Spende und neue Sammlungsstücke Bramscher Thomas-Stiftung wächst immer weiter

Von Heiner Beinke


Bramsche. Auch ohne eine aktuelle Ausstellung wird bei der Bramscher Thomas-Stiftung intensiv und auf mehreren Feldern an einer künftigen Präsentation in Bramsche gearbeitet. Jüngste Erfolge. Eine anonyme Spende in Höhe von 10000 Euro und die Anschaffung von Duplikaten weltberühmter Stücke aus Afrika.

„Wir wissen natürlich, von wem das Geld kommt“, betont Thorsten Thomas, Namensgeber und umtriebiger Macher der Stiftung. Das Geld sei der Stiftung überlassen worden für die „wunderbare Arbeit, die wir ehrenamtlichleisten“, zitiert Thomas den Wohltäter. Ohne konkrete Zweckbindung werde das Geld zur Aufstockung des Stiftungskapitals verwandt.

Gute Rendite

Wie alle Stiftungen kann auch die Thomas-Stiftung nur mit den Zinsen arbeiten, die das Kapital erbringt. Das Stiftungskapital selbst darf nicht angetastet werden. In der aktuellen Niedrigzinsphase haben deshalb viele Stiftungen Probleme, weil es kaum noch Erträge gibt, die eingesetzt werden können. Die Thomas-Stiftung hat nach den Worten von Thorsten Thomas das Glück, zu einem Netzwerk naturwissenschaftlicher Stiftungen zu gehören, das Kapital bündelt und über einen Fonds einsetzt. So sei es im letzten Jahr gelungen, eine Rendite von 4,9 Prozent zu erzielen. „Wir sind die kleinste Stiftung in diesem Verbund“, stellt Thomas klar. Das Kapital betrage derzeit 65000 Euro. Das ist wirklich nicht viel für eine Stiftung. „Aber wir sind mit 2000 Euro gestartet“, betont der Stiftungsgründer.

Thorsten Thomas erinnert daran, dass die Stiftung und der dazugehörige Förderkreis bisher die gesamte Arbeit ehrenamtlich geleistet hätten. Die Ausstellung zur ägyptischen Geschichte im Bramscher Bahnhof wie auch das Bildungs-“Projekt Humboldt“ für Jugendliche seien ausschließlich ehrenamtlich geleistet worden. In Vorbereitung einer dauerhaften Präsenz, die nach wie vor das große Ziel bleibt, sei das nächste, wichtige Etappenziel die Schaffung einer ersten Honoratstelle möglichst bis 2018. Für Thomas wäre dies ein entscheidender Schritt hin zu einer Dauerausstellung. Für einen künftigen Museumsstandort gebe es auch bereits erste Überlegungen, es sei aber noch zu früh, um dazu konkreter zu werden.

Neue Schätze aus Afrika

Der größte jemals gefundene Diamant, der Cullinan-Diamant, existiert nur noch als Abguss. Eine Kopie davon besitzt jetzt auch die Thomas-Stiftung.

Zeitgleich wird am Ausbau der Sammlungen weitergearbeitet. Seit Kurzem besitzt die Stiftung Duplikate von zwei weltberühmten Schätzen aus Afrika: die Büste der Nofretete und den größten Diamanten der Welt, den Cullinan-Diamanten.

Bei der Nofretete-Büste arbeitete die Stiftung wieder mit dem ägyptischen Wissenschaftler und Bildhauer Dr. Mostafa Elezaby zusammen, der schon die Kopie der Totenmaske von Tutanchamun für die Bramscher gefertigt hat. Die Nofretete zählt zu den bekanntesten Kunstschätzen des Alten Ägyptens. Sie wurde 1912 bei Ausgrabungen der Deutschen Orient-Gesellschaft in Tell el-Amarna entdeckt. Das Original ist heute die Hauptattraktion des Ägyptischen Museums in Berlin. „Die letzte Patina“ an ihr Duplikat habe die Stiftung deshalb auch in Deutschland aufbringen lassen, weil Elezaby in Kairo dieses Werk, anders als seinerzeit die Maske des Tutanchamuns, nicht selbst in Augenschein nehmen konnte. „Das ist einer der besten Abgüsse überhaupt“, freut sich Thorsten Thomas auf den Tag, an dem diese aufwendige Kopie in Bramsche präsentiert werden kann.

Geschichtlich sei Nofretete bemerkenswert, weil sie als erste Frau gleichrangig neben dem Herrscher dargestellt worden ist. Ihr Gatte Echnaton gilt als Begründer der ersten Ein-Gott-Religion Religion Ägyptens.

Riesendiamant

Ein Glanzstück der Mineralien-Sammlung soll die Kopie des Cullinan-Diamanten sein. Es ist der größte jemals gefundene Diamant, der 1905 in Südafrika in der Premier Mine in Cullinan entdeckt worden ist. Drei Jahre später wurde er in Amsterdam in 105 Steine gespalten, neun große und 96 kleine. Die neu großen sind heute Teil der britischen Kronjuwelen und befinden sich im Tower of London.

Dass die Thomas-Stiftung trotzdem eine Kopie des Originalsteins zeigen kann, liegt daran, dass schon 1905 ein Abguss des Sensationsfundes gefertigt wurde. „Davon wurde seit Jahrzehnten kein Abguss mehr gemacht“, freut sich Thorsten Thomas, dass es gelungen ist, diese Adresse ausfindig zu machen und den legendären Stein künftig in der Originalgröße zeigen zu können. Außerdem besitzt die Stiftung eine Kopie des größten abgespaltenen und geschliffenen Steins Cullinan I, der als „Großer Stern von Afrika“ berühmt geworden ist.

Auch wenn es derzeit noch keine geeignete Örtlichkeit gibt, freut sich Thorsten Thomas schon auf den Tag, an dem diese Stücke in Bramsche gezeigt werden können. Langen Atem und Durchhaltevermögen hat seine Stiftung ja schon bewiesen.


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