Stadt sucht Grundstück Bald Freilauffläche für Hunde in Bramsche?

Von Heiner Beinke

Hunde brauchen Auslauf. Nicht nur in der Brut- und Setzzeit sind in Bramsche die Möglichkeiten für die Vierbeiner, sich auszutoben, aber sehr begrenzt. Foto: Peter Kneffel/dpaHunde brauchen Auslauf. Nicht nur in der Brut- und Setzzeit sind in Bramsche die Möglichkeiten für die Vierbeiner, sich auszutoben, aber sehr begrenzt. Foto: Peter Kneffel/dpa

Bramsche. „Im Idealfall“ soll Bramsche noch in diesem Jahr eine Freilauffläche für Hunde bekommen. Die Stadt sei derzeit auf der Suche nach einer geeigneten Fläche. Es gebe auch konkret eine „die der Bürgermeister im Auge hat“, bestätigte am Freitag die städtische Pressesprecherin Dorit Barz.

In der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis 15. Juli, in der ein genereller Leinenzwang zum Schutz des Nachwuchses in der freien Natur gelte, sei das nicht möglich. Aber wenn alles laufe wie gewünscht, könne es danach schon ein entsprechendes Angebot in Bramsche geben, sagte Barz: „Im Idealfall klappt das noch im Spätsommer. Wir halten das jedenfalls für absolut sinnvoll“. Zur Lage der Fläche möchte sie wegen laufender Gespräche keine Angaben machen.

Wie in vielen anderen Kommunen auch gilt im gesamten Bramscher Stadtgebiet praktisch ganzjährig ein Leinenzwang für Hunde zum Schutz der Bevölkerung. Ein solches generelles Verbot des Freilaufs von Hunden ist aber aus Tierschutzgründen umstritten: „Ein genereller Leinenzwang für Hunde ist aus ethologischer Sicht abzulehnen und somit tierschutzrelevant. Zu einer tiergerechten Haltung von Hunden gehört die Möglichkeit zu einem freien Auslauf ohne Leine und zu freiem Kontakt mit Artgenossen. Leinenzwang und Maulkorb behindern den artgemäßen Sozialkontakt, die olfaktorische Kommunikation und das Erkundungsverhalten“, schreibt Dr. Dorothea Döring vom Lehrstuhl für Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene und Tierhaltung, Veterinärwissenschaftliches Department der Tierärztlichen Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München, in einer Ausarbeitung zum Thema Leinenwang. Es gebe auch Gerichtsurteile, unter anderem des Oberverwaltungsgerichtes Niedersachsen, in denen ein solcher genereller Leinenzwang für unzulässig beziehungsweise unverhältnismäßig erklärt wird.

Weiterlesen: Hunde im Bramscher Hasebiotop unerwünscht

Wenn denn schon ein Leinenzwang verordnet werde, müssten in den Kommunen„immer ausreichend viele und große Freilaufareale für Hunde zur Verfügung gestellt werden“, fordert die Expertin. Bei zu kleinen Flächen könne es „infolge einer zu großen Hundedichte zu Raufereien unter den Tieren kommen“.

In Bramsche wurde die Ausweisung von Freilaufzonen unter anderem bei der Diskussion über eine Nutzungssatzung am Hasesee angeregt. Es wurde dabei auch diskutiert, freilaufende Hunde am Hasesee zu bestimmten Zeiten zu erlauben. Eine Idee, die Dorit Barz nicht für praktikabel hält: „Das müsste ja schon morgens vor sieben Uhr sein, sonst kommt ja der Schülerverkehr dazu“. Außerdem fürchtet sie ständige Diskussionen darüber, ob den ein Hund noch innerhalb dieser Frist oder doch schon zu spät herumgelaufen sei.

Nicht nur am Hasesee taugen Hunde ständig als Aufregerthema. Wegen freilaufender Tiere, die manchen Passanten Angst machen, oder wegen der Hinterlassenschaften, die von einigen Hundehaltern nicht beseitigt werden. Ausreichend große, gut erreichbare Freilauf-Flächen könnten für Entspannung sorgen. Was die Kosten betrifft: Die Stadt Bramsche nimmt im Jahr 2017 nach eigener Planung 167000 Euro Hundesteuer ein. Diese Mittel sind laut Gesetz zwar nicht zweckgebunden, die Halter würden die Steuer aber sicherlich lieber zahlen, wenn sie einen Gegenwert dafür bekämen.

Weiterlesen: Hunderegister auch in Bramsche lückenhaft?


1 Kommentar