Mathematik ganz praktisch Projektwoche zum Thema Wohnen an der Bramscher IGS

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Bramsche. Eine Woche lang gab es in der Bramscher IGS Mathe einmal ganz anders - facherübergreifend und richtig handfest. „Wie wir wohnen“ hieß das Projekt. Jetzt wissen die Sechstklässler , wie man maßstabsgetreu einen Grundriss zeichnet, Fußleisten berechnet und ausmisst, wie viel Fliesen fürs Bad gebraucht werden.

„Das Mathebuch legt das nahe“, begründet die didaktische Leiterin der IGS, Karin große Holthaus, warum es in der letzten Woche vor den Osterferien einmal nicht nur theoretisch um Formeln und Rechenarten ging. Flächen und Maße standen auf dem Plan, warum das nicht einmal mit dem eigenen Lebensumfeld verbinden, meint die Fachbereichsleiterin Mathematik Tanja Helwich. Das Thema „Wie wir wohnen“ war geboren. „Von diesem Thema und vom Kernfach Mathe ausgehend, habe ich dann die anderen Fächer dazu geholt“, berichtet sie - Deutsch, in dem Geschichten zum Thema Wohnen gelesen und besprochen werden, Englisch mit den zum Thema passenden Vokalen, Kunst mit gestalterischen Elementen. Am Montag beschäftigen sich Kinder und Lehrer bei einem Besuch in Kalkriese mit der Wohnweise von Germanen und Römern.

Ein Zimmer oder eine ganze Wohnung

Dann ging es an die eigentliche Aufgabe: Jede Schülerin, jeder Schüler zeichnete ein Zimmer oder gleich eine ganze Wohnung, das Zimmer im Maßstab 1:20, die Wohnung im Maßstab 1:40. Schon hier musste kräftig gerechnet und getüftelt werden, denn sowie Zimmer wie auch Wohnung sollten anschließend auf exakt gleich große Stücke Architektenpappe passen. Im zweiten Modul musste der Flächeninhalt berechnet werden, denn nur so ist dei nötige Menge an „Teppichfliesen“ oder „Parkettbrettern“ zu berechnen, die schließlich fein säuberlich aus zuvor bemaltem Papier ausgeschnitten werden müssen. Das schult die Feinmotorik. „Man sieht schon hier, wer später mal Parkettverleger werden kann und wer eher nicht“, schmunzelt große Holthaus.

Was kostet die Komplettrenovierung?

Niklas hat einen detailgetreuen Grundriss zu Papier gebracht. „Das habe ich schon zuhause gesehen. Mein Vater macht das auch manchmal“, sagt der Sechstklässler. Jetzt geht es an die Ausgestaltung. Weiße und türkische Papierfliesen legen den Schluss nahe: „Hier entsteht das Badezimmer“. Wer mit einem Arbeitsschritt fertig ist, bekommt Zusatzaufgaben - zum Beispiel anhand eines Baumarktprospektes auszurechnen, wieviel die komplette Renovierung der gezeichneten Wohnung kosten würde. Oder eine ebenfalls maßstabsgetreue Miniatureinrichtung aus Karton und Hölzchen zu basteln. Marcel, Henrik und Daniel sind solche Nachwuchs-Innenarchitekten. Erst haben ich eine Badewanne gebastelt. Aber da hat jemand was drauf gelegt und sie war kaputt. Ich habe dann einfach ein „Sofa“ umgedreht und als neue Wanne benutzt“. „ So haben wir in dieser Projektwoche auch eine Differenzierung“, erklärt große Holthaus. Zum Abschluss legt jedes Kind eine Projektmappe an. Die Arbeiten auf Architektenpappe werden nach den Ferien in einer kleinen Ausstellung präsentiert. Mit dieser Art der Arbeit habe man auch „die ansprechen können, die es sonst nicht so mit Mathe haben. Ich bin noch nie so oft nach zusätzlichen Aufgaben gefragt worden“, freut sie sich. „Es war eine tolle Erfahrung“.

Niklas überträgt seinen Grundriss auf Architektenpappe.


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