Mit sieben zu sechs Stimmen Bramscher Schulausschuss votiert für Oberschule

Von Hildegard Wekenborg-Placke

So voll war es bei einer Ausschusssitzung selten. Die Debatte über dei Einrichtung einer Oberschule in Bramsche stiße auf reges Interesse vor allem bei Eltern un d Lehrervertretern. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeSo voll war es bei einer Ausschusssitzung selten. Die Debatte über dei Einrichtung einer Oberschule in Bramsche stiße auf reges Interesse vor allem bei Eltern un d Lehrervertretern. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Die Einrichtung einer Oberschule in Bramsche scheint näher zu rücken. Mit sieben zu sechs Stimmen von SPD, Linken und Elternvertreterin stimmte der Ratsausschuss für Schule und Kultur am Dienstag, 29. November 2016, einem entsprechenden Antrag der SPD und der Beschlussvorlage der Verwaltung zu und lehnte gleichzeitig den von der CDU unterstützten Antrag der Grünen auf eine Elternbefragung zum Thema ab. Die endgültige Entscheidung fällt am 8. Dezember im Stadtrat.

So voll war es selten bei einer Ausschusssitzung. Bis Ausschussvorsitzender Rainer Höveler (CDU) das Abstimmungsergebnis bekannt geben konnte, wurden die Zuhörer Zeugen einer kontroversen, teilweise mit Schärfe geführten Debatte. Imke Märkl (CDU) setzte sich dabei vehement für den Erhalt besonders der Realschule und gegen die Einrichtung einer Oberschule als eines „zweiten integrativen Systems“ in Bramsche ein. Mit dem Antrag werde ein „künstlicher Zeitdruck“ aufgebaut. Die Verwaltung habe sich mit ihrer Beschlussvorlage in „vorauseilendem Gehorsam“ auf die Seite der Sozialdemokraten geschlagen. Auch ihre Fraktionskollegin Dagmar Völkmann warnte vor der „Zerschlagung eines funktionierenden Systems“.

Annette Staas-Niemeyer kündigte an, die FDP werde in diesem Fall nicht mit dem Bündnispartner SPD stimmen, da „die Bramscher Wirtschaft die Realschüler will“.

Für die Sozialdemokraten unterstrich Annegret Christ-Schneider, Real- und besonders Hauptschule hätten nach Ansicht ihrer Partei nur eine Chance unter dem gemeinsamen Dach einer Oberschule. Die Prüfung durch die Verwaltung habe dies bestätigt. Besonders die Hauptschule sei durch rückläufige Anmeldezahlen in ihrem Bestand stark gefährdet. Auf sich gestellt, könnten beide Schulen in Zukunft kein attraktives Angebot mehr sicherstellen.

Dieter Sieksmeyer (Grüne) forderte eine Elternbefragung, um das reale Interesse der Erziehungsberechtigten an einer Oberschule zu ermitteln. Es müsse endlich klar sein, ob neben der IGS in Bramsche eine weitere integrative Schulform geschaffen werden solle, oder „ob eine Parallelität von Gymnasium, IGS und eigenständiger Realschule das künftige Schulangebot in Bramsche darstellen sollen.“Eine Elternbefragung würde eine nachhaltige Entscheidungsgrundlage schaffen“.

Planungssicherheit hatten im Vorfeld auch die Leiterinnen von Realschule und Hauptschule, Barbara Otte-Becker und Sandra Castrup, eingefordert.

CDU, Grüne und FDP unterstrichen in der Debatte das hohe Gewicht des Elternwillens und befürchteten, in einer Oberschule werde dieser ausgehebelt. „Es wird doch sicher nicht eine kleine Hauptschulklasse mit neun Schülern und zwei Realschulklassen mit 30 Schülern eingerichtet?“ fragte Märkl.

Linken-Vertreter Josef Riepe veranlasste das zu der Frage: „Das ist denn so schlimm daran, wenn Kinder zwei weitere Jahre zusammen lernen?“.

Bürgermeister Heiner Pahlmann bemühte sich schließlich um einen versöhnlichen Schluss: „ Ab 2017/18 werden doch schon Real- und Hauptschüler unter einem Dach unterrichtet. Hier ist immer wieder über die erfolgreiche Arbeit beider Schulen gesprochen worden. Warum soll das in der Schulform Oberstufe nicht funktionieren können?. Hier arbeiten doch vernünftige Menschen, die die Kinder im Blick haben“. Pahlmann schloss: „Wir brauchen Klarheit. Es muss endlich Ruhe in die Schullandschaft kommen“. Erster Stadt Ulrich Willems hatte vorher bereits eine „kommunalpolitische Entscheidung“ eingefordert und an den Ausschuss appelliert: „Sie können sich hier nicht hinter einem Plebiszit verstecken.“