Tier als „Politikum“ Wolf in der Region Thema bei Vortrag in Pente

Von Holger Schulze


Pente. Mit dem Wolf beschäftigte sich am Dienstagabend ein Vortrag von Walter Galisch im Bürgerhaus. Eingeladen hatte der Heimatverein Pente.

„Der Wiederkehrer und die Neozoen“ hatte der Leiter der Jungjägerausbildung in Osnabrück seinen Vortrag genannt. Dessen Schwerpunkt galt dem Wolf, behandelte aber danach noch Neozoen, also überwiegend vom Menschen aus anderer Ländern importierte Tierarten, die sich jetzt in Deutschland verbreiten.

„Der Wolf, der sich im Augenblick von Osten nach Westen ausbreitet, ist inzwischen ein Politikum geworden“, führte Walter Galisch in das Thema ein. Die Schilderung der Geschichte des Wolfes in Deutschland begann er ab Mitte des 19. Jahrhundert. Zu der Zeit war der Vorfahre aller Hunde in Deutschland so gut wie ausgerottet. Ab 1980 wurde Isegrim in Deutschland schließlich streng geschützt und 1998 das erste Wolfspaar in Sachsen angesiedelt. Zwei Jahre später gab es dort die ersten Welpen und inzwischen sind die Wölfe zusätzlich unter anderem in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und auch in Niederachsen wieder vertreten.

100 Wölfe in Niedersachsen

Um die 100 Exemplare leben nach Angaben von Walter Galisch derzeit in unserem Bundesland. Jährlich nimmt ihre Anzahl um etwa 30 Prozent des jeweiligen Ausgangsbestandes zu. 1600 Meldungen im Jahr 2015/16 allein in Niedersachsen belegen die zunehmende Anwesenheit von Canis lupus, wobei viele allerdings unbestätigt sind. Die Verbreitungsschwerpunkte des Wolfes bei uns befinden sich im östlichen Niedersachsen.

Das Zusammenleben von Mensch und Wolf schilderte Walter Galisch durchaus auch als problembelastet, da der Wolf erhebliche Schäden zu Lasten der Tierhaltern anrichten kann. Eine Problemfähe aus dem Raum Diepholz beispielsweise hatte dort rund 150 Tiere aus der Freilandhaltung gerissen und laut Walter Galisch dieses Jagdverhalten an ihren Nachwuchs weitergegeben. Auch im Raum Cuxhaven wurden Risse an Rindern gemeldet.

Schutz schwierig

Anschließend erläuterte Walter Galisch die verschiedenen Methoden, mit denen die Anwesenheit von Wölfen sicher nachgewiesen werden kann. Trittspuren, die Losung, die wolfstypischen Risse mittels Kehlenbiss, Fotofallen, Sichtbeobachtungen und DNA-Nachweise zählte er auf.

Einen wirklich praktikablen und auch sicheren Schutz gegen diese Risse konnte Walter Galisch nicht anbieten. Hunde oder der Esel, wie sie gerne angepriesen werden, könnten vom Wolfsrudel überlistet oder auch durch läufige Wolfsfähen abgelenkt werden. Die wolfssichere Einzäunung sei kaum praktikabel, da diese einen immensen Materialaufwand erforderlich mache. So bleibe der Hauptfeind des Wolfes ganz überwiegend der Straßenverkehr.

Im Anschluss an die Informationen zum Wolf stellte Walter Galisch den Heimatfreunden noch einige Zuwanderer unter den Tieren vor, die sich in Deutschland rasant vermehren und auch Probleme hervorrufen. So ist die Nutria inzwischen zu einer gefährlichen Belastung für die Deiche in Niedersachsen geworden. Auch der Waschbär, der Marderhund, die Nil- und auch die Kanadagans seinen wegen ihrer speziellen Eigenarten zu einer Belastung für die menschlichen Interessen geworden.