Vor der Ausschusssitzung Oberschule: Bramscher CDU will Eltern fragen


Hesepe. Harsche Kritik am SPD-Antrag zur möglichen Einrichtung einer Oberschule für Bramsche und der entsprechenden Verwaltungsvorlage hagelte es am Montagabend während einer Info-Veranstaltung der CDU im Gasthof Bischof-Reddehase in Hesepe. CDU-Vorsitzende Imke Märkl forderte vor einer endgültigen Entscheidung eine Elternbefragung.

Am Dienstag, 29. November 2016, beschäftigt sich der Ratsausschuss für Schule und Kultur um 18 Uhr in der Hauptschulmensa mit dem Vorschlag der Sozialdemokraten, die die Zukunft der Bramscher Schullandschaft in einem Nebeneinander von Oberschule, IGS und Gymnasium sehen. Haupt- und Realschule würden in der möglichen Oberschule aufgehen. Hintergrund sind unter anderem die rapide sinkenden Anmeldezahlen der Hauptschule. Gegenstand der Sitzung wird auch eine Verwaltungsvorlage sein, die ebenfalls eine Oberschule favorisiert, allerdings in zunächst schulzweigbezogener Form.

CDU: Verwaltung hat nicht ergebnisoffen geprüft

Bramsches CDU-Vorsitzende warf der Verwaltung in diesem Zusammenhang „vorauseilenden Gehorsam“ vor. Die Prüfung der Sachlage sei von Anfang an „nicht ergebnisoffen“ gewesen. „Das kann nicht sein“, stellte Märkl fest und kündigte an, die CDU-Mandatsträger würden ebenso wie die Grünen eine Elternbefragung im Vorfeld der Entscheidung fordern. Ein entsprechender Antrag der Grünen-Fraktion liegt dem Ratsausschuss ebenfalls vor. „Wir können nicht über den Elternwillen hinweg entscheiden“, so Märkl weiter, denn „wenn die Realschule erst einmal weg ist, dann ist sie ein für allemal weg“. Zudem entstehe bei einem Nebeneinander von zwei integrativen Schulformen mit unterschiedlichen Trägern vor Ort eine „ungesunde Konkurrenzsituation. Ob eine Oberschule funktioniert, wissen wir nicht. Dass die Realschule dagegen funktioniert, wissen wir sehr wohl“, forderte sie nachdrücklich den Erhalt des bisherigen gegliederten Schulsystems für Bramsche. Die Hauptschule soll dabei „wenn möglich“ auch erhalten bleiben. Ansonsten stünde den Hauptschüler ja noch die IGS offen.

„Die Eltern möchten für ihre Kinder einen möglichste hochwertigen Schulabschluss“, begründete FDP-Politikerin und Lehrervertreterin im Schulausschuss Anke Wittemann-Gowert ihre Forderung nach Erhalt der Realschule. Zudem hätte etliche Eltern Vorbehalte gegen das Ganztagsangebot einer Oberschule: „Die Eltern möchten nachmittags Zeit mit ihren Kindern verbringen“.

CDU-Ortsratsmitglied Hermann Hasemann aus Sögeln stellte fest: „Die Realschule ist gefragt. Es ist eine Katastrophe, was die Stadt mit unserer Realschule macht“ und fragte: „Wo bleibt eigentlich der Protest?“

Realschulleiterin: Die Hängepartie muss ein Ende haben

Realschulleiterin Barbara Otte-Becker forderte „endlich Klarheit“für ihre Schule. Das Thema sei doch bereits vor zwei Jahren in den Gremien beraten worden. Der damals angeregte Arbeitskreis zur Schulstruktur sei doch eigentlich eine „tolle Idee“ gewesen. „So lange herrscht schon Unklarheit. Die Hängepartie muss endlich ein Ende haben“, forderte sie.

Den „Stillstand“ kritisierte auch der Vorsitzende des Stadtelternrates, Werner Hüggelmeyer. Das Gremium hatte sich vor wenigen Tagen mit großer Mehrheit für das Verwaltungskonzept zur Oberschule ausgesprochen.

Bert Märkl, der frühere Leiter des Greselius-Gymnasiums, verwies auf den Ratsbeschluss zur Schulstruktur aus dem Jahr 2014, und warf der Verwaltung in diesem Zusammenhang „Arbeitsverweigerung“ vor. Bereits vor drei Jahren hätten SPD und Verwaltung das Ziel verfolgt, eine Oberschule einzurichten. Vor dem Hintergrund der geänderten Mehrheitsverhältnisse im Rat werde jetzt „handstreichartig“ versucht, dieses Vorhaben doch noch zu realisieren. „Wenn die Oberschule erst eingerichtet ist, spielt der Elternwille keine Rolle mehr“,sagte er.

„Mehr Einsatz für die Hauptschule“ gefordert

„Ich höre die ganze Zeit nur Realschule, Realschule, Realschule“, klagte Daniela Heise-Görtemöller, für die CDU im Ortsrat Achmer, Elternvertreterin im Schulausschuss und für die Hauptschule Mitglied des Stadtelternrates. „Ich hätte mir in der Diskussion mehr Einsatz für die Hauptschule gewünscht. Wir fangen die Rückläufer aus den anderen Schulen auf, und was die Berufsorientierung angeht, macht uns niemand etwas vor“, gab sie zu bedenken.

Imke Märkl forderte schließlich alle Zuhörer auf, zur Ausschusssitzung in die Mensa der Hauptschule zu kommen und im Rahmen der Einwohnerfragestunde ihren Sorgen Ausdruck zu geben.


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