Husky zu erschöpft Bramscherin steigt bei Schlittenhund-EM aus

Von Heiner Beinke

Da war noch alles gut: Mirjam Seidl-Meyerrose mit ihren Huskies in Inzell. Später reichten bei Quin (vorne rechts) die Kräfte nicht mehr. Foto: MeyerroseDa war noch alles gut: Mirjam Seidl-Meyerrose mit ihren Huskies in Inzell. Später reichten bei Quin (vorne rechts) die Kräfte nicht mehr. Foto: Meyerrose

Bramsche. Das Tierwohl geht vor: Mirjam Seidl-Meyerrose ist bei der Europameisterschaft im Schlittenhundrennen in Inzell ausgestiegen, weil einer ihrer Siberian Huskies unter akuter Erschöpfung litt. Bis dahin hatte es für die Bramscherin vielversprechend ausgesehen.

Nach dem Prolog hatte die Hundeführerin aus Lappenstuhl noch auf Platz fünf mit geringen Abständen zu den Plätzen vier und drei gelegen. Einsetzende Wärme machte am Tag nach dem Nachtrennen den Schnee und damit auch die Trail genannte Strecke schwer. Für die zweite , 35 Kilometer lange Runde entschied sich Seidl-Meyerrose für eine Umstellung: Sie wählte den dreijährigen Quin für die Aufgabe des Tempomachers neben Führungshund Duplo. „Leider hatte er diesmal wohl einen schlechten Tag“, obwohl alle Hunde auf sie „körperlich und mental fit“ gewirkt hätten, berichtet die Hundeführerin.

Hund will nicht mehr

Nach drei Kilometer wollte Quin nicht mehr weiter, auch nicht, nachdem er auf eine hintere Position im sechsköpfigen Hundeteam umgesetzt worden war. Laut Reglement muss der Musher, der Hundeführer, mit allen Hunden, mit denen er gestartet ist, am Ziel ankommen, sonst wird er disqualifiziert. „Da ich ihn aber nicht in den Schlittensack packen wollte, um dann noch weitere 30 Kilometer bei 1000 Höhenmetern mit ihm zu fahren, entschied ich mich für Abbruch. Die Gesundheit meines jungen Hundes war mir wichtiger“, erzählt Musher Seidl-Meyerrose.

Die Bramscherin übergab ihren Quin Helfern an der Strecke. Der Rüde wurde sofort tierärztlich gecheckt. Diagnose: Erschöpfungszustand. „Das habe ich noch nie erlebt. Das Training in Schweden, dann zu Hause, dann das Rennen in Österreich, das war vielleicht doch zuviel“, sagt Mirjam Seidl-Meyerrose.

Außer Konkurrenz startete sie am nächsten Tag mit einem Ersatzhund und landete wieder unter den ersten Fünf. „Das ist ja schön zu wissen“, sagt die Bramscherin. Denn nach dem Rennen ist auch bei den Mushern vor dem Rennen: Am nächsten Wochenende steht die Deutsche Meisterschaft mit zwei Rennen über 40 Kilometer an.


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