Konzert mit Brothers in Arms Waffenbrüder überzeugen im Bramscher Kino

Von Holger Schulze

Mit Brothers in Arms erlebten die Dire Straits Fans einen Coverabend mit Charakter im „Universum“. Foto: Holger SchulzeMit Brothers in Arms erlebten die Dire Straits Fans einen Coverabend mit Charakter im „Universum“. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Der Samstagabend im Kino Universum war eindeutig einer für die Generation 50 plus. Nicht weiter verwunderlich, denn auf der Bühne stand Brothers in Arms. Eine über die Grenzen von Deutschland hinaus gebuchte Coverband der Dire Straits gab sich in Bramsche erneut die Ehre.

Mehrere hundert Liveauftritte haben die Waffenbrüder mit Andreas „AL“ Leisner, Gitarre und Gesang, Andy „DOC“ Kraus, Bass, Oly Wahner, Schlagzeug, Moritz Schuster. Keyboards und Morris Kleinert, Akustik- und Pedal Steel Gitarre mit den Songs der damaligen Chartstürmer aus Großbritannien bereits hinter sich.

Mit einem Countdown und majestätischen Bläserklängen betraten die Musiker aus dem Dunkeln heraus die unbeleuchtete Bühne, und zeigten dem Publikum sogleich mit dem ersten Sequenzen, welches Instrument an diesem Abend den dominanten Part innehaben sollte. Andreas „AL“ Leisner ließ seine Gitarre laufen, lautstark und ebenso satt wie auch seine sonore Stimme anschließend rüberkam.

Die Musik der Dire Straits ist eine, die noch Zeit hatte und sie sich nahm. Die Stücke aus dem vergangenen Jahrhundert lassen Raum für ausgespielte Soli, müssen nicht innerhalb der Dreiminutengrenze abgespielt sein. Auf gellende Gitarrensoli folgen auch schon mal gedehnt, dezente Pianostellen oder ein Bass, der bei Gelegenheit das Stück so herrlich entschleunigt ersterben lässt.

Es war ein dichter Klangteppich, den Brothers in Arms über den Abend legte. Das Programmkonzept der Band besteht aus Musik pur. Da reihte sich nahtlos Stück an Stück. Maximal, dass Leadsänger Andreas Leisner ganz vereinzelt den jeweiligen Titel des soeben gehörten Songs nachreichte.

Die ausgewiesenen Dire Straits Fans waren hierauf eh nicht angewiesen. Andere Zuhörer konnten sich dann eben einfach so dem Sound überlassen, der bis in die letzten Sesselreihen charakterstark, allzeit präsent, authentisch ausformuliert sowie professionell präsentiert und von der Technik ebenso fachkundig ausgesteuert dargeboten wurde.

Das Konzert insgesamt floss von seiner Struktur her betrachtet wie ein üppiger, unaufgeregter und unbeirrbarer Strom, nur vereinzelt aufgepeitscht durch das Vibrato der Leadgitarre dahin.

Das Publikum erlebte eine, lediglich vom Beifall und zunehmenden Jubelrufen unterbrochene Dire Straits Performance, live und in einer Soundqualität und -stärke, die in den häuslichen vier Wänden entweder die Alleinlage der Immobilie oder die Verwendung von Kopfhörern angeraten erschienen ließ.

Die Band selbst zeigte sich als ein Team wirklich guter Instrumentalisten mit einem eng aufeinander abgestimmten Zusammenspiel.

Dass der nicht zum Aufführungskonzept gehörende Kontakt der Band mit dem Publikum über die Musik hinaus mittels gelegentlicher Wortbeiträge einem Authentizitätswillen zur Aufführungspraxis von Mark Knopfler geschuldet war, soll an dieser Stelle einmal unterstellt werden.

Das Publikum jedenfalls schien dies nicht zu vermissen. Es bekam dafür die volle Dröhnung Dire Straits serviert. Inklusive der typisch ausgespielten Soli und auch sonst den Arrangementvorgaben des Originals nacheifernd. So verwunderte das Zugabenverlangen durch das Publikum nach der offiziellen Show denn auch nicht weiter.

Für Dire Straits Fans steht auch schon das nächste Event in Bramsche fest. Am Samstag, 10. Juni, werden die „dire strats“ ihren Tribute an Dire Straits und Mark Knopfler im Rahmen von „Rosenhof on Tour“ abliefern.