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Sport und christliche Werte Zielen, schlagen, laufen: Texaner lehren Baseball im Bramscher Tagescamp


Bramsche. Mit einem dünnen Holzschläger einen zugeworfenen Ball treffen und anschließend lossprinten – das ist eine gar nicht so einfache Kombination aus Konzentration und Kraft, macht aber offensichtlich großen Spaß, wie sich am Montag beim eintägigen Mini-Baseballcamp der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde auf dem Sportplatz am Wiederhall zeigte.

Seine „Unicorns“ (Einhörner) hatten das Abschlussspiel bereits gewonnen, aber ein Junge konnte nicht genug bekommen. „Ich will noch mal schlagen“, klagte er. Es half nichts: Im Protokoll des Vormittags war die Siegerehrung vorgesehen, bei der alle Kinder – ob Sieger oder Zweiter – belohnt wurden. „Dabei sein ist alles“, nickten sich am Rande des Geschehens zwei Mütter zu.

Pastor Holger Niehausmeier, der den Baseballtag organisiert hatte, war mit der Resonanz gut zufrieden. Rund 20 Kinder hatten am Vormittag den Weg zum Wiederhall gefunden, „ziemlich genau zwei Mannschaften“, freute sich Niehausmeier. Er sah zum Abschluss ein „knappes Spiel“, das auch der Tatsache zu verdanken war, dass „die meisten schon beim Baseballcamp im Sommer dabei waren“ und Vorerfahrung mitbrachten.

„Die Kinder sind immer voll dabei“, erklärte Niehausmeier, bevor am Nachmittag die älteren Jugendlichen zwischen 13 und 19 Jahren ans Schlagmal gehen durften. Da hatte Kilian Georgi sein Training bereits hinter sich. Trotz der Niederlage seines Teams freute sich der Achtjährige darüber, dass seine „Schläge gut waren“. Bleibende Eindrücke hinterließ der Baseballtag auch bei Emely Tade, allerdings in schmerzhafter Form: Die Neunjährige bekam einen Wurf an den Arm; ein weiterer traf sie am Helm. Alles „nicht so schlimm“, befand sie dennoch. Beim gemeinsamen Schlachtruf der Mannschaft waren die Schmerzen wieder vergessen.

Überhaupt: Es gehe nicht nur um den Sport, sondern das Baseballcamp sei auch ein Ansatz, um Kontakt zu den Menschen zu suchen, erklärte Niehausmeier. Christliche Werte durften hinter dem Sport nicht zurückstehen: In der Mannschaftsbesprechung gab es eine kurze Andacht, beim Campabend mit den Eltern standen Spaßelemente auf einer Ebene mit einer Ansprache von Carter Simmons. Der Texaner hatte außerdem gemeinsam mit Zeke Dorr aus der befreundeten Gemeinde in der Ortschaft „The Woodlands“ das Traineramt bei den Übungseinheiten übernommen, um die Grundregeln des amerikanischen Nationalsports zu vermitteln. „Baseball ist dort so bekannt: Selbst diejenigen, die keine Ahnung davon haben, wissen noch tausendmal mehr als wir“, sagte Niehausmeier anerkennend und mit einem Augenzwinkern.

Es gehe darum, dass die Kinder zwischen den Sommercamps den Kontakt zum Baseball nicht verlieren, erklärte Simmons. Seit etwa 15 Jahren kommt er für Baseballcamps nach Deutschland. „Good job“, hallte seine Stimme nach jedem Treffer über den Sportplatz. Wer nicht traf, wurde ebenfalls angefeuert.

Bei aller Beliebtheit der Sommertrainingslager: Dass eine Tagesveranstaltung in den Herbstferien zur Dauereinrichtung in Bramsche wird, steht für Niehausmeier außer Frage. „Jedes Jahr können wir so etwas nicht machen, denn das ist immer mit viel Aufwand verbunden.“

Zumindest dürfte das Mini-Baseballcamp der Sportart neue Anhänger verschafft haben. Die Sommercamps seien mit rund 100 Teilnehmern bereits „immer supergut“ besucht, sagt Niehausmeier. „Irgendwann knacken wir vielleicht die 120er-Grenze“, hofft er. An Trainern aus der Partnergemeinde wird es nicht mangeln. Ob der Spaß an der Sache ein guter Grund sei, ein Baseballcamp in Bramsche abzuhalten? „Absolutely“, sagte Zeke Dorr, keine Frage.


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