Interview zum Kulturabo-Konzert Musikerin Fee Badenius kommt ins Bramscher „Universum“

Von Reinhard Fanslau

Fee Badenius und Band treten am Samstag, 18. Februar 2017, im Bramscher Kino „Universum“ auf. Foto: Christopher BusskampFee Badenius und Band treten am Samstag, 18. Februar 2017, im Bramscher Kino „Universum“ auf. Foto: Christopher Busskamp

Bramsche. Die Musikerin Fee Badenius stellt am Samstag, 18. Februar 2017, mit Band ihr Album „Feederleicht“ im Bramscher Kino „Universum“ vor. Was ihre Lieder ausmacht und wie gut sie Bramsche bereits kennt, erzählt Badenius im Interview.

Fee Badenius, Sie haben mal gesagt, dass – als Sie mit Musik machen anfingen– sich nie vorstellen konnten, mal mit ihren Songs öffentlich aufzutreten. Genau das ist aber eingetreten. Gibt es noch etwas, das sie sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen können und eventuell auch eintreten wird?

Ich würde mich freuen, wenn sich das mit meiner Musik weiterhin so gut entwickelt wie bisher und meine neue CD „Feederleicht“ so eine gute Resonanz bekommt, wie die ersten zwei. Wenn ich mir was wünschen könnte… dass ich mal das Radio anmache und dann meine Lieder höre. Das würde mich sehr begeistern. Als Künstlerin möchte ich mich immer weiter entwickeln. Es ist klar, dass mir meine aktuellen Sachen am meisten am Herzen liegen. Lieder, die gut gelungen sind, haben einen bleibenden Wert.

Sie führen nach eigenen Angaben ein Doppelleben, von dem Sie keine Hälfte aufgeben möchten. Auf der einen Seite sind Sie Musikerin und Sängerin, auf der anderen Lehrerin an einer Waldorf-Schule. Wären Sie bereit diese Seite doch aufzugeben, wenn der künstlerische Erfolg größer wird?

Das mit dem großen Erfolg muss erst noch eintreten. Als ich anfing, meine Musik anderen Leuten vorzuführen, fing ich gleichzeitig als Lehrerin in der Schule an. Das lief bis heute parallel. Ich kann mir aber heute gut vorstellen, es in ein zwei Jahren zu versuchen, nur Musik zu machen. Das habe ich mir so vorgenommen. Ich möchte aber meine Tätigkeit als Lehrerin sinnvoll abschließen, um einen sauberen Übergang zu haben.

Auf Ihrer neuen CD „Feederleicht“ ist das Lied „Fleisch-Ess-Lust“ enthalten. Ziehen Sie sich damit nicht den Ärger aller Vegetarier zu?

Eigentlich sollte jeder Hörer erkennen, dass es eine Humoreske ist. Ich bin selbst Vegetarierin. Das muss man zum Verständnis des Textes wissen. Man muss schon genau hinhören, wie es gemeint ist. Ich lebe eben selbst vegetarisch. Manchmal bin ich bei meiner Oma zu Besuch bin und weiß, was sie alles zu essen machen könnte. Ich könnte dann den Kopf ausschalten und das essen. Aber ich denke mir: Das esse ich alles nicht. Ich habe mich eben bewusst dagegen entschieden.

Das Lied ist typisch für Sie. Die Hörer müssen erst ein wenig nachdenken, ehe sie dahinter kommen, was gemeint ist. Sie arbeiten auch gerne mit Wortspielen und Doppeldeutigkeiten.

Ja, ich mag alle Sprachspielereien. Ich genieße das und freue mich, wenn Menschen die Sprache zerlegen und neu zusammensetzen. Das macht mir Freude, das war schon in meiner Kindheit so. Schon da habe ich ganz viele Gedichte gelesen, Erich Fried und Hermann Hesse zum Beispiel. Das hat mich geprägt. Ich höre auch oft altgediente Liedermacher wie zum Beispiel Reinhard Mey. Wen ich immer wieder hören kann, ist Herman van Veen. Das sind Künstler, die Freude an dem haben an dem, was die deutsche Sprache so alles bietet.

Ihre Texte sind oft komisch und melancholisch zugleich. Welche Seite überwiegt in Ihnen?

Das kann ich nicht sagen, das schwankt ständig. Meine Erfahrung ist die, dass wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht und auf Details achtet, dann hat fast jede melancholische Situation etwas Komisches. Und die meisten lustigen Sachen habe einen traurigen Hintergrund. Das ist oft eine Gratwanderung. Rainald Grebe hat mal gesagt: Ich möchte Lieder schreiben, über die der eine lacht und der andere weint.

Was bedeuten Ihnen Live-Auftritte?

Ich liebe Live-Konzerte. Da kann ich Lieder verändern, neu arrangieren oder auch mal eine neue Textzeile hinzufügen. Das mag ich sehr gerne. Das ist vielleicht auch der Grund dafür, dass ich mir Lieder nicht mehr anhöre, wenn ich sie aufgenommen habe. Für mich ist das dann abgeschlossen. Es gibt auch Schriftsteller, die lesen das hinterher nicht mehr, wenn sie etwas geschrieben haben.

Sie treten in Bramsche auf. Kennen Sie die Stadt?

Ich wohne in Witten in Nordrhein-Westfalen und ich komme aus Lübeck. Ich fahre oft an Bramsche vorbei. Aber ich kenne die Stadt und die Gegend nicht wirklich. Wenn ich unterwegs auf Tournee bin, kriege ich nicht viel von den Auftrittsorten mit. Dazu fehlt mir dann auch die Zeit. Von dem „Universum“ in Bramsche hat mir mein Mann, der Kabarettist René Sydow, schon vorgeschwärmt. Er ist dort schon einmal aufgetreten.


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