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Explosionsgefahr gebannt Feuer in Silo: L 78 in Engter wieder frei

Von Heiner Beinke


Bramsche. Wegen eines Schwelbrandes in einem Futtermittelsilo sind die L 78 zwischen den Bramscher Ortsteilen Engter und Lappenstuhl sowie der Mittellandkanal am Donnerstag für mehrere Stunden gesperrt geblieben. In dem Silo im Hafen Engter bestand die Gefahr von Staubexplosionen.

Feuerwehr-Einslatzleiter Frank Ballmann ging schon zu Beginn des Einsatzes am Donnerstagmittag davon aus, dass sich die Löschaktion über Stunden hinziehen könnte. Das im gut 50 Meter hohen Silo gelagerte proteinhaltige Futtermittel könne sich selbst entzünden, es bestehe die Gefahr von Staubexplosionen. Er sollte recht behalten. Mit der Aufhebung der Sperrung war der Einsatz der Feuerwehr noch nicht beendet.

Die Lage war nach Angaben der Feuerwehr kompliziert: In einer der vertikalen Kammern des Siloturms werden Rapsexpeller gelagert, das sind Pellets, die übrig bleiben, wenn man Rapsöl presst. Dieses Material ist leicht entzündlich. Mitarbeiter hatten in dieser Kammer glühendes Material entdeckt. Es wird vermutet, dass sich eine Schicht in der Kammer in zehn Meter Höhe verdichtet hat, über der noch einmal 40 Tonnen Material lagern. „Wenn die verdickte Schicht nachgibt und das Material herunterkommt, droht eine Staubexplosion“, erläuterte Henning Stricker als Pressesprecher der Bramscher Feuerwehr.

Als Spezialisten wurden Feuerwehrkräfte aus dem Stahlwerk in Georgsmarienhütte hinzugezogen. Sie führten über Schläuche von unten und von oben Kohlendioxid zu, um so das glimmende Feuer zu ersticken. Außerdem wurde ein Spezialfahrzeug aus Dortmund bestellt, dass dann Stickstoff in die betroffene Kammer des Silos leiten soll.

Weitere Einsatzkräfte der Feuerwehr hielten sich zunächst knapp 100 Meter vom Firmengelände entfernt für einen etwaigen Einsatz bereit. Sie sind am Abend näher an den Silo herangerückt. Mit der Kohlendioxid-Behandlung sinke das Risiko einer Staubexplosion, sagt der Bramscher Feuerwehr-Pressesprecher Henning Stricker. Die Entscheidung des Einsatzleiters, die Sperrung im Umkreis aufzuheben, dürfte auch die Polizei mit Erleichterung zur Kenntnis genommen haben. Die L 78 ist in diesem Teilstück nämlich auch Bedarfsumleitung für die Autobahn 1. „Wenn da auch etwas passiert wäre, wäre das Chaos perfekt gewesen“, meinte Stricker.

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