Trägerverein übernimmt Zukunft der Waldorf-Kita in Achmer gesichert

Das Gebäude der Waldorf-Kita Auf dem Vogelbaum geht in städtisches Eigentum über, die Betriebsträgerschaft übernimmt ein Verein der Mitarbeiterinnen. Grafik: Google/Earth/ Stadt BramscheDas Gebäude der Waldorf-Kita Auf dem Vogelbaum geht in städtisches Eigentum über, die Betriebsträgerschaft übernimmt ein Verein der Mitarbeiterinnen. Grafik: Google/Earth/ Stadt Bramsche

Bramsche. Der neue Verein der Mitarbeiterinnen der Waldorf-Kita Auf dem Vogelbaum in Achmer kann die sogenannte Betriebsträgerschaft der Einrichtung übernehmen. Das Gebäude geht in städtisches Eigentum über. Das empfahl jetzt der Sozialausschuss des Rates bei zwei Enthaltungen aus den Reihen der CDU.

Mit dieser Regelung, die noch vom Rat abgesegnet werden muss, ist die Zukunft der Einrichtung gesichert, die zu Anfang des Jahres plötzlich auf der Kippe zu stehen schien. Die seinerzeit vom Sozialwerk Evinghausen erbaute und von ihm auch betriebene Kita wies erheblichen Sanierungsbedarf auf. Das Sozialwerk sah sich allerdings nicht in der Lage, die auf insgesamt über 400 000 Euro geschätzten Sanierungskosten zu stemmen und wollte sich von der Kita trennen.

„Das ist eine Übertragung, kein Kauf“, stellte Erster Stadtrat Ulrich Willems bei der Vorstellung des Verwaltungsvorschlages mit Nachdruck klar. Beim Übergang des Gebäudes in städtisches Eigentum werde kein Geld an das Sozialwerk fließen. Ansonsten mache er sich über den „störungs- und reibungslosen Übergang“ auf den Trägerverein keine Sorgen, da der Verein mit dem gleichen Personal und nach dem gleichen Konzept weiterarbeiten werde. Da die Stadt ansonsten aber noch keine Erfahrung mit dem Trägerverein habe, werde die Kündigungsfrist, abweichend von den Verträgen mit anderen Trägern, auf sechs Monate zum Ende eines Kindergartenjahres verkürzt.

Pfeil-Witzke: Eltern wären überlastet

Für den Trägerverein erklärte Kita-Leiterin Iris Pfeil-Witzke, das dem Sozialwerk zugrunde liegende Prinzip, die Eltern in die Verantwortung für den Kindergarten mit einzubinden, habe sich nicht zuletzt aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen als nicht mehr tragfähig erwiesen. Gerade berufstätige Eltern seien mit einer solchen Verantwortung schlicht überlastet. „Wir Mitarbeiterinnen wollten die Situation schon lange ändern und freuen uns, als Verein jetzt in die Verantwortung einzutreten“.

Für die SPD nannte Stephan Bergmann die Entwicklung eine Win-Win-Situation für Stadt ebenso wie für den neuen Trägerverein, der die bewährte Arbeit fortsetzen könne. Die Stadt profitiere zudem von der Trägervielfalt. Dieser Auffassung schlossen sich auch Jan Beinke (FDP) und Josef Riepe von den Linken an. Miriam Thye (Bündnis 90/Die Grünen) wünschte der Kita Ruhe „nach einer aufwühlenden Zeit“.


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