Steht Insolvenzantrag bevor? Lage bei Heyform in Engter spitzt sich dramatisch zu

Von Marcus Alwes

Die Heyform Bramsche GmbH hat ihren Standort an der Heywinkelstraße in Engter. Fotos: Marcus AlwesDie Heyform Bramsche GmbH hat ihren Standort an der Heywinkelstraße in Engter. Fotos: Marcus Alwes

Engter. Die finanzielle Lage beim angeschlagenen Automobilzulieferer Heyform Bramsche GmbH hat sich in den vergangenen Tagen und Stunden offenbar noch einmal dramatisch zugespitzt. Aus Belegschaftskreisen in Engter wurde heute nach einer Betriebsversammlung von einem bevorstehenden Insolvenzantrag berichtet.

Die Unternehmensleitung um die beiden Geschäftsführer Klaus-Magnus Junginger und Holger Pens wollte sich dazu auf Nachfrage unserer Redaktion noch nicht öffentlich äußern, stellte jedoch eine Erklärung zur augenblicklichen Situation für Mittwochmittag, 30. November 2016, in Aussicht.

Erklärung am Mittwochmittag

Aus Kostengründen hatte das Unternehmen (Fertigung von Kofferraum- und Innenraumverkleidungen sowie Funktionsteilen wie Dämmungen und Dämpfungen) zuletzt eine Verlagerung eines Großteils seiner Produktion und des Maschinenparks nach Rumänien in die Wege geleitet. Nur ein „Rest“ mit rund 70 Beschäftigten sollte – samt der Bereiche Vertrieb und Entwicklung – aus den bisherigen Hallen an der Heywinkelstraße nach Bissendorf umziehen.

Weitere 190 Beschäftigte aus Engter sollen eigentlich zum 1. Dezember 2016 in eine von der Quotac Management GmbH (Bremen) gelenkte Transfergesellschaft wechseln. Doch deren Geschäftsführer Gert Beelmann bestätigte heute gegenüber unserer Redaktion, dass das Vorhaben nicht wie geplant starten werde. Die Quotac haben zwar mit dem sogenannten Profiling der betroffenen Heyform-Mitarbeiter begonnen, weil aber „bisher auf einem insolvenzsicheren Treuhandkonto kein Geld“ des Automobilzulieferers eingegangen sei, so Beelmann, werde die geplante Transfergesellschaft „nicht so schnell wie gedacht“ ihre Arbeit (u.a. Unterstützung der Belegschaft bei der Arbeitsplatzsuche und persönliche Weiterqualifizierung) aufnehmen.

Quotac-Geschäftsführer: Noch kein Geld

Man habe ihm von Heyform-Seite „noch keinen konkreten Termin genannt“, erklärte der Quotac-Geschäftsführer. Er halte aber jetzt einen Start der Transfergesellschaft am 15. Dezember „für nicht unrealistisch“. Ob Beelmann da schon die jüngsten Entwicklungen kannte ?


Die von Klaus-Magnus Junginger und Holger Pens seit dem Frühjahr 2016 geführte Heyform Bramsche GmbH – vor allem Fertigung von Kofferraum- und Innenraumverkleidungen sowie Funktionsteilen wie Dämmungen und Dämpfungen – ist ebenso eine Nachfolgegesellschaft der früheren Julius Heywinkel GmbH wie das benachbarte Unternehmen Heytex, das sich um die Herstellung beschichteter technischer Textilien und Gewebe kümmert. Beide Gesellschaften agieren jedoch seit geraumer Zeit unternehmerisch völlig getrennt voneinander.