Theaterstück rund ums Essen „Ein absolut irres Kochduell“ in der Grundschule Engter

Von Holger Schulze

Astrid Haas in der Rolle der Moderatorin Tina Turbo verging auch nicht im Kochtopf das Lachen. Fotos: Holger SchulzeAstrid Haas in der Rolle der Moderatorin Tina Turbo verging auch nicht im Kochtopf das Lachen. Fotos: Holger Schulze

Engter. Wenn sich mehr als 230 Grundschüler auf eine Theateraufführung freuen, dann herrscht Leben in der Halle „Ein absolut irres Kochduell“ beschäftigte am Dienstagvormittag die Grundschüler in Engter.

Das Theater Nimmerland war zu Gast in der Schulaula. Die Spezialität dieser Theaterproduktion sind Stücke mit Bezug zum Lehrplan. Um gesunde Ernährung ging es bei diesem speziellen Kochduell. Eine Kuh, ein Schwein sowie ein Huhn waren aufgrund einer Verwechslung in eine Live-Kochshow geraten. Der Produktionsassistent brachte anstelle dreier Starköche drei sprechende Tiere in das Kochstudio, die eigentlich in einer anderen Show erwartet wurden.

Hanna Huhn und Rita Horn

Dies stellte die Moderatorin Tina Turbo, dargestellt von Astrid Haas, vor die unvorhergesehene Herausforderung, improvisieren zu müssen. Nicht nur das Schwein Eber Hard, Hanna Huhn sowie Rita Esmeralda Brunhilde Eugenia Horn, von Beruf Milchkuh und Mutter von 13 Kälbern, mussten von Astrid Haas dargestellt werden, sondern sie hatte auch noch die vierte Rolle der Moderatorin auszufüllen.

In einer Mischung aus Theaterstück und Musical sang Kuh Rita über die Vorzüge vegetarischer Ernährung.

Das „unveredelte bayerische Landschwein Eber Hubert Hard“ versaute zunächst einmal die olfaktorische Situation im Studio. Mit anderen Worten, er stank gehörig. Auch bei der Auswahl der Nahrungsmittel war der Eber alles andere als sensibel. Hauptsache fett stand bei ihm auf dem Speiseplan.

Ende gut, alles gut. Die Grundschüler hatten ihren Spaß beim absolut irren Kochduell und machten alle mit.

Hanna Huhn hingegen machte sich für die rein vegane Ernährungsweise stark.

Eine Rätselrunde brachte den Grundschülern Kenntnisse von den fünf Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter, salzig sowie „umami“, auf deutsch „wohlschmeckend“ genannt, näher.

Wie viele Zuckerstücke sich in einem Glas Nutella befinden, galt es ebenfalls, zu erraten. Hier lautete die richtige Antwort 83, zur allgemeinen Verwunderung der Kinder.

Woraus wird Käse gemacht?

Woraus Käse gemacht wird, wollte Tina Turbo schließlich wissen. Die Herkunft der dafür erforderlichen Milch wurde in einem kritischen Song über die hochgezüchteten Herstellungsmethoden dieses Nahrungsmittels infrage gestellt. Ferner besang Astrid Haas die Leiden der Hühner bei der Eierproduktion und warb für Bio-Eier, erkennbar an der Ziffer 0 innerhalb der Kennnummer.

Beim praktischen Teil der irren Show, dem abschließenden Kochen, landete zunächst vom Huhn zubereitet ein Gemüsecurry im Topf. Anschließend wollte das Schwein ein Schnitzel braten. Da rastete die Kuh aus, sobald ihr klar wurde, dass das echte Wienerschnitzel vom Kalb gefertigt wird. Die Moderatorin musste beschwichtigen und das Huhn nochmals gegen die Gedankenlosigkeit bei der Tierhaltung plädieren.

Die Moderatorin im Kochtopf

Als dann von den Tieren der Verzehr von Menschenfleisch angedacht wurde, geriet Tina Turbo selbst in Gefahr und schließlich in den großen Topf. Der „Nutzmensch“ mit Lorbeerblättern, Möhren, Lauch und Zwiebeln im Topf unterstrich nochmals in überspitzter Form das pädagogische Anliegen der absolut irren Kochshow: einmal über die Notwendigkeit unseres Fleischkonsums nachzudenken.

Die Kinder erlebten in Astrid Haas ein tanzendes, singendes und schauspielerndes Energiebündel auf der Bühne und gingen mit der Anregung, bei der eigenen Ernährung mehr auf das Tierwohl zu achten und nicht überwiegend auf Fleischkonsum und den braunen Brotaufstrich zu setzen in die Klassenräume zurück.

Ein glückliches Ende hatte die absolut irre Kochshow übrigens auch noch. In Wirklichkeit kam Tina Turbo nämlich gar nicht in den großen Kochtopf, sondern wurde lediglich von ihrem Sender gefeuert. Mit den Tieren gründete sie anschließend eine Band und sang als Zugabe noch ein Weile mit den Engteraner Grundschülern fröhlich weiter.