertiges Gestein, für das es einen großen Bedarf gebe, sagte Busch weiter. Es sei aber auch in ökologischer Hinsicht nicht sinnvoll, den Ueffelner Steinbruch vorzeitig aufzugeben und stattdessen anderswo zu produzieren.

Am Donnerstag, 15. Juni 2017, berät auch der Stadtrats-Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt über die vorgesehene Änderung der Abgrabungstiefe im Steinbruch, abschließend der Verwaltungsausschuss am 21. Juni 2017. In der Vergangenheit hatten sich die Gremien dem Votum des Ortsrats Ueffeln angeschlossen. Zuständige Genehmigungsbehörde für den Antrag von Hollweg, Kümpers & Comp. ist dann der Landkreis Osnabrück.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN