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Interview mit „Devils“-Trainer Rupp Bramscher Basketballer: Das Ziel ist der Klassenerhalt

Von Sascha Knapek

<em>Ohne den Kapitän? </em>Dirk Rhinehart (links) droht für das Spiel seiner „Red Devils“ in Neustadt auszufallen. Archiv-Foto: KamperOhne den Kapitän? Dirk Rhinehart (links) droht für das Spiel seiner „Red Devils“ in Neustadt auszufallen. Archiv-Foto: Kamper

Bramsche. Am 8. Oktober beginnt für die Regionalliga-Basketballer des TuS Bramsche die neue Saison. Für den Vorsitzenden Christian Rupp wird es eine Spielzeit in Doppelfunktion: Zusätzlich zu seiner Tätigkeit im Vorstand leitet Rupp die Geschicke der Mannschaft von der Seitenlinie aus. Im Interview mit unserer Zeitung sprach der neue Trainer über den aktuellen Kader und die Saisonziele der „Red Devils“.

Welche Saisonziele haben sich die „Red Devils“ in der 1. Regionalliga gesetzt?

Auch in der kommenden Saison kann das Ziel nur der Klassenerhalt sein. Wir haben vermutlich den kleinsten Etat in der Liga. Wir wollen uns mit Spielern aus der Region in der Regionalliga etablieren. Wir sind auch eine große TuS-Abteilung mit einer Reserve in der Oberliga und vielen Jugendteams in den höchsten Spielklassen. Allerdings müssen wir uns zukünftig auch ein wenig besser verkaufen. Wir hatten fast den höchsten Zuschauerschnitt; unsere Heimspiele sind immer gut organisiert. In der Osnabrücker Region sind wir nach dem Aus der „Ballers“ die erste Adresse im Herrenbasketball.

Personell tun vor allem die Abgänge von Ronny Weihmann, Daniel Meyer und Nico Hackmann weh.

Es ist schwer, diese Abgänge zu kompensieren. Die Mannschaft muss nun enger zusammenrücken und Spieler, die im letzten Jahr nur wenig Einsatzzeit bekommen haben, müssen nun mehr Verantwortung übernehmen. Im Moment bin ich mit unseren Neuzugängen sehr zufrieden; Spieler wie Flo Avermann oder Nico Thöle haben sich gut entwickelt. Letztlich sollten wir uns auch keine Gedanken über die letzte Saison machen. Wir müssen mit den Spielern, die uns zur Verfügung stehen, arbeiten und das Optimale herausholen. Ich bin davon überzeugt, dass wir das Saisonziel mit dem Kader erreichen, wenn wir einigermaßen verletzungsfrei durchkommen.

Was erwarten Sie von den Neuen, und wie läuft ihre Integration?

Wir haben bisher fünf Neuzugänge, wobei Marcel Kosiol, Ingo Voss, Timo Völkerink und Lukas Kleyböcker ja bereits für uns gespielt haben oder aus der eigenen Jugend kommen. Auch Benni Vogelsang kennt fast alle Spieler, da er schon mit Marcel, Ingo und Dirk beim OSC gespielt hat. Die Integration ist also kein Problem. Alle Spieler haben das Talent, ein wichtiger Baustein im Team zu werden. Lukas ist mit seinen 16 Jahren noch sehr jung und muss sich langsam ins Team arbeiten. Für alle anderen ist es durchaus denkbar, dass sie es in die Startformation schaffen. Marcel Kosiol soll die Rolle von Ronny übernehmen – wobei er ein komplett anderer Spielertyp ist. Er ist ein „Pass-First“ Guard, der lieber seine Mitspieler bedient, als selbst zu punkten. Er hat zwar eine längere Pause auf diesem Niveau hinter sich, hat aber technisch nichts verlernt. Er muss lediglich noch etwas an seiner Kondition arbeiten. Timo Völkerink muss nach einem Jahr Verletzungspause noch ein wenig auf sein Knie aufpassen, hat aber in der Vorbereitung gezeigt, wie wichtig er für das Team ist, und gute Leistungen abgerufen. Mit Benni haben wir einen tollen Fang gemacht. Er ist ein netter Typ und war sofort voll akzeptiert im Team. Er ist ein klassischer Innenspieler mit gutem Körper und weichem Händchen. Er wird auf jeden Fall ein fester Teil der Rotation sein und uns erheblich unter dem Korb weiterhelfen. Bei Ingo Voss ist es, als sei er nie weg gewesen. Obwohl er berufsbedingt kürzertreten musste, war er in der Vorbereitung sofort wieder ein Leistungsträger. Leider kann Ingo wohl aus beruflichen Gründen nicht alle Spiele mitmachen.

Wo sehen Sie Ihre Stärken in der Saison 2011/12?

Ich habe die Hoffnung, dass wir viel Kraft aus unserer Teamchemie ziehen. Unter dem Korb haben wir mehr Waffen. Umso wichtiger ist es, dass wir gut von außen treffen, damit sich die gegnerische Verteidigung nicht auf unsere Innenspieler konzentrieren kann. Ich denke, wir haben eine gute Mischung – aber natürlich auch noch viel Arbeit vor uns. Wir müssen uns einfach gut auf die Gegner einstellen und mit breiter Brust spielen.

Sehen Sie Handlungsbedarf, auf dem Spielermarkt tätig zu werden?

Unter dem Korb haben wir im Moment eigentlich keine Probleme. Mit Benni, Ingo und Chris Rühlmann haben wir eine sehr gute Rotation und mit Lukas noch ein Riesentalent in der Hinterhand. Wenn dort mal ein Spieler verletzungsbedingt ausfallen sollte, dann haben wir in der „Devils“-Zweiten vier große Akteure, die uns weiterhelfen würden. Mit der Qualität auf den kleinen Positionen bin ich eigentlich zufrieden. Ein Problem ist allerdings, dass wir im Moment nur einen Zehner-Kader haben. Es gibt immer Verletzungen und berufsbedingte Ausfälle. Neben Ronny, Daniel und Nico haben uns ja auch Thorben Hartmann und Timo Ricke wegen des Studiums verlassen. Wir hätten gerne zwei Spieler zusätzlich, allerdings müssen diese Akteure sowohl das nötige Talent mitbringen als auch in das Mannschaftsgefüge passen. Derzeit gibt es da in der Region leider nicht viele geeignete Kandidaten. Und um Spieler von außerhalb zu holen, fehlen uns finanzielle Mittel.

Wen sehen Sie als direkten Konkurrenten, und wie beurteilen Sie die Liga?

Trotz der neuen Ausländerregelung (nur ein Nicht-EU-Ausländer) hat die Liga nicht an Qualität verloren. Viele Teams haben in dieser Saison Spieler aus der EU verpflichtet, um ihr Team zu verstärken. Oldenburg, Stade, Magdeburg und Itzehoe haben den Aufstieg bzw. eine Top-Platzierung als Saisonziel herausgegeben. Ich denke, Oldenburg und Stade sind klar die Favoriten in der Liga. Dahinter ist meiner Meinung nach alles möglich. Charlottenburg könnte für eine Überraschung gut sein, da sie einen guten Trainer verpflichtet haben und Berlin natürlich über eine große Auswahl an guten Spielern verfügt. In der Regionalliga entscheiden oft Kleinigkeiten oder Tagesform. Im vergangenen Jahr haben viele Top-Teams in Bramsche Federn gelassen. Entscheidenden Einfluss hat, wenig Verletzungsprobleme zu haben und in den entscheidenden Spielen die optimale Form abrufen zu können. Wir haben in den ersten fünf Partien mit ASC Göttingen, Rostock, Wolfenbüttel, BG Göttingen und Aschersleben Gegner, gegen die wir möglichst drei Siege einfahren müssen, um nicht direkt unten reinzurutschen.