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Acht Frauen ehrenamtlich aktiv Bramscher Hospizverein bietet Begleitung im Leben und im Sterben

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<em>Ein kleines Team, das zusammenhält:</em> Petra Ballmann, Kristina Poehlke-Rüschemeyer, Rosemarie Ungemach-Willmann, Ingrid Huckriede-Klaus, Annette Cizalsky und Annely Thal (von links). Dazu gehören auch Silke Hövelkamp und Ute Cunningham.Foto: Björn DieckmannEin kleines Team, das zusammenhält: Petra Ballmann, Kristina Poehlke-Rüschemeyer, Rosemarie Ungemach-Willmann, Ingrid Huckriede-Klaus, Annette Cizalsky und Annely Thal (von links). Dazu gehören auch Silke Hövelkamp und Ute Cunningham.Foto: Björn Dieckmann

Bramsche. In unserer Serie „Ehrenamt ist Ehrensache“ stellen wir Bramscher vor, die im Hintergrund wirken, dabei aber Unverzichtbares leisten. Beim Hospizverein gibt es gleich acht Frauen, auf die das zutrifft – nämlich alle, die in der Sterbebegleitung aktiv sind.

Wobei Sterbebegleitung nicht ganz der richtige Ausdruck ist, wie Petra Ballmann meint: „Was wir anbieten, ist Lebensbegleitung.“ Hospiz habe leider immer noch den Ruf: „Wenn wir montags kommen, muss ich dienstags sterben“, so Ballmann weiter. Dabei könne und solle die Begleitung eines Menschen oder einer Familie durch den Hospizverein durchaus lang anhaltend sein.

Den Kranken Zuspruch und Aufmunterung geben, die Familie unterstützen im Alltag und im Umgang mit dem erkrankten Angehörigen, das sind die Aufgaben der Frauen des Hospizvereins. Die wichtigste aber ist, so erklärt Annette Cizelsky: „Wir sind Gesprächspartner.“ Mindestens die Hälfte der Zeit werde für die Betreuung der Angehörigen aufgewandt, „mit denen wir sprechen, denen wir zuhören oder auch einfach die Zeit da sind, in der jemand zum Friseur muss und seinen Angehörigen nicht alleine zu Hause lassen kann“, ergänzt Ingrid Huckriede-Klaus.

Neben Ballmann, Cizelsky und Huckriede-Klaus sind Annely Thal, Kristina Poehlke-Rüschemeyer, Rosemarie Ungemach-Willmann, Silke Hövelkamp und Ute Cunningham für den Hospizverein tätig. „Wir arbeiten alle im Pflegebereich“, sagt Ballmann. Dies sei eher Zufall, allerdings mit einem Vorteil: „Für uns ist die Sterbebegleitung alltäglich. Mit dem Thema Tod können wir anders umgehen als manch anderer.“ Dennoch würden sich die Frauen „wünschen, dass auch mal jemand mit ganz anderen Erfahrungen zu uns kommt“, so Kristina Poehlke-Rüscheme yer. Es heiße oft, „Hospiz ist wichtig. Aber mitmachen wollen nur wenige“, bedauert sie.

Wer in der Hospizarbeit tätig werden wolle, der brauche Einfühlungsvermögen – „mehr ist eigentlich erst mal nicht nötig“, betont Petra Ballmann. Zu empfehlen sei eine Fortbildung zum Hospizhelfer. Dort würden die Teilnehmer auch schnell merken, ob sie sich die Aufgabe zutrauen. „Das geht durchaus an die eigenen Grenzen“, erinnern sich Poehlke-Rüschemeyer und Ungemach-Willmann. So hätten sie selbst einen Abschiedsbrief an ihre Angehörigen schreiben müssen.

Zu den Grenzen des Hospizvereins gehört auch, „dass wir keine Kinder auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleiten können. Das würde unsere Kräfte überfordern“, gibt Ballmann zu. Sie ist Vorsitzende des Vereins, der 1999 unter dem Dach des Christlichen Pflegedienstes gegründet wurde. 2009 folgte der Schritt in die Eigenständigkeit, heute hat der Verein 55 Mitglieder.

Die Aktiven treffen sich jeden ersten Mittwoch im Monat im Gemeindehaus von St. Johannis in der Gartenstadt. Die Frauen würden sich über weitere Interessierte freuen, für die das Ehrenamt ebenfalls Ehrensache ist. Weitere Informationen bei Petra Ballmann, Telefon 880300.


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