Jahreshauptversammlung Wolfgang Kirchner Ehrenvorsitzender der Bramscher SPD

Von Holger Schulze


Bramsche. Für seinen 45-jährigen Einsatz für die SPD auf lokaler wie auf Kreis-, Bezirks-, Landes und auch Bundesebene hat die Bramscher SPD Wolfgang Kirchner während der Jahreshauptversammlung zu ihrem Ehrenvorsitzenden ernannt.

In einem ersten Grußwort stellte Bürgermeister Heiner Pahlmann auf die Ansiedlung des Landtechnikherstellers Amazone mit der damit verbundenen Schaffung zusätzlichen Arbeitsplätzen ab, für die sich die Fraktion im Stadtrat auch zur Not einmal gegen den Wind stellen müsse. Ferner lobte er die konstruktive Arbeit seiner Partei.

Spiering: Müller tritt Grundvertrauen mit Füßen

Erheblich weniger freundlich ging Rainer Spiering als nächster Redner mit den Vorgängen um die von der Theo-Müller-Gruppe geplante Verlagerung des Homann-Werkes in Dissen nach Sachsen um. „Der Müller tritt Grundvertrauen mit Füßen, und bei uns in Niedersachsen gibt es dieses Vertrauen noch. Wir werden, sollte Homann von Sachsen Subventionen erhalten, dies begleiten und darauf achten, dass Müller diese Subventionen nicht zu Unrecht erhält“, waren deutliche Worte des hiesigen Bundestagsabgeordneten in Richtung Süddeutschland. „Die Stadt Dissen ist bis oben hin zu mit weltweit führenden Logistikern. Warum wollen die also überhaupt nach Sachsen“, lenkte Rainer Spiering im weiteren Verlauf seiner Rede den Blick auf das Motiv für die Schließung und Verlagerung der Homann Werke. „Die einzige Antwort ist die Lohndifferenz von 500 Euro pro Monat und Mitarbeiter. Bei 1000 Arbeiternehmern im Jahr addiert sich dies auf 80 Million Euro in den nächsten zehn Jahren. Über diese Differenz können die in einer Region ohne jede Infrastruktur ein Werk in die Pampa ballern. Dass dies in unserem Land möglich ist, ist eine Schande“, wurde Rainer Spiering nochmals sehr deutlich.

„Einer der namhaften Hersteller von Landwirtschaftstechnologie erwägt, nach Bramsche zu kommen“, mit dieser Einleitung macht Rainer Spiering anschließend Werbung für das neu entstehende Gewerbegebiet in Schleptrup „Ihr bekommt eine Firma (Amazone), die Technologieführer ist. Mit Kernkompetenzen, guten Berufsausbildungsangeboten und Facharbeiterplätzen. Das bedeute für Bramsche ein Sprung nach vorne mit zukunftssicheren Arbeitsplätzen“, unterstrich Rainer Spiering.

Stichwort: Nach vorne

Auch im Hinblick auf die Windenergie fiel bei ihm das Stichwort „nach vorne“. „Wenn man nach vorne will, macht nicht alles Spaß. Doch wenn man etwas Gutes bewegen will, muss man mit der Zeit gehen“, schloss Rainer Spiering seine Ausführungen zu den aktuellen Brennpunkten der erweiterten Lokalpolitik.

Mit einigen Ergänzungen zum im Schriftform vorgelegten Vorstandsbericht ergriff anschließend Ralf Bergander als Vorsitzender des Ortsvereins das Wort. „Wir haben bei der Kommunalwahl die absolute Mehrheit nicht geschafft, aber unser Vorhaben, in Bramsche wieder klare Verhältnisse zu bekommen, hinbekommen. Wir sind in Bramsche wieder in der Verantwortung, aber wir sind es nicht allein, und deshalb geht es nicht ohne Abstimmungen und Kompromisse. Das müssen wir noch ein bisschen lernen“, konkretisierte er zunächst die Konsequenzen aus der Kommunalwahl des vergangenen Jahres.

„Unheimlich geärgert“ hatte sich Ralf Bergander, „dass bei dem Einen oder Anderen die Wahl bereits beendet war, nachdem die Listenplätze feststanden“. Gefreut hatte ihn jedoch auch das Engagement vor Ort. „Letztendlich sind wir aus der Kommunalwahl sehr, sehr stark herausgegangen“. Bergander schloss seinen Beitrag mit Feststellungen über den Umgang der Bürger mit der Politik. „Hier bei uns benehmen und artikulieren sich Menschen so, dass sich der eine oder andere Politiker fragt, warum tue ich mir das an. In unserer Fraktion gibt es auch Leute, die haben Angst, darüber muss man nachdenken.“

Erstmalig in der Geschichte der Bramscher SPD wurden bei der Jahreshauptversammlung verdiente Ehrenamtliche mit einer Ehrenamtsmedaille ausgezeichnet. Lore Mrohs erhielt diese als Mitbegründerin von 60 plus sowie für ihre stetige Anwesenheit an den Wahlkampfständen in den letzten Jahrzehnten. Auch dankte ihr die Partei für die unermüdliche Verteilung von „Bramsche im Blickpunkt“, abgekürzt BiB. Helmut Brockmeyer, ebenfalls Mitbegründer von 60 plus, hatte sich zusätzlich um die Finanzierung des BiB verdient gemacht.