Pahlmann schließt sich Bündnis an Friedensfahrt 2017 führte von Osnabrück nach Bramsche

Von Holger Schulze

Herzlich begrüßt: Die Radfahrer der Osnabrücker Friedensinitiative werden in der Tuchmacherstadt von Bürgermeister Heiner Pahlmann empfangen. Foto: Holger SchulzeHerzlich begrüßt: Die Radfahrer der Osnabrücker Friedensinitiative werden in der Tuchmacherstadt von Bürgermeister Heiner Pahlmann empfangen. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Die diesjährige Friedensradfahrt der Osnabrücker Friedensinitiative führte die Teilnehmer am Osterwochenende nach Bramsche.

An der ersten Station wurde die Gruppe von Bürgermeister Heiner Pahlmann vor dem Rathaus empfangen. Hier verlas Johannes Bartelt zunächst die „Forderungen Ostermarsch Osnabrück-Bramsche 2017“ – einen aus zwölf Punkten bestehenden Aufruf zur Friedenssicherung in der Welt. Die „sofortige Beendigung aller Bombenangriffe, Klärung und Bestrafung des Giftgaseinsatzes unter der Hoheit der UN“ sowie die „Entwaffnung aller nichtstaatlichen Gruppen und Forcierung der Friedensgespräche“ in Syrien stand da ganz oben auf der Liste.

Forderungen durch Johannes Bartelt verlesen

Auch die Ukraine Krise, die Waffenexporte in die Türkei, die Zukunft in Afghanistan, Abrüstungsmaßnahmen im Hinblick auf Atomwaffen oder die Unterbindung der Koordinationseinsätze im Syrienkrieg von Ramstein aus zählten zu den Forderungen.

Ein weiteres Anliegen des Besuches bei Heiner Pahlmann war die Aktion „Bürgermeister für den Frieden“, die anschließend durch Achim Bigus vorgestellt wurde. Seit dem Bestehen dieser Initiative haben sich ihr weltweit die Verwaltungsspitzen von 7095 Städten und Gemeinden angeschlossen. Im Landkreis war es bis zum Wochenende neben Osnabrück im Jahre 2004 lediglich Hagen, dessen Bürgermeister sich 2011 diesem Bündnis anschloss. Mit Heiner Pahlmann sind es jetzt drei Gemeindevertreter, die ihre Zugehörigkeit zu dieser Initiative für Frieden bekunden.

Nächster Anlaufpunkt der Friedensfahrt war das Zwangsarbeiter-Denkmal an der St.Johanniskirche in der Gartenstadt. Dort entwickelte Martina Hartkemeyer zunächst einige Gedankengänge, wie den gegenwärtigen Bedrohungen in der Welt begegnet werden könne. „Es kommt darauf an, was wir in die Welt bringen wollen. Entscheidung wir uns, etwas Konstruktives in die Welt zu bringen oder Negatives wie Gier, Hass und Krieg?“, lautete die fragende Ausgangsüberlegung von Martina Hartkemeyer, hinter die sie den Imperativ setzte: „Es liegt an uns, was wir machen“.

Nach einigen Erläuterungen von Gisela Spengler zur Bedeutung und Entstehungshistorie des von ihr geschaffenen Denkmals, in denen sie einen speziellen Blick auf die Kinder der Zwangsarbeiterinnen (seinerzeit in der Regel dem Tode geweiht) widmete, ging die Friedensfahrt weiter zum Jugendtreff an der Realschule. Neben Informationen zur Awo-Einrichtung in der Gartenstadt für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge erhielten die Friedensfahrer einige Einblicke in die Zusammenhänge der Produktionsmethoden in der Landwirtschaft (samt Höfesterben hierzulande) sowie den Flüchtlingsbewegungen aus Afrika.

Dabei lenkte Johannes Hartkemeyer den Blick auf die Geflügelmast in riesigen Anlagen in der Ukraine, in denen über die Absicherung durch Hermesbürgschaften der Bundesregierung beispielsweise Hühnerfleisch zu absoluten Dumpingpreisen erzeugt werde. Diese indirekte Subventionierung mit Steuermitteln führe in Deutschland – als eine von mehreren Ursachen – zum Höfesterben von aktuell täglich 30 Betrieben. Ferner bewirke der Export von Teilen wie Hühnerflügeln nach Afrika, die für den deutschen Verbraucher uninteressant seien, dass die dort heimische Landwirtschaft kollabiere, die Menschen ihre Existenzgrundlage verlören und schließlich versuchen müssten, der Not durch eine Flucht zu entkommen.


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